Griechenland: Gespräche mit Banken gescheitert

Am Freitag sind überraschend die Gespräche mit den Banken über einen freiwilligen Schuldenschnitt gescheitert. Der Sprecher der Gläubiger sagte, die Banken wollen nun eine Pause einlegen und warten, ob die Griechen noch mit einem akzeptablen Vorschlag die Verhandlungen wieder möglich machen könnten.

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Griechenland steht vor der Pleite: Am Freitag sind überraschend die Gespräche mit den Banken über einen freiwilligen Schuldenschnitt gescheitert. Damit dürfte das Land das erste Land sein, welches in eine Staatspleite schlittert.

In einem Statement teilten die Vertreter der Gläubiger mit, dass Griechenland kein vernünftiges Angebot vorgelegt hatte, um die Schulden zu restrukturieren. Der Sprecher des Internationalen Bankenverbandes IIF sagte, dass die Gläubiger nun eine Pause einlegen wollen und auf vernünftige Vorschläge der Griechen warten.

Er sagte in einem Statement, welches er gemeinsam mit Jean Lemierre von BNP Parisbas herausgab: “Unter den gegebenen Umständen wollen wir die Gespräche aussetzen, um über die Vorteile der Beteiligung des privaten Sektors zu beraten. Wir hoffen sehr, dass Griechenland mit Hilfe der Euro-Zone sich in konstruktiver Weise zur Wiederaufnahme der Verhandlungen eines für alle Beteiligten akzeptablen Agreements für eine freiwillige Restrukturierung der Schulden aufraffen kann.”

Das Problem in den Verhandlungen sind offenbar immer neue Tricks der Griechen. So haben die griechischen Verhandler zuletzt eine Mischung aus Zuckerbrot und Peitsche gewählt – und wurden dabei offenbar etwas tolpatschig von der EZB und dem IWF unterstützt (mehr hier).

Bezeichend für die seltsame Verhandlungführung der Griechen: Der griechische Finanzminister Evangelos Venizelos schien die ganze Aufregung nach der Bekanntgabe des Scheiterns gar nicht zu verstehen. Er sagte der FT: “Wir werden uns mit Herrn Dallara wieder an den Verhandlungstisch setzen und das Paket besprechen. Aus unserer Sicht haben wir eine konstruktive Verhandlungsrunde hinter uns.”

Das Problem an der Sache: Die Zeit wird knapp. Denn ein Agreement mit den Banken ist die Voraussetzung der Auszahlung der nächsten Tranche an Griechenland (ein Großteil der Summe geht dann als Schuldendienst wieder an die Banken – mehr hier). Allein die rechtlichen und administrativen Tätigkeiten, ist ein Vertrag unterschriftsreif vorliegt, werden auf etwa sechs Wochen geschätzt. Wegen der Komplexität der Materie und dem zuletzt deutlich gewachsenen Mißtrauen unter den Verhandlern ist davon auszugehen, dass für diesen Vertrag deutlich mehr Sorgfalt aufgewendet wird als sonst in der EU üblich (mehr hier).

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  1. Rhyskant sagt:

    Na, die Lösung liegt doch auf der Hand…eine letzte Anstrengung der EZB, der Kommision und der Nettozahlerschirmstaaten….und alle Bankschulden sind ohne cut garantiert…muss doch sein…für den Frieden, den Euro, Europa…Mir graust es!

  2. Phillip J Fry sagt:

    Ihr seid hier ja geradezu lächerlich!
    Ein Haircut bzw Schuldenschnitt wird von Staaten die Bankrot sind schon seit Jahren angewendet! Was meint ihr denn bitte wie die Staaten früher aus den Schulden rauskamen?!?!?!
    Eigene Währung abwerten und ein Haircut mit den Gläubigern vereinbaren!
    Was die Griechen wie machen ist denen Ihr Bier! Es gibt soetwas wie Völkerrecht! Jeder Staat kann seine Bürger leben lassen wie diese(r) es für richtig empfindet und da habt ihr dekadenten von der realität abgewandeten Untermenschen eigentlich garnichts anzumerken…..
    Die Griechen können diese Staatspleite nur nicht abwenden, da der Maßanzug Euro ihnen die möglichkeit der internen Währungsabwertung entzieht.
    Das Ende vom Lied wird der Zusammenbruch der Eurozone sein!
    Warum?
    Weil man die PIIGS-Staaten nicht in eine Währungsunion mit Ländern wie Deutschland, Östereich etc. hätte kommen lassen dürfen!
    Jetzt noch hier Sätze anzumerken wie Zahlung einstellen etc. zeigt doch nur das Ihr von Wirtschaft und ähnlichen Dingen keinerlei Ahnung habt und den Massenmedien und Politikern das Denken für euch überlast………Armes Deutschland!

  3. dERaDDY sagt:

    Als wenn die Banken und die die hinter den Banken stehen Freiwillig auf Geld verzichten das glaubt doch nur der der sich die Hose mit einer Kneifzange zu macht.

    Ich habe nur ein Problem das ich nicht wirklich lösen kann:
    Der Staat darf Geld drucken Herstellen und in Umlauf bringen. Warum muß sich dann ein Staat Geld leihen und Zinsen dafür zahlen wenn er doch der einzige ist der Geld machen kann bzw darf.

    • ichbindermartin sagt:

      Das kommt davon, dass in der Schule aller möglicher Quatsch unterrichtet wird, aber nicht das wirklich Wichtige, was man zum Leben braucht. Um dies Nachzuholen empfehle ich ihnen den recht gut gemachten Wikipedia-Artikel zur Geldschöpfung. Um es ihnen leicht zu machen Ihre Bildung zu vervollständigen hier der Link:

      http://de.wikipedia.org/wiki/Geldschöpfung

      Und daraus das entscheidende Zitat als Antwort auf Ihre Frage. “Grundsätzlich gelangt Bargeld letztlich immer durch Kreditvergabe oder den Ankauf von Aktiva durch die Geschäftsbanken und anschließende Abhebung von Konten in Verkehr. Eine Ausnahme davon sind die vom Staat geprägten Münzen und in Deutschland die direkte Barauszahlung von 40 D-Mark von den Gemeindeverwaltungen an jeden Landesbürger als Startgeld bei der Währungsreform im Jahre 1948.

      Das vom Bankenpublikum bei den Geschäftsbanken angeforderte Bargeld wird von der Zentralbank in Form von Geldscheinen abgegeben, die die Geschäftsbanken bei der Zentralbank zu Lasten ihrer Guthaben an Zentralbankgeld beziehen können. Banknoten sind also sichtbar gemachtes Zentralbankgeld. Münzen werden vom Staat geprägt, wobei der Münzgewinn (die Seigniorage, also die Differenz zwischen Nominalwert und Herstellungskosten) der Staatskasse zufließt.”

      D.h. in anderen Worten. Der Staat kann nach heutiger Gesetzeslage nicht einfach Geld drucken um Inflation zu erzeugen. Dies geschieht auf anderen Wegen. Und nur an geprägten Münzen verdient der Staat – und zwar nur einmalig mit der Prägung. Im Gegensatz zu den Banknoten, die immer durch Zinsen belastet sind, von denen der Staat nicht profitiert. Verstanden?

  4. Schwarzsauer sagt:

    Korrektur:
    Der Mythos der Staatspleite war schon vor dem staatskriminellen Akt der Aufnahme in den Club der EU-Mafia existent. Nie wieder Griechenland.

  5. Schwarzsauer sagt:

    Die Staatspleite war schon vor der staatskriminellen Akt der Aufnahme in den Club der EU-Mafia existent. Nie wieder Griechenland.

  6. Robespierre sagt:

    “ein Großteil der Summe geht dann als Schuldendienst wieder an die Banken”: Es geht nur um die Banken. Das Volk verhungert und verarmt. Es geht nur um die Dunkelmenschen, die sich als Parasitten vom Volk (Sklaven) nähren. Ich bin wütend und lasse mir das nicht mehr bieten. Ich lasse mich nicht mehr anlügen. Ich verachte die Lügenmedien, wo mir nur die Kotze hochkommt. (Natürlich nicht die “Deutsche Mittelstandsnachrichten” (die mich auch schon rausgeworfen haben)). Ich weine über die schlafenden Menschen, die auch den Knall verschlafen werden. Ich verachte die Dunkelmenschen und fordere die Guillotine zurück. Was hier geschieht ist das grösste verbrechen seit der Nazizeit.

  7. Widerspruchsgeist sagt:

    Irgendwie wird es langsam fad: the same procedure like every year

  8. Haikubehindert sagt:

    Dem IIF sitzt der Herr Joe Ackermann vor, der mit diesem Institut bereits Basel III verzögert hat und die geforderte Leverage, also die Eigenkapital Regeln verwässern will. Eine dieser Verwässerungen ist der Zinssatz für die Busse, welche Banken zahlen müssen die zu wenig Eigenkapital einsetzen. Der Straf-Zins liegt derzeit so tief wie noch nie zuvor. So lohnt es sich bald die Eigenkapital Regeln nicht einzuhalten, die Bonds maroder Staaten werfen höhere Zinsen ab als der Strafzins -wodurch bei Nichteinhaltung der Eigenkapitalregel sogar ein Gewinn resultiert -wenn man zum Bespiel spanische Anleihen kauft. Die gesamte Bankerwelt ist derart korrupt, dass die Agitation die Gefahren des Islamismus übersteigt. Aus meiner Sicht müsste man den IIF durchleuchten wie ein Terror Netzwerk.

  9. King Balance sagt:

    Paul C. Martin aus dem Jahre 1985:
    “Alle Staaten werden für alle Staaten, alle Notenbanken für alle Notenbanken haften, einschließlich Währungsfonds und Weltbank und vielen anderen internationalen Institutionen. Und alle Staaten werden für alle Banken geradestehen, aber auch alle Notenbanken für alle Staaten und alle Staaten für alle Notenbanken. Alle, alle, alle werden für alle, alle, alle da sein. Und alle wissen, dass keinem von allen etwas passieren darf, weil dann allen etwas zustößt.”

    Ja… liebe Leute: “Auf der Suche nach dem Richtigen kann man viel Spaß mit dem Falschen haben”.

    Angesichts der sehr weit fortgeschrittenen Realitätsverweigerung der betriebsblinden “Euro-Retter” die perfekte Satire.