Griechenland: Gespräche mit Banken gescheitert

Am Freitag sind überraschend die Gespräche mit den Banken über einen freiwilligen Schuldenschnitt gescheitert. Der Sprecher der Gläubiger sagte, die Banken wollen nun eine Pause einlegen und warten, ob die Griechen noch mit einem akzeptablen Vorschlag die Verhandlungen wieder möglich machen könnten.

Aktuell:
+++Frankreich verliert das Triple A!+++

+++Deutschland bleibt erstklassig+++

Griechenland steht vor der Pleite: Am Freitag sind überraschend die Gespräche mit den Banken über einen freiwilligen Schuldenschnitt gescheitert. Damit dürfte das Land das erste Land sein, welches in eine Staatspleite schlittert.

In einem Statement teilten die Vertreter der Gläubiger mit, dass Griechenland kein vernünftiges Angebot vorgelegt hatte, um die Schulden zu restrukturieren. Der Sprecher des Internationalen Bankenverbandes IIF sagte, dass die Gläubiger nun eine Pause einlegen wollen und auf vernünftige Vorschläge der Griechen warten.

Er sagte in einem Statement, welches er gemeinsam mit Jean Lemierre von BNP Parisbas herausgab: „Unter den gegebenen Umständen wollen wir die Gespräche aussetzen, um über die Vorteile der Beteiligung des privaten Sektors zu beraten. Wir hoffen sehr, dass Griechenland mit Hilfe der Euro-Zone sich in konstruktiver Weise zur Wiederaufnahme der Verhandlungen eines für alle Beteiligten akzeptablen Agreements für eine freiwillige Restrukturierung der Schulden aufraffen kann.“

Das Problem in den Verhandlungen sind offenbar immer neue Tricks der Griechen. So haben die griechischen Verhandler zuletzt eine Mischung aus Zuckerbrot und Peitsche gewählt – und wurden dabei offenbar etwas tolpatschig von der EZB und dem IWF unterstützt (mehr hier).

Bezeichend für die seltsame Verhandlungführung der Griechen: Der griechische Finanzminister Evangelos Venizelos schien die ganze Aufregung nach der Bekanntgabe des Scheiterns gar nicht zu verstehen. Er sagte der FT: „Wir werden uns mit Herrn Dallara wieder an den Verhandlungstisch setzen und das Paket besprechen. Aus unserer Sicht haben wir eine konstruktive Verhandlungsrunde hinter uns.“

Das Problem an der Sache: Die Zeit wird knapp. Denn ein Agreement mit den Banken ist die Voraussetzung der Auszahlung der nächsten Tranche an Griechenland (ein Großteil der Summe geht dann als Schuldendienst wieder an die Banken – mehr hier). Allein die rechtlichen und administrativen Tätigkeiten, ist ein Vertrag unterschriftsreif vorliegt, werden auf etwa sechs Wochen geschätzt. Wegen der Komplexität der Materie und dem zuletzt deutlich gewachsenen Mißtrauen unter den Verhandlern ist davon auszugehen, dass für diesen Vertrag deutlich mehr Sorgfalt aufgewendet wird als sonst in der EU üblich (mehr hier).

Mehr zum Thema
USA: So schön kann Gelddrucken sein
EZB räumt französischen Banken unbegrenzte Kreditlinien ein
EU-Fiskalpakt: Koalition in Tschechien droht zu scheitern

Kommentare

Dieser Artikel hat 41 Kommentare. Wie lautet Ihrer?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

  1. hunsrückbauer sagt:

    einfach die Zahlungen einstellen

  2. Zeitzeuge sagt:

    Weder das griechische Volk, noch die griechischen „Eliten“ haben irgend ein konkretes Interesse, für die von ihnen angerichteten Schäden aufzukommen. Die Insolvenzmasse dürft unbedeutend sein, verwertbar ist davon nichts. Frau Merkels Politik ist gescheitert, das wird nun offensichtlich samt aller von ihr und von Schäuble verbreiteten Lügenpropaganda. Insgesamt erleben wir das umfassende Versagen der Zivilgesellschaften, egal wohin man blickt, ob in Deutschland, Frankreich oder Griechenland. Jetzt bleibt nur noch: Rette sich, wer kann und wie er kann!

  3. andre schwaermer sagt:

    Vor fast genau zwei Monaten, als ich den Artikel von Prof. Bocker las, dachte ich „da macht einer so richtig auf Panik“.
    http://uhupardo.wordpress.com/2011/11/12/prof-bocker-mega-krise-kommt-panik-phase-wird-eingeleitet/

    Ich hätte es mir nicht vorstellen können, dass er so schnell Recht behalten könnte. Wie es aussieht, ist Griechenland nicht zu „retten“. Das kann den Euro ganz schnell kippen, nehme ich an.

  4. Sakrihittn sagt:

    Zeit das die Griechen das bis jetzt verleugnete Erdölvorkommen im Ägäischen Meer anzapfen..

    Mehr hier:

    http://unzensiertinformiert.de/2011/06/griechenland-besitzt-unmengen-an-erdgas-und-erdol-darf-es-aber-nicht-fordern/

    • hunsrückbauer sagt:

      GR muß noch pleiter werden, damit der Goldmansucksschurke verzähltsichblos seine Goldmansucksschurken in amiland möglichst preiwert bedienen kann.

    • Karl Heinz sagt:

      Wer sich das ohne Erlaubnis der Ölmultis tut, kann schnell zum Schurkenstaat erklärt werden.

    • Meckerziege sagt:

      Stattdessen bohren die Türken unter dem Schutz von Kanonenbooten an ihrem Teil Zyperns.

  5. FDominicus sagt:

    Überraschend? Verdammt das konnte man sich doch einfach ausrechnen. Irgendwo hier oder so habe ich doch geschrieben, warum ich das als Bank nicht machte. Ich zöge meine CDS Karte und der Rest könnte mich.

  6. umL06 sagt:

    Das ist doch mal eine gute Nachricht

  7. jay twelve sagt:

    Wenn von Staatspleite die Rede ist, insbesonderen des griechischen St. Apparats, dann haben die Gr. Bürger eine außergewöhnliche Gelegenheit ein Volksfest zu feiern.
    Mindestens 90% der s.g. Staatsschulden sind imaginäres Geld, auch Fiat Money genannt. Die restlichen 10% sind das unantastbare Volksvermögen, mit dem die neue
    Gr. Zentralbank, genau nach dem Muster der US Federal Reserve Bank, mit dem Multiplikator 9, frisches Geld prägen darf.
    Wenn dann dieses Geld unter den Griechen gleichwertig verteilt, im Umlauf gehalten wird, springt der Motor der Binnenmarkt automatisch an.
    Was aus den Gläubigerbanken werden soll, interessiert doch niemand in Griechenland.
    Die Du. Und Fr. Banken könne sich an dem Waffenarsenal bedienen. Das erspart den Griechen die Instandhaltungskosten.

  8. schlaumeister sagt:

    Es hat sich ausgekungelt. Ob sie jetzt nochmals Milliarden nach GR schicken?
    Einmal muß der Wahnsinn doch zuende sein. F, A, H, GR, – es gibt heute
    gleich mehrere Krisenherde, die nicht bewältigt werden können, Krisensitzun-
    gen hin oder her. Der Durchbruch zum großen finalen Crash bahnt sich jetzt
    seine Bahn, da wird GR doch nur eine Randerscheinung bleiben. Unsere
    Retter-Marionetten haben ihre Schnüre verheddert. Puppenspieler Goldman
    Sachs agiert hinter der Bühne und bemüht sich verzweifelt, die bescheuerten
    Püppchen wieder zum Laufen zu bringen, natürlich in seinem Sinn, nicht in
    unserem.

    • murksel sagt:

      Zitat:
      Es hat sich ausgekungelt. Ob sie jetzt nochmals Milliarden nach GR schicken?
      Zitat ende

      Meine Befürchtung ist , dass unsere „Alternativlos-Else“ notfalls die deutschen Steuerzahler allein mit Milliarden für GR wird bluten lassen.
      Frankreich und Österreich werden wohl das „AAA“ verlieren, wie man gerade lesen konnte.
      Also bleibt doch fast nur noch Deutschland.
      Amtseid hin Amtseid her : Die Merkel wird uns wohl (in wessen Auftrag auch immer) den Gnadenstoß verpassen.

    • Julia sagt:

      Auch wenn ich wenig Ahnung habe und genau nur spekulieren kann wie alle anderen, kann ich nur raten, Deutschland Finger weg, nicht mehr einverstanden sein mit Zahlungen. Griechenland ist pleite, ob Zahlung oder nicht; Crasht es in Griechenland, werden wir, die Franzosen um Hilfe schreien. Wir sind die groessten Glaeubiger dort. Es waere ein Fass ohne Boden.
      Da wir feste mitgezahlt haben, unsere Schulden somit auch in ein unermaessliches getrieben haben, hoher Arbeitslosenzahlen (die getuerkt sind noch dazu)….ist es richtig uns unser A wegzunehmen. Uns wuerde ich sogar alle A’s wegnehmen.

      Und nicht vergessen, wenn die Socialisten im Mai bei uns gewinnen sollten, dann sind wir den Griechen so nah, naeher geht es nicht . Hollande steht fuer Beamte.

  9. Steuersklave sagt:

    Ich denke mal Signore Draghi wird das Problem wie immer lösen.

  10. Holger sagt:

    und Frankreich verliert sein Top-Rating, aber da gefühlte 99% der Deutschen immer noch schlafen wird die NWO nicht aufzuhalten sein

    • Gast sagt:

      Viel schlimmer noch!! Man muß aktiv überhaupt nichts tun außer schlafen. Politiker und die Zentralbanken schaffen es völlig ohne Hilfe der Bürger. Ich meine damit, Sie schaffen es daß ein Land nach dem anderen aus dem Euro austritt, Europa zerfällt und am Ende schaffen sie sich dann selber ab. Wozu also noch helfen wenn jegliche Hilfe zu spät kommt. Eine NWO kann erst dann aufgebaut werden, wenn das Chaos ausgebrochen ist und dies dauert noch einen Moment. Wenn es dann soweit ist, dann sollten alle Schlafenden wach geworden sein.

      Außerdem ist es recht amüsant zu zusehen wie sich Banken und Politik bemühen Europa tatsächlich abschaffen zu wollen anstatt es zu retten.
      Alle bisherigen Bemühungen deuten nicht auf eine Rettung. So ist z.B. Sarkozys Arroganz gegenüber Länderratings etwas was sich nun als rettender Anker für Europa beweisen muß. Eigentlich heißt es umgangssprachlich „Hochmut kommt vor dem Fall“. Ich glaube nicht das die Märkte soviel Hochmut wie Sarkozy besitzen. Aber dass werden wir dann am Montag sehen. Selbst Griechenland scheint an der eigenen Rettung nicht wirklich interessiert zu sein, was die massiven fehlenden Zugeständnisse in der aktuellen Situation zeigen. Verlieren kann Griechenland nichts mehr aber noch etwas gewinnen.

      Also, erstmal weiter schlafen und völlig entspannt das bunte Treiben verfolgen. Der Rest kommt von allein.

      • Toni sagt:

        Sehe ich auch so.

        Viel wichtiger ist es, dass die Menschen aufgeklärt werden
        und verstehen, dass die Ursache allen Übels unser Zins-Geldsystem ist.

        • Werner sagt:

          Das ist nicht richtig ;
          Wir hatten mit der D-Mark ein halbes Jahrhundert lang (!) eine ganz hervorragende Währung!
          Wir müssen nur zu ihr zurück.

        • anders wählen sagt:

          Ja, die Menschen müssen aufgeklärt werden, aber der Zins ist m.E. nicht das Problem (Miete ist auch eine Form des Zinses, und irgendwo kostenlos wohnen geht auch nicht, das wäre Kommunismus und der ist bereits gescheitert). Das Problem ist das Geldsystem an sich, besonders in privaten Händen (FED/EZB …) -> Alternativlösung: nach Monetative googeln.

          • Toni sagt:

            Das Problem ist das Geldsystem an sich, besonders in privaten Händen (FED/EZB …) -> Alternativlösung: nach Monetative googeln.

            Sehe ich auch.

            und s.o.

          • Belize sagt:

            @anders wählen der Mieter zahlt die Zinsen des Eigentümers, aber zum mieten wird man ja nicht gezwungen 😉
            Wer sich selbst eine Immobilie kauft zahlt iregendwann nur noch die Nebenkosten.

        • Mittelständler sagt:

          Nur, Freunde des Goldes, wie werden die mittelbaren Auswirkungen auf Deutschland sein ? Gibt es ggf, eine massive Aufwertung einer neuen deutschen Währung, oder bleibt der Euro mit massiver Inflation oder was oder wie ?
          Oder setzen wir alle wieder auf acherbau uns Viehzucht 🙂

      • Julia sagt:

        Ein schlafender ist immer nur so lange ein Schlafender, solange es ihm gut geht.
        Revolutionen entstehen nur in aller hoechsten Not …und nur dann.
        Ist Deutschland in Not?
        Kennt Ihr in Deutschland den Arztbesuch mit 23 Euro, Spezialist 60 Euro? Kennt Deutschland bei Krankheitsfall eine Woche zahlausfall? Was es fuer einen Mindestlohnempfaenger bedeutet, ist die Sternenzelt als Dach.

        Das ist ja das geniale an der ganzen Sache. Den Deutschen nicht soweit dorthin zu bekommen. Der Deutsche ( meine Bewunderung hat er dafuer), haelt sehr viel aus und ist geduldsam. Tut man mit ihm das, was in anderen EU-Laendern vor sich geht, dann waehrt er sich, mit Recht.
        Nur, dort ist Deutschland noch lange nicht.

        Die Menschen die interssiert an der Welt sind und wissen wollen, was man mit ihnen vorhat, die informieren sich auch. Alle anderen sind zu faul, zu dumm oder es geht ihnen zu gut.

        Man kann versuchen und immer versuchen eine bessere welt zu schaffen, aber, es ist ein Traum. Erstmal muesste man den Menschen aendern.

        • Toni sagt:

          Da ist was wahres dran.

          Deshalb beginnt auch immer ein Mensch zu träumen
          und wenn dieser Traum von vielen anderen Menschen geteilt wird
          kann daraus echter Wandel entstehen.

          I have a dream….