In Griechenland wächst die Angst vor einer Hyperinflation

Nach dem Scheitern der Verhandlungen mit den Gläubigern wächst in Griechenland die Sorge vor einem Bürgerkrieg, einem Militärputsch und einer Hyperinflation.

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Nach dem Scheitern der Gespräche mit den Gläubigern über einen Schuldenschnitt herrschte in Athen zunächst Ratlosigkeit. Die Forderungen des Bankenverbanden IIF, die Griechen mögen mit einem für die Banken akzeptablen Vorschlag an den Verhandlungstisch zurückkehren, wurde mit Ratlosigkeit aufgenommen.

Beobachter sprechen davon, dass sich vor allem Finanzminister Evangelos Venizelos verzockt haben könnte. Wie genau nun ein neuer Vorschlag aussehen könnte, weiß niemand. Möglicherweise muss Angela Merkel nun Krisenfeuerwehr spielen. Sie hat schon mal ihren besten Mann vorschickt: Am Samstag wir Außenminister Guido Westerwelle in Athen erwartet, um mit Premier Lucas Papademos über die Lage zu beraten (Westerwelle hatte vor Weihnachten einen Masterplan für Europa vorgelegt – mehr hier).

Unterdessen sorgen sich die Griechen um die Folgen einer möglichen Pleite. Auf besonderes Interesse ist in diesem Zusammenhang eine Analyse von Savas Savouri vom Londoner Hedge Fonds Toscafund gestoßen (zur Erinnerung: Die Hedge-Fonds haben substantielle Wetten gegen Griechenland laufen – mehr hier).

Savouri schreibt, dass es bei einem Euro-Austritt große soziale Unruhen, eine Hyperinflation nach dem Vorbild von Zimbabwe und möglicherweise einen Militärputsch geben könnte. Der Chefvolkswirt von Toscafund (zur Erinnerung: Tosca stürzt sich am Ende der Oper aus Verzweiflung von der Engelsburg, ihr Mann ist ein Freiheitskämpfer gegen einen Tyrannen – hier) schreibt, dass die Einführung einer neuen Währung wegen des langsamen Sterbens der Griechen unmöglich sei. Deswegen werde es einen veritablen Bank-Run geben, gegen den die bereits bestehende Panik „nichts im Vergleich“ wäre. Savouri: „Das Wort Katastrophe würde die Zustände nicht annähernd zutreffend beschreiben.“

Savouri ist für kühne Prognosen bekannt: Im vergangenen Jahr sagte er, die Wiedervereinigung von Nord- und Südkorea sei „eine Gewissheit“. Er erwartet außerdem einen veritablen Crash in Südafrika.

Toscafund investiert nach eigener Aussage nur in Aktien, legt jedoch nicht offen in welche.

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Kommentare

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  1. guguk sagt:

    Nachdem man mich in Athen zu Unrecht verhaftet und schikaniert hat, bin ich GEGEN einen Schuldenerlass!

  2. khaproperty sagt:

    Mag alles sein – dennoch wäre der Haircut mit folgendem Übertritt in eine nationale Währung der Idealfall für alle Griechen:

    – Mit dem Schnitt von z.B. 90% auf alle (!!) Schulden weltweit, die dem Staat zuzurechnen wären, wären sie fast schuldenfrei.
    – Bewertung und Nennwert der neuen Währung sind egal, denn nach dem nötigen Einpendeln incl. segenbringender Inflation könnte GR relativ frei und eigenständig agieren.
    – Interne Segnungen wie Sozialstaat, Schlendrian, Abagabenhinterziehung und die gewohnten kleinen und großen Betrügereien könnten wieder ihre ausgleichenden Wirkungen entfalten.
    – Bevölkerung, Gäste und alle Welt wären endlich wieder glücklich. Prosit Ouzo!

    • FDominicus sagt:

      „Segenbringende Inflation“ ? Gibt es nicht, Diebstahl bleibt Diebstahl egal wie Sie es nennen.