Griechenland-Gläubiger: Merkel und Sarkozy sollen vermitteln

Den Verhandlern eines Schuldenschnitts läuft die Zeit davon. Nun sollen Deutschland und Frankreich vermitteln. Gestritten wird vor allem über die Zinsen für die neuen Anleihen. Die Troika fordert darüber hinaus weitere Einschnitte bei den Löhnen.

Nachdem am Freitag die Verhandlungen über einen griechischen Schuldenschnitt gescheitert waren (mehr hier), sollen nun Angela Merkel und Nicolas Sarkozy vermitteln. Nach Informationen der FT wollen die Banken die beiden Politiker um Vermittlung bitten. Außenminister Guido Westerwelle war als Vorhut nach Athen gereist. Er führte verschiedene Gespräche und wollte nach Aussage eines Sprechers aus dem Außenministerium die Griechen ermutigen zu sparen und ihnen gleichzeitig klarmachen, dass das Sparen unerlässlich sei.

Der aktuelle Streit mit den Banken geht allerdings in erster Linie um die Zinsen, die die Gläubiger auf ihre neuen Anleihen erhalten sollen. Sie fordern mindestens 5%, Deutschland will höchstens 4% geben, den Griechen wären 2% lieber.

Von Beobachtern wird der Streit jedoch schon mehr als Randnotiz der Geschichte gesehen. Denn die Annahme für eine Einigung ist, dass Griechenland seine Staatsverschuldung bis 2020 auf 120% des BIP herunterfährt. Schon theoretisch ist ein solcher Verschuldungsgrad nicht aufrechtzuerhalten. Angesichts der sich verschärfenden, nun schon fünf Jahre dauernden Rezession in Griechenland ist es jedoch kaum vorstellbar, dass die Griechen selbst dieses Ziel erreichen. Daher hat die Ratingagentur Standard & Poor’s auch keinen Zweifel, dass die Pleite Griechenlands unvermeidbar ist (mehr hier).

Bevor es jedoch dazu kommt, möchte die Troika aus EU, EZB und IWF noch einmal alles versuchen, um das Land im Euro zu halten. In einem Interview mit der Zeitung Typos Tis Kyriakis sagte der Chef der Troika, Horst Reichenbach, Griechenland müsse seine Wettbewerbsfähigkeit durch weitere Lohnsenkungen steigern, damit die Produktivität erhöht und die Wettbewersfähigkeit Griechenlands gesteigert werden könne. Angela Merkel sagte, sie glaube, dass Griechenland schon in wenigen Jahren wieder wettbewerbsfähig sein könnte.

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Kommentare

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  1. luther sagt:

    Zitat: „Angela Merkel sagte, sie glaube, dass Griechenland schon in wenigen Jahren wieder wettbewerbsfähig sein könnte“

    Zu so einem abstrusen Geprassel fallen mit nur noch Injurien ein. Da sabbelt eine Politkriminelle erster Güte.

  2. schlaumeister sagt:

    Gebt ihnen Geld doch umsonst, zurückzahlen oder Zinsen zahlen können sie nicht
    mehr. Erhöht ihnen die Gehälter Renten und Pensionen, wir sind doch sowieso
    schon längst im Land des Irrsinns, das kleine Einmaleins ist schon lange außer
    Kraft gesetzt, schenkt ihnen noch 60 Eurofighter und Geld für den Betrieb und
    die Unterhaltung. Auch die toten Renten brauchen mehr Geld, bitte die nicht ver-
    gessen!

  3. Robespierre sagt:

    „möchte die Troika aus EU, EZB und IWF noch einmal alles versuchen, um das Land im Euro zu halten“.
    Denn wenn Griechenland den Staatsbankrott erklärt, fallen die Dominosteine. Das wissen die drei Diktaturen.
    „Angela Merkel sagte, sie glaube, dass Griechenland schon in wenigen Jahren wieder wettbewerbsfähig sein könnte“
    So ist es halt, wenn Blinde Blinde führen. Beide fallen ins Loch und aufwachen scheint nicht in Sicht zu sein. Da sagte doch ein Kapitän vor 2 Tagen: „Nein, auf den Seekarten war kein Stein eingezeichnet“. Und rums – Gell Frau Merkel.

  4. FDominicus sagt:

    Ist es nicht wunderbar. Der Betrüger verlangt das Ihm beim betrügen schön geholfen wird. Mal sehen wie lange sich Merkozy bitten lassen. Ich bin es sooooo leid.

  5. Willi Wucher sagt:

    Der Wahnsinn geht unvermindert weiter…ich bin fassungslos.