Banken weiter nervös: Rekordeinlagen bei der EZB

Wieder ein Höchstwert: Das Downgrade von neun Euro-Ländern hat deutliche Spuren bei den europäischen Banken hinterlassen. Erneut erhöhten die Banken ihre Einlagen bei der EZB.

Die ganz große Panik an den Märkten blieb nach der Herabstufung mehrerer Euro-Länder durch Standard & Poor’s am Freitag aus (mehr hier). Aber die Verunsicherung bei den Banken ist groß. Erneut erreichten die Übernachteinlagen bei der EZB einen Rekordwert. 493,2 Milliarden Euro wurden Freitagnacht bei der EZB geparkt. Auch die kurzfristigen Notkredite der EZB stiegen auf 2,38 Milliarden Euro an.

Experten schätzen, der Anstieg der EZB-Einlagen hänge auch damit zusammen, dass die Banken die unmittelbaren Marktreaktionen abwarten wollen. Besonders die Folgen für den EFSF und den ESM sind besorgniserregend (Angela Merkel rechnet bereits mit einem Verlust des Triple A – mehr hier). Am Dienstag plant der EFSF eine Auktion von Staatsanleihen.

Die erste Beurteilung des Staatsanleihenmarktes wird schon heute folgen. Frankreich, die Niederlande und die Slowakei emittieren Bonds. Frankreich und die Slowakei werden mit steigenden Zinsen und vielleicht einer geringeren Nachfrage zu kämpfen haben. Der Umstand, dass es sich bei der Ausgabe um kurzfristige Staatsanleihen handelt, wird wohl einen dramatischen Anstieg der Zinsen verhindern.

Deutschland hingegen wird bei der Auktion am Mittwoch von der Unsicherheit am Markt weiter profitieren können. Schon jetzt sinken die Zinssätze für deutsche Anleihen weiter. Anders bei Spanien und Portugal. Hier beruhigt ebenfalls wenn, dann nur die kurze Laufzeit die Investoren ein wenig – die Nachfrage wird allerdings gering sein. Zudem hat Portugal mittlerweile durch die Herabstufung einen Junk-Status erreicht. Da wird die kurzfristig neu geplante Auktion doch nicht so nützlich sein, wie vergangene Woche gedacht (mehr hier).

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Kommentare

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  1. Christian Kühnert sagt:

    Was macht die EZB eigentlich? Schon lange hätte die EZB eine Umlaufgebühr für Bargeld einführen können, und sie hat immer die Möglichkeit dazu. Mit einer Haltegebühr für Bar- und Giralgeld, nach dem System der Freiwirtschaft, könnte die EZB sofort helfen. Also los:

  2. Waltraud Schlimm sagt:

    Sollte denen die Lust am spekulieren vergangen sein? Staatsanleihen sind wohl auch nicht mehr der Renner. Das zeigt wohl auch, das die Banken diese Kredite wohl nicht brauchen. Die haben sich das Geld wohl nur genommen, weil es billig war.

    • hunsrückbauer sagt:

      schlimm schlimm,

      die bankster warten auf die sozialisation der €-land schulden, weil dann gibt es hohe zinsen mit sicherheit. warum sollen die aktuelle ihr billiges geld für risiko in italine, portugal, spanien, griechenland – anleihen stecken, wenn in 14 tagen der große reibach winkt…

      investoren sind bereit auch mal miese zu machen, wenn am ende der ersehnte gewinn mit offenen armen auf sie wartet und Merkel wartet nicht nur mit offenen armen….halali auf auf zur plünderung der republik.

      • Waltraud Schlimm sagt:

        So wird es wohl sein. Wir werden bals alle “nackig” sein. Besser wenn man kein Geld hat, so kann man auch keines verlieren.

  3. flonic sagt:

    Warum sind die Banken überhaupt nervös? Von welcher Angst sprechen die Banker überhaupt?

    Wenn’s gut läuft, kassiert die Bank den Gewinn. Wenn’s schlecht läuft “Rettet” der Steuerzahler. Risikolosere Geschäfte gibt es auf dem ganzen Planeten nicht.

    Wenn Banken keine realen Geschäfte mehr machen wollen, sollten diese auch von niemanden mehr Geld erhalten. Auch nicht von der EZB. Oder man entlässt radikal das Führungspersonal bis ins mittlere Management. Dann funktioniert es auch wieder. Die angesprochene 1/2 Billion Euro fehlt nun mal im realen Wirtschaftskreislauf.

    Es gab schon einmal in der alten Bundesrepublik eine Kreditklemme, da die Banken das Erpressungspotential nutzen wollten. Der damalige Bundeskanzler drohte den Banken massiv mit Vergeltung und der eine oder andere bekam tatsächlich eine auf die Nuss. Plötzlich waren Kredite für die Realwirtschaft kein Problem mehr. Und siehe da es lief wieder auch für den Normalbürger. Das sollte das Ziel sein, dass es läuft.

    Dabei spielt es keine Rolle ob es sich, wie heute um Euro oder damals um DM, handelt.

    • Ochsenfrosch sagt:

      Die Währung ist Wurscht ,die Zinsen welche mit Steuern gedeckt werden müssen ,brechen dem System über kurz oder lang immer das Genick .

  4. hunsrückbauer sagt:

    das spiel zum vorteil der zocker und zum nachteil von uns bürgern geht weiter und Merkel mittendrin – verbrecher!

    den sack gegen die spekulanten hätte man schon 2009 zu machen können, es hätte weniger als 10% des jetzigen aufwandes gekostet, aber Merkel musste ja unbedingt das teutonisch-preussische spardiktat, koste es was es wolle, postulieren und dann durchhalten.

    • Waltraud Schlimm sagt:

      So ist Mutti halt. Die armen Länder sollen sparen und Deutschland sahnt ab. Selbstverständlich zu Lasten der Arbeiterschaft.

  5. Ulrich Pranger sagt:

    Welche Maßnahmen noch übrig bleiben, um uns von den Schulden zu “erlösen”:

    http://www.marktorakel.com/index.php?id=4974029607094378457

    Nichts davon ist erbaulich, es sei denn man hat Geld oder Gold

  6. dankeuch sagt:

    Den jetzigen Politikern und dem Staatsfernsehen ist nichts mehr zu glauben. Auch die EZB hat ihre Seriösität bereits verloren – Einsicht ist von unserer “Politelite” nicht mehr zu erwarten, sie sind schon zu weit gegangen – es wird wohl auf ein Armageddon hinauslaufen.

  7. Aussage? sagt:

    Naja, wo soll man sonst mal eben übers Wochenende 500 Mrd Euro parken ??

  8. so-ist-es sagt:

    DAS ZIEL der sogenannten eliten ist,

    aus dem von ihnen geschaffenen chaos den ahnungslosen bürgern
    eine NWO als einzigen ausweg aus dieser misere aufs auge zu drücken.
    das tolle daran, die blödschafe werden vor freude jubelnd in diesen pferch strömen
    um dann dort ihre entgültige unumkehrbare schur zu erleben.

    verschwörungstheorien werden vor unseren augen zur tatsache.