Gefahr für Frankreichs Triple A auch bei Moody’s

Ende März wird die Ratingagentur Moody’s ihre Bewertung zur Kreditwürdigkeit Frankreichs bekannt geben. Auch hier wird es vermutlich keine guten Nachrichten für Sarkozy geben, wie die Agentur jetzt anklingen ließ.

Nur wenige Tage nach der Herabstufung Frankreichs durch Standard & Poor‘s (mehr hier) meldet sich nun die Ratingagentur Moody’s zu Wort. Derzeit beurteilt Moody’s Frankreichs Kreditwürdigkeit mit AAA und einem stabilen Ausblick. „Frankreichs AAA Rating kann unter Druck geraten, wenn das Verhältnis von Schulden zum BIP sich vergrößere und die Euro-Schuldenkrise sich verschlechtere“, sagte Moody’s bei einem Gespräch mit Analysten. Weitere Sparmaßnahmen lehnt das Land jedoch ab (mehr hier)

Bis Ende März wolle man die Entscheidung bekannt geben. Moody’s fügte jedoch hinzu, dass die Regierung Frankreichs momentan allerdings viel weniger Spielraum für Manöver bei den öffentlichen Finanzen habe als noch 2008. Eine erneute Herabstufung könnte für Nicolas Sarkozy ein weiterer herber Rückschlag für die Präsidentschaftswahl im April 2012 sein. Die richtigen Worte zum Downgrade vergangenen Freitag hatte er jedenfalls nicht gefunden (mehr hier).

Das einzige, was Nicolas Sarkozy in diesem Moment beruhigen könnte, ist die übliche Vorgehensweise der Ratingagenturen. Es beginnt mit dem schlechteren „Ausblick“, anschließend eine Ankündigung, dass das entsprechende Land unter „Beobachtung“ steht, und erst am Ende folgt die „Herabstufung“. Vielleicht könnte es Sarkozy ja bis nach den Wahlen schaffen. Wer weiß, ob es ihn danach noch sonderlich interessiert.

Kommentare

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  1. TheSpiritOfTheTimes sagt:

    Wieso sparen? Alle informierten wissen, dass Europa schon spleite ist. Warum also sich aufregen?

    Das Wahlvieh zahlt. Alles gaaanz easy!

  2. Karl Heinz sagt:

    Es sollte verstanden werden, dass die EU kein Zusammenschluss von Nationalstaaten ist, sondern einer von multinationalen Kartellen. Dehalb findet man in der EU und ihrem Apparat auch keine einzige legitimierte Institution.
    Alles basiert auf privatem Handelsrecht.

    Die sogenannten Nationalstaaten werden allesamt von den Konzernen gelenkt.
    Es geht nur um die Errichtung eines barrierefreien Großraumkartells, in dem es sich optimal, zu diktierten Bedingungen, produzieren und handeln läßt.

    Dieses Großraumkartell hat das Europa der Vaterländer abgelöst und stellt seine eigenen weltweiten Hegemonieansprüche. Der vielbeschworene Freihandel ist nichts anderes als die Fortführung des alten Kolonialismus. Der wird bald durch eine eigene Privatarmee – der Eugendforce – auch international, durchgedrückt.

    Nationen, Völker und Menschen sind bei dem Kartell nur als Ressourcepool für Arbeitskraft von Interesse, als Konsumidioten und als Kanonenfutter.

    Die täglichen Wirtschaftsmeldungen sollte man lieber als Unterhaltung oder PR ansehen. Ich glaube sie haben mit der Realität wenig zu tun.

    http://www.youtube.com/watch?v=Oj5EgT6Pv34&feature=related

    • J. C., geb. Püschl sagt:

      Zitat: „Nationen, Völker und Menschen sind bei dem Kartell nur als Ressourcepool für Arbeitskraft von Interesse, als Konsumidioten und als Kanonenfutter.“

      Das bedeutete ein Verstoss gegen objektives Recht (dieses bestimmt das Sollen) des Internationalen Paktes über bürgerliche und politische Rechte (ICCPR) vom 19.Dezember 1966, (BGBl. 1973 II 1553).

      Artikel 2
      (1) Jeder Vertragsstaat verpflichtet sich, die in diesem Pakt anerkannten Rechte zu achten und sie allen in seinem Gebiet befindlichen und seiner Herrschaftsgewalt unterstehenden Personen ohne Unterschied … zu gewährleisten.
      (2) Jeder Vertragsstaat verpflichtet sich, … die erforderlichen Schritte zu unternehmen, um die gesetzgeberischen oder sonstigen Vorkehrungen zu treffen, die notwendig sind, um den in diesem Pakt anerkannten Rechten Wirksamkeit zu verleihen … .

      Artikel 5
      (1) Keine Bestimmung dieses Paktes darf dahin ausgelegt werden, dass sie für einen Staat, eine Gruppe oder eine Person das Recht begründet, eine Tätigkeit auszuüben oder eine Handlung zu begehen, die auf die Abschaffung der in diesem Pakt anerkannten Rechte und Freiheiten oder auf weitergehende Beschränkungen dieser Rechte und Freiheiten, als in dem Pakt vorgesehen, hinzielt.

      Laut Art. 8 (und Art. 4 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte) ist Sklaverei in allen Formen verboten.

      Artikel 47
      Keine Bestimmung dieses Paktes ist so auszulegen, dass sie das allen Völkern innewohnende Recht auf den Genuss und die volle und freie Nutzung ihrer natürlichen Reichtümer und Mittel beeinträchtigt.

      (Link: http://www.institut-fuer-menschenrechte.de/de/menschenrechtsinstrumente/vereinte-nationen/menschenrechtsabkommen/zivilpakt-iccpr.html)

      Fazit:
      Nationale Gesetze oder Gerichtsbeschlüsse, die dem ICCPR entgegenstehen, verletzen objektives Recht, sind daher als illegal zu bewerten und dürfen keine Rechtswirkung entfalten.

      Meine Auffassung:
      Das EU-Konstrukt in seiner derzeitigen Form ist das Ergebnis von Bestrebungen, die garantierten Rechte des ICCPR zu beseitigen.
      Es hat sich nur noch nicht herumgesprochen … .

      • Karl Heinz sagt:

        @ J. C., geb. Püschl

        Schön, mal wieder was von Ihnen zu lesen – ich habe Sie schon vermißt.

        Die EU ist zu einem Betrugssystem mutiert. Mangels Zustimmung der Völker, ist die EU und ihre Institutionen durch -nichts- legitimiert.

        Es ist eine Junta, die ihre Handlungfähigkeit durch die Ausgabe von gedrucktem Falschgeld aufrecht erhält. Die EZB ist wegen Überschreitung ihrer Kompetenzen zur Falschgelddruckerei verkommen.

        Alle Beteiligten machen sich des Verfassungsbruchs, der Rechtsbeugung, der Veruntreuung, der Täuschung, der Willkür und des Betruges schuldig.

        Sie werden sich bald nur noch durch Einsatz der „Kommissionsarmee“ Eugendforce halten können.

        Die Völker vergessen nichts.

  3. Chris sagt:

    Die Franzosen werden von ihrem hohen Ross schon bald heruntergeholt! Die grand nation ist in wahrheit ziemlich klein!

  4. flonic sagt:

    Eigentlich haben die Franzosen schon recht wenn sie das Rating im Ganzen gelassen sehen. Auch weitere Einsparungen vermeiden.

    Ich hab mir mal die Entwicklung der Neuverschuldung der Bundesrepublik Deutschland der Konrad Adenauer Stiftung angesehen. In den Jahren 1962 – 1997 war die Neuverschuldung meist IMMER ÜBER 3%. Im Jahre 1975 sogar einmal bei über 50% und ansonsten immer Nahe der 10% Marke. Wenn der Zins und die Geldmenge zur Neuverschuldung passt, gibts auch keine Probleme. Dafür brauch man ja eine Zentralbank.

    Wer ist eigentlich auf den Schwachsinn mit den 3% gekommen? Wie man sieht, würgt man alles mögliche bewusst ab.

    Damals in über 30 Jahren und deutlich höherer Neuverschuldung, gab es keinerlei „Rating“ Probleme. Vielleicht auch deshalb, weil die Menschen einen Beruf hatten, von dem sie auch tatsächlich etwas verstanden. Und nicht nur dem amerikanischen pseudo-Schulnotensystem einiger privater Schlaumeier hinterherhechelten. Man konnte eine eigene Risikoeinschätzung noch vornehmen und sich auch auf diese verlassen. Hatte sich auch über Jahrzehnte bewährt.

    • Chris sagt:

      Staatsverschuldung zu propagieren ist mehr als dumm! Dadurch wird der Bevölkerung die Zukunft gestohlen. Die Schweiz hat in weniger als 10 Jahren die Staatsschuld von 50% des BIP auf 40% des BIP heruntergefahren! In Deutschland steigt die Staatsschuld ungebremst weiter! Was sind denn das für Zukunftsaussichten, wenn zu erwarten steht, daß die Rente weginflationiert werden muß?

      • flonic sagt:

        Und was sind das für Aussichten, wegen selbst auferlegter Grenzen das Vermögen ganzer Völker zu vernichten?

        Die Euro-Zone ist nicht die Schweiz!

        Klar ist, dass das Euro-System, so wie einmal vorgesehen, nicht funktionieren kann. Entweder man ändert die selbst auferlegten Grenzen oder man schafft dieses Währungssystem ab. Das heutige Euro-System ist unausgegoren, unflexibel und ungerecht (gerade für kleinere Länder). Ein derartiges System ließe sich nur in einem Bundesstaat mit einer Regierung umsetzen. Da die EU aber eine Konföderation ist mit 27 Nationalstaaten und eigener Gesetzgebung ist, kann es nicht funktionieren.

        Zum Thema Inflation: Inflation ist ein weltweites Phänomen. Diese abschaffen zu wollen, würde bedeuten, entweder aus dem heutigen Wirtschaftssystem auszuscheiden (mit unkalkulierbaren Folgen) oder dieses künstlich beseitigen zu wollen (funktioniert selbst in China nicht).

        Zum Thema Rente sei gesagt, das diese in Deutschland wie in den Nachbarländern (Niederlande etc.) min. einen Inflationsausgleich beinhalten müsste. Aus blankem Geiz der deutschen Regierungen wurde dies, obwohl oft im Bundestag diskutiert, nie umgesetzt. Obwohl auch Rentner Kaufkraft generieren (und wenn dieses auch nur verschenkt oder vererbt wird).

        Wegen Dummheit und Starrsinn der Politik einen unkontrollierten Zerfall eines Währungssystems mit wahrscheinlich folgender Hyperinflation zu riskieren, geht gar nicht und sind überhaupt keine Zukunftsaussichten. Für niemanden.

        Ich verstehe nicht, warum es immer nur weiß oder schwarz geben soll? Auch die Schweiz muss mit Inflation leben, ob sie will oder nicht.

        • spion und spion sagt:

          Es wurde ja schon öfter versucht, Wechselkurse in einer Bandbreite zu halten.
          Solange die Energie billig ist, die staatlichen Defizite gering sind und die wirtschaftspolitischen Prioritäten sich ähneln, funktioniert ein solches System durchaus erfolgreich.
          Um die Stabilität eines festen Wechselkurses zu wahren, müssen Anleihen der anderen Währung ge- oder verkauft werden.
          Wenn aber die Produktivität eines Landes den anderen Ländern hinterherhinkt, verschlechtert sich auch die Wettbewerbsfähigkeit und das Land läuft quasi automatisch in die Schuldenfalle; die anderen müssen ständig Anleihen kaufen, um die Währung in der Bandbreite zu halten.
          Wenn jetzt ein starres System wie der Euro installiert wird bei unterschiedlicher wirtschaftlicher Stärke der Mitglieder, läßt sich vorhersagen, daß die starken und disziplinierten Länder die Staatshaushalte der schwachen Staaten finanzieren müssen.
          Die Inflation gräbt sich immer tiefer in die Währung, weil’s keinen Ausgleich gibt, und das führt zwangläufig zu ihrem Zerfall.
          – Das gehört zum Grundwissen von Devisenexperten.

          Man kann natürlich auch fragen, ob das Euro-System Europa nicht gezielt enteignen soll über die Inflation?
          Daß Spanien, Portugal, Griechenland u.a. Deutschland nicht gewachsen sind, hätte man wissen müssen.
          Die Lösungen, die aus Brüssel kommen, sind also gar keine.

      • schlaumeister sagt:

        Bei ständig „nur“ 3% Verschuldung des BIP verdoppelt sich die Schuld nach 23 Jahren nach meiner Logarithmentafel. Also braucht man auch mindestens 3% Inflation, um gegenzulenken, der Sparer ist natürlich der
        Dumme. Jetzt aber ist die Verschuldung komplett aus dem Ruder gelaufen,
        Ab spätestens 90% Schulden v. BIP ist der Ofen aus, mathematisch
        finito.

  5. Waltraud Schlimm sagt:

    Eigentlich müßen wir auch runtergestuft werden. Wir haben mehr Schulden als Haare auf dem Kopf. Alle reden nur von billig Geld leihen. Keiner redet von Tilgung oder sparen. Das wichtigste Thema sind die Staatsanleihen. Nicht mehr lange, dann fällt uns alles auf die Füße.

  6. Johannes sagt:

    Die nun anrollenden Kettenreaktionen wurden bereits vor 3 Jahren so beschrieben, wie sich jetzt zutragen. Blasenbildung am amerikanischen Immobilienmarkt und Verbriefung extrem bonitätsschwacher Hypotheken durch Investmentbanken, gefolgt von einer veritablen Bankenkrise (Ursache: Jagd der Banken per Eigenhandel und der Kunden nach Rendite), gefolgt von einer Krise am Staatsanleihenmarkt, die wiederum ihre noch nicht beseitigte Ursache (Bankenkrise) weiterbefeuert.

    Diese Kettenreaktion ist unbarmherzig; sie reißt den verschuldungsbereiten Staaten und ihren Kreditgebern die Maske vom Gesicht und offenbart die enge Verschlungenheit der beiden; fast wie bei siamesichen Zwilingen wo eine Trennung zwingend wird, weil sonst beide sterben.

    Aber es kommt der Tag, an dem die OP nötig wird. Bis dahin werden wir noch weiter lebenserhaltende Maßnahmen und intellektuelle Verweigerungen zur Krisenursache sehen.

  7. hunsrückbauer sagt:

    na das wars dann wohl für sarkozy, bedanken kann er sich dafür wohl vor allem bei den bilderbergern und da vor allem bei deren neuen chef, henri, vorsitzender der welt größtem geldeinsammelunternehmen, mal ganz neutral umschrieben…..

    dem würde ich noch nicht mal das ende der wurschtpelle auf´m teller zurücklassen.

  8. Toni sagt:

    Jubel über Herabstufung – Le Pen will Franc zurück

    http://www.welt.de/politik/ausland/article13817643/Jubel-ueber-Herabstufung-Le-Pen-will-Franc-zurueck.html

    Also, nicht nur bei uns…

    • spion und spion sagt:

      Der Euro hat viele ihren Kompaß verlieren lassen. Oder?
      Jetzt haben die Heilsprediger Konjunktur.
      Erstaunlicherweise aber können die rechten Parteien in Deutschland gar nicht profitieren.
      Hier bilden sich tatsächlich immer mehr vernünftige Alternativen.
      Wie gesagt, ich jubel auch über die Abstufung, aber sicher nicht Le Pen oder der NPD zu.

      Wissen Sie, daß Sarkozy „Kofürst“ des Offshore Hafens Andorra ist?

  9. geronimo sagt:

    Längst überfällig – der Markt ist schon 2 Schritte weiter, aber Fitch(F) wird zur „grande nation“ halten. Was diese angebliche „Politelite“ in Europa veranstaltet hat wird in die Geschichte eingehen…

    Selbst renommierte Volkswirtschaftler reden langsam Klartext oder sind kurz davor zu resignieren!

    http://www.youtube.com/watch?v=wsZV13sYAXA