Griechenland: Papademos schließt Rückkehr zur Drachme aus

Der griechische Ministerpräsident ist trotz aller Schwierigkeiten überzeugt, dass Griechenland im Euro verbleiben wird. Er erwartet als ersten Schritt dazu eine Einigung mit den Banken über den Schuldenschnitt.

Die Eurozone zu verlassen und die Drachme wieder als Zahlungsmittel einzuführen, ist für den griechischen Premierminister Lucas Papademos „Wirklich keine Option“ (nicht alle Experten sind dieser Meinung – mehr hier und auch IWF-Chfin Christine Lagarde ist von einem Verbleib Griechenlands in der Eurozone nichtm her überzeug – mehr hier). In einem Fernseh-Interview zeigte sich Papademos dennoch davon überzeugt, dass Griechenland nicht pleite gehen werde. Doch im März werden 14,5 Milliarden Euro an griechischen Staatsschulden fällig.

Um einen Bankrott zu verhindern, ist ein Forderungsverzicht privater Investoren dringend nötig. In den vergangenen Wochen seien dabei substanzielle Fortschritte gemacht worden, sagte Papademos bei CNBC. Obwohl die Gespräche über einen freiwilligen Erlass von Schulden durch die Banken letzte Woche ohne Ergebnis beendet wurden (mehr hier), sieht Papademos die Verhandlungen „kurz vor einer Einigung“.

„Es müssen noch weitere Überlegungen angestellt werden, wie man die verschiedenen Elemente zusammenführt. Wie Sie wissen, ist gerade eine kleine Pause in dieser Diskussion eingelegt worden. Aber ich bin überzeugt, dass sie weitergeführt wird und wir rechtzeitig eine Einigung finden, die für alle akzeptabel ist“, sagte Papademos.

Doch die Zeit drängt, eine Pause scheint nicht angebracht zu sein. Zwei Monate sind schnell vergangen und immer wieder tauchen neue Belastungen für Griechenland auf. So wurde vergangene Woche bekannt, dass griechische Banken ihr Kapital um 15 Milliarden Euro aufstocken müssen, um das gestiegene Risiko der Kredite decken zu können.

Mehr zum Thema:
EU-Rechtsexperte: „Fiskal-Pakt reicht nicht für Euro-Rettung“
Standard & Poor’s erwartet Griechenland-Pleite
Roubini: Euro-Crash „sehr wahrscheinlich“

Kommentare

Dieser Artikel hat 33 Kommentare. Wie lautet Ihrer?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

  1. kneipier sagt:

    Er hat wohlweislich nicht die „Investoren“ genannt, die Forderungsverzicht üben sollen.

    Seine Kollegen von den Banken rund um die FED und die EZB bestimmt nicht.

    Wer bleibt da wohl noch übrig; wegen des „Forderungsverzichtes“???

    Bei der verbrecherischen Eurorettungspolitik von Merkel, Schäuble & Co. schwant mir als Bürger und Bürge Schlimmes….

    Selbstredend geht GR pleite. Je eher, desto besser.