Unsicherheit bei den Banken steigt: EZB wieder mit Rekordeinlagen

Die Nervosität unter den Banken hält an. Immer deutlicher erhöhen sich die Einlagen bei der EZB. Im Interbankenmarkt traut scheinbar keiner dem anderen mehr über den Weg.

Am Montagabend setzte sich die Flucht in die EZB weiter fort. 501,9 Milliarden Euro parkten die Banken wieder bei dem Institut. Zuletzt waren es noch 493 Milliarden Euro (mehr hier). Die Banken scheinen nur noch ihr Geld irgendwie sichern zu wollen. Interesse, sich gegenseitig etwas zu leihen, haben sie nicht mehr.

Da die Banken sich untereinander nicht mehr vertrauen, rechnen Experten damit, dass die Realwirtschaft auch darunter leiden wird. Es ist davon auszugehen, dass die Bereitschaft, Unternehmen Kredite zu gewähren, ebenfalls zurückgegangen ist. Und das trotz des 3-Jahres-Tender der EZB, der zurzeit die Nachfrage nach kurzfristigen Staatsanleihen fördert (mehr hier).

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Kommentare

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  1. khaproperty sagt:

    Die Kreditklemme ist eine Tatsache, denn alle systemischen nebst auch den meisten anderen Banken befinden sich in einem Zustand des Attentismus. Sie scheinen gelähmt, ihrem Geschäft der Kreditvergabe nachkommen zu können. Angst beherrscht den Markt für Finanzen und Kredite.
    Das ist verständlich, denn wer sollte besser wissen, wie es um die Lage bestellt ist.

    Ausgehend von den Vertragsbrüchen der EZB im Zusammenhang mit den EU-Anleihekäufen sowie den in den voraufgegangenen Jahren verteilten Zins- und Liquiditätsvorteilen – z.B. an Spanien, wo die EZB-Milliarden den Bauboom befeuerten – wird nun versucht, den wenigen noch nicht insolventen Mitgliedern der Eurogruppe alle Lasten überzuhängen, vornehmlich Deutschland, welches soeben unverblümt von Spanien um etliche zig Milliarden gebeten wurde, um aus der von der EZB (s.o.) mitverursachten Pleite herauszukommen.

    Merkel wird glücklich sein, wenn sie es denn bei der Zulassung von Eurobonds bewenden lassen kann. Das ist ohnehin das Ziel der anderen.
    So läßt sich verschleiern, daß am Ende über die gesamtschuldnerische Haftung Deutschland die Eurobonds bezahlen wird, zu 100% für alle PIIGS und auch noch die anderen nach entsprechenden Ausfällen, die unvermeidlicher und größer werden, um so mehr den anderen klar wird, daß es einen (noch) zahlungskräftigen Dummen gibt: Deutschland.

  2. gogobang sagt:

    off topic: liebes team von DMN. Vieles von dem, was an den Märkten und Politik zur Zeit passiert ist für mich nicht mehr nachvollziehbar….dafür bin ich nicht ausgebildet. Eine Frage beschäftigt mich: ist der Anstieg des Dax – wie das Parken der Gelder bei der EZB – als eine Flucht in „stabile“ europäische Werte zu sehen? Dieser Börsenzauber ist für mich nicht zu erklären…

    • redakteur sagt:

      Unserer Meinung nach hat der immer wiederkehrende „Börsenzauber“ in der Krise viel mit technischen Mechanismen wie etwa den Euro-Dollar-Swaps zu tun. Daneben gibt es sich auch kurzfristige Spekulanten, die über das Daytrading Gewinne machen. Ebenfalls eine Rolle spielt, dass die europäischen Banken wegen der Rekapitalisierung Assets verkaufen müssen. Wegen der niedrigen Kurse sehen Investoren hier Chancen. Die Redaktion

  3. Gast sagt:

    Die Banken werden dann wohl als nächste Kandidaten auf der Ratingliste stehen, denn die Ratings der Länder hängen auch immer mit der Situation der Banken zusammen. Es ist also noch nicht das Ende der Ratingtragödie sonder jetzt geht es in die Details der einzelnen Länder. Eigentlich nur logisch, erst die Länder, dann deren Finanzsysteme und Unternehmen. Wenn die Banken nun die Käüfer der Staatsanleihen sind, dann brauchen diese Staatsanleihen entsprechende Sicherheiten. Ob sich die Banken schon soweit Kapitalisiert haben um bei „default“ die Last zu tragen? Wer weiß! Vielleicht wird gerade aus diesem Grund Kapital nicht für Kredite verwendet sondern einfach bei der EZB geparkt.