Konjunktur: Kaufwut heute, Angst vor der Zukunft

Der ZEW Konjunkturindex stieg im Januar um 32,2 Punkte – liegt damit aber noch immer im Minusbereich. Kein Wunder, bisher wurde im Inland fleißig gekauft, doch langsam spürt man auch in Deutschland die Auswirkungen der Eurokrise.

Mit Spannung wurden die Daten vom Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) erwartet. Und auf den ersten Blick erscheinen sie recht positiv. Die Umfrage unter fast 300 Finanzexperten zeigte einen Anstieg des Konjunkturindex von minus 53,8 Punkte auf minus 21,6 Punkte im Januar. Das ist zwar der höchste Wert seit Juli 2011, aber noch immer liegt der Index deutlich unter dem historischen Mittelstand von plus 24,5 Punkten.

Im vergangenen Jahr profitierte die deutsche Wirtschaft allerdings noch von leicht steigenden Exporten (mehr hier) und einer regen Binnennachfrage (mehr hier). Auch der EZB-Tender war beruhigend für die Finanzmarktexperten. Entsprechend schätzten die Befragten die derzeitige Lage der Konjunktur eher positiv ein. Nur 7,6 Prozent gaben an, die Lage habe sich verschlechtert und immerhin 36 Prozent sprachen von einer guten Lage im Vergleich zum Vormonat.

Nur mit der fortschreitenden Eurokrise, den Schwierigkeiten in den USA (Obama muss 1,2 Billionen Euro Schulden tilgen – mehr hier) und dem abnehmenden Wirtschaftswachstum in China (mehr hier) werden die Aussichten trüber. Die Konjunkturerwartungen für die Eurozone sind im Januar gegenüber dem Vormonat gestiegen. Aber noch immer gehen 48,1 Prozent der Befragten davon aus, dass sich die Situation im Euroraum verschlechtern wird. Nur 15,6 Prozent rechnen mit einer Verbesserung und 36,3 Prozent erwarten keine Veränderung. Für Deutschland selbst gehen nur 17,9 Prozent von einer Verbesserung der Konjunktur aus – 39,5 Prozent erwarten eine Verschlechterung.

Der ZWE-Präsident Wolfgang Franz spricht deshalb auch nur von einem „vorsichtigen Optimismus“, den die Einschätzungen der Finanzmarktexperten auslösen können. Denn „die Entwicklung der Schuldenkrise“ stelle „nach wie vor ein Risiko dar“, so Wolfgang Franz.

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Kommentare

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  1. hunsrückbauer sagt:

    Propaganda, siehe BDI, sinkt und sinkt und sinkt