Griechenland-Gläubiger bleiben hart: Auch EZB und Hedge Fonds müssen mitmachen

Pimco-Chef Mohamed El-Erian lehnt Bevorzugungen beim Griechenland-Haircut ab: Die EZB müsse ebenso auf Forderungen verzichten wie die Hedge Fonds. El-Erian deutet an, dass Griechenland mit einem Austritt aus dem Euro besser fahren könnte.

Die Kreditgeber Griechenlands sollen ausnahmslos am geplanten Schuldenschnitt beteiligt werden. Auch die Europäische Zentralbank soll dabei keine Ausnahme sein. Dieser Meinung ist Mohamed El-Erian, der Chef des größten Anleihenfonds der Welt.

Der einheitliche Schuldenschnitt sei im Interesse aller Gläubiger: „Für Griechenland und seine Geldgeber – einschließlich der EZB – ist die Erfüllung nachhaltiger Defizitziele absolut entscheidend“, sagte er in einem Interview mit der Zeitung Kathimerini.

Er hält deshalb die Anwendung der Umschuldungsklausel nach griechischem Recht für ein wichtiges Instrument zur Stabilisierung Griechenlands. Dabei müssten alle Gläubiger bei einem Schuldenschnitt mitmachen, sollte sich mehr als die Hälfte von ihnen dafür aussprechen.

Um das Vertrauen von Anlegern in griechische Staatsanleihen zurück zu bringen, hält es El-Erian für absolut wichtig, künftig griechische Anleihen unter britischem Recht auszugeben. Dies würde den Investoren mehr Sicherheit bieten und so griechische Anleihen wieder attraktiver machen.

Griechenland hätte auch bei einem Ausscheiden aus der Eurozone Vorteile meint El-Erian: „Der Aussteig aus der Eurozone würde eine flexiblere Politik ermöglichen. Diese würde allerdings mit bedeutenden anfänglichen Schwierigkeiten im Wirtschafts- und Finanzsystem verbunden sein. Trotzdem bietet diese Möglichkeit bessere Aussichten auf eine anschließende, nachhaltige Erholung.“

Ein Festhalten am Euro verlange hingegen viele Jahre der Lohn- und Ausgabenkürzungen, um im Vergleich zu den anderen Euroländern wettbewerbsfähig zu werden.

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Kommentare

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  1. Sehel sagt:

    In der Ägäis vor den Küsten Griechenlands liegt für ca. 2000 Milliarden Euro reinstes Öl und die besten Gasvorkommen. Diese haben sich jetzt mit Absprache der alten Regierung Griechenlands die 4 Öl Mulits vertraglich abtreten lassen, für 2 Milliarden Euro…Grichenland ist eigentlich reicher als die gesamte EU….also ist der Euro Crash eine bewußte Krise welche von FED und CIA und der NWO inszeniert wurde.
    De facto kann von uns niemand mehr sein Kapital retten, nirgendwohin. Denn wenn die Banken zusammenbrechen, Geld kann man nicht Essen oder Trinken, auch mit Gold nicht…also jetzt vorsorgen, Dieses Jahr ist als Endzeit vorausgesagt.

  2. Hmmm sagt:

    Mittlerweile scheint die Erkenntnis angekommen zu sein, dass es einen seriösen Schuldendienst der Griechen nicht mehr geben wird. Also muss eine Staatspleite her. Aber wie, ohne die CDS-Bombe zu zünden?

    Da bleibt nur der Rückkehr zur Drachme und das gleichzeitige umrubeln der Forderungen in die neue Währung zum Startkurs. Dann können die Forderungen wenigstens nominal bedient werden und der Versicherungsfall tritt – streng genommen – nicht ein. Hier tritt übrigens auch der Bürgschaftsfall für D nicht ein bzw. kann von fähigen Juristen wegdiskutiert werden.

    Das einzige Problem wären dann noch die Banken, deren Forderungen mit wertlosem Geld bedient werden. Diese bräuchten dann eine Mega-Rettung, die wohl nur von der EZB glaubhaft darstellbar wäre.

  3. hunsrückbauer sagt:

    GR stellt die Zahlungen ein!
    Dann wird €-Land seinen Schwur leisten müssen oder untergehen!
    Merkel, Sarkozy und andere legen es anscheinend darauf an.
    provoziert es, man wird sehen, was passiert.

  4. Meinungsfreiheit sagt:

    Die Politiker in Deutschland haben in der Vergangenheit die Deutschen wissentlich betrogen und belogen, denn jedem mußte doch klar gewesen sein, dass durch die Einführung des Euro, die wirtschaftliche Stärke Deutschlands von den „Dolce vita“ Länder abgesaugt wurde. Dieser Vermögenstransfer der in Form von Krediten diesen Ländern gewährt wurde, steht heute kein Vermögenswert mehr gegenüber der noch pfändbar wäre.

    Wenn ihr deutschen Bürgern demnächst zur Kasse gebeten werdet, solltet Ihr euch die Namen der Politiker, die von 1998 bis heute im Amt waren, genau merken und sie zur Rechenschaft ziehen.

  5. Schwarzsauer sagt:

    PIMCO: „Aber wir sollten sie auch dazu drängen, ihr zyklisches Denken zugunsten einer Weltsicht aufzugeben, mit der die Probleme, die der momentanen Misere zugrunde liegen, besser verstanden und gelöst werden können.“
    http://de.pimco.com/DE/Insights/Pages/Ratlose-Piloten.aspx

    Da treten mal wieder selbsternannte Weltenretter auf die Bühne, die sie für die Welt halten. „Weltsicht“ ist natürlich die auf den Globus projizierte subjektive Wahnsicht von Bilderberg & Co.
    Kurzum: Schulden kaufen, in London verkaufen und unbegrenzt in Spielgeld umtauschen.
    Wahrlich, eine weltliche Sicht.

  6. tomorrow sagt:

    Bitte niemals vergessen, wer die Krise ausgelöst hat und sie steuert.
    Die Vielfältigkeit der Zusammenhänge, alleine in Bezug auf die Finanzen,
    sind derart unübersichtlich, so dass kaum jemand durchblickt, welche
    Aktion – welche Wirkung erzielt.
    Die einzigen, die noch den gewissen Überblick haben dürften sind die,
    welche den globalen Plan verfolgen.

    IWF, UNO/UNESCO, Fed, CoL, TriC. etc.

    Man darf mal fragen, was gewisse Osteuropäische Mitgliedsstaaten
    und vor allem die Bürger dieser Länder davon halten, vom IWF –
    bis zum geht-nicht-mehr erpresst zu werden.

    Griechenland, Rumänien, Ungarn stehen mit dem Rücken zur Wand
    und sollen ihren Bürgern zwangsweise völlig überzogene Sparmaßnahmen
    diktieren. Da kann man mal sehen, wohin diese „Politik“ der Weltbank führt.
    Afrikanische Staaten waren das Testgebiet für diese Maßnahmen.
    Jetzt geht es Europa an den Kragen.

    Die Protestaktionen sind legitim und notwendig. Aber viele Leute sterben
    bei dem Versuch, sich Gehör zu verschaffen.

    Was ist mit Italien? Da fragt kaum noch einer, wer zu welcher Mafia gehört.
    Das ist so und es interessiert dort auch kaum jemand. Wohl denn, das ist Gewohnheit.
    Die dort verantwortlichen wissen warum sie sich nicht kümmern, weil
    sie nicht irgendwann von einer Brücke baumeln wollen.
    Wobei Italien „nur“ von der EU abhängig ist.
    Genauso wie Spanien, Portugal, Irland etc.

    In Osteuropa geht der Punk richtig ab. Diese Länder müssen von
    wenig Substanz, Schulden aufnehmen und horrende Zinsen berappen,
    deren Zinslasten kaum zu Schultern sind. Wenn die Zahlungen nicht geleistet
    werden können, die Zinsen auf astronomische Werte steigen, fordert die IWF
    die absolute Einhaltung der Verträge.
    Dann ist Feierabend für die Menschen und letztlich gehört der Staat
    dem IWF.

    Vielen Dank auch an die Prot(z)agonisten, die das wollen und zulassen.

    Wäre ich ein Gutmensch oder sentimental, könnte ich mich aufregen, ärgern
    oder mir die Haare ausreißen. Das bin/tue ich aber nicht.
    Denn ich verfolge diese Gesamtentwicklung schon seit vielen Jahren.
    Mögen alle glücklich werden, jeder nach seiner Art.
    Mich wundert nix mehr. 🙂

  7. Kein Eurofan sagt:

    Meine bescheidene Empfehlung an die Griechen zur schnellstmöglichen Genesung. Erklärt euch zahlungsunfähig zu 100%. Die Gläubiger sollen alle ihre Forderungen ins Kamin schreiben, basta, Ende der Vorstellung. Bei Verbleib im Euro zusätzliche Unterstützung der Euro-Länder zur Ankurbelung der Wirtschaft, falls nicht, aus Euro austreten und wieder eigene Währung einführen.