Portugal-Bonds: Nervosität vor Auktion

Portugal wird am Mittwoch versuchen, Staatsanleihen mit einer Laufzeit von elf Monaten zu verkaufen. Schlechte Bonität, steigende Zinsen auf langfristige Papiere und steigende Preise für CDS machen einen weiteren EZB-Feuerwehreinsatz wahrscheinlich.

Zum ersten Mal seit Portugal unter dem Rettungsschirm ist, will das Land am Mittwoch Staatsanleihen mit einer Laufzeit von elf Monaten anbieten (mehr hier). Die Auktion wird mit großer Spannung erwartet. Am 6. April 2011 bot Portugal das letzte Mal portugiesische Anleihen an. Damals erreichten die Papiere Zinssätze von rund 5,90 Prozent.

Am Freitag stufte die Ratingagentur Portugal auf den Junk-Status herab. Seitdem tut sich so einiges am Staatsanleihenmarkt hinsichtlich portugiesischer Anleihen. Am Dienstag fielen die Durchschnittszinsen für zweijährige Anleihen um 81 Basispunkte auf 14,96 Prozent, nachdem sie zuvor um 311 Basispunkte gestiegen waren. Die Staatsanleihen mit einer Laufzeit von zehn Jahren kletterten gestern um 2,03 Prozent auf ein Allzeithoch von 14,48 Prozent. Am Dienstag fielen sie zwischenzeitlich auf 14,16 Prozent. Auch die Preise für Versicherungen gegen einen möglichen Bankrott Portugals (CDS) sind am Montag und Dienstag gestiegen.

„Zumindest 2012 wird Portugal nicht pleitegehen“, sagt Filipe Silva von der Banco Carregosa SA in Nordportugal der Nachrichtenagentur Bloomberg. „Es gibt etwas Optimismus“. Portugals Regierung muss 2012 Schulden im Wert von 17,4 Milliarden Euro zurückzahlen. Die portugiesischen Bürger halten fast 40 Prozent der gesamten portugiesischen Staatsschulden, teilte der IWF Ende Dezember in seinem Bericht mit.

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Kommentare

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  1. schlaumeister sagt:

    Die EZB im Hintergrund wird morgen einspringen, verdeckt agieren, damit die Aktion
    ein Erfolg wird. Tätarä, Tätarä, alles im grünen Bereich, Portugal ischt auf einem
    guten Weg.

  2. Schwarzsauer sagt:

    Schulden mit Schulden zu verkaufen, scheint das einzige Geschäft der Eurotologen zu sein.
    Ein Ideologie, die auf Wüstensand gebaut ist.

  3. Mr X sagt:

    Langsam reicht es,jeden Tag neue Hiobsbotschafften.
    Vor der Einführung des Euro waren unsere Probleme überschaubar,und jetzt?
    Das beste für Deutschland währe ein Austritt aus der Währungsunion.
    Doch dazu sagen ja die sogenannten Experten das währe fatal.
    BLÖDSINN! Zwar würde der Euro dann zerfallen,dafür müsste aber jedes Land für sich selbst gerade stehen,und auch für unsere Wirtschafft währe das nicht alzu schlimm.
    Denn diese verkauft ihre Produkte Weltweit,und nicht nur weil sie das Siegel Made in Germany tragen,sondern vor allem wegen der guten Qualität.Von daher würde sich das
    nach kurzer Zeit auf dem Markt wieder einpendeln.
    Und auch die Aussage das man dann ja wieder alle In bzw Exporte aus anderen Währungen umständlich und teuer umrechnen müsste halte ich für nicht haltbar,man könnte dann auf dem Markt alles in Dollar begleichen(welches diesen nebenbei überigens auch noch gut tuhen würde) .Von daher währe es das beste unsere DM die ja immer sehr stabil war wiedereinzuführen,als immer mehr neue Schulden zu machen die eh niemals jemand bezahlen kann.

  4. Munnie sagt:

    Die EZB wird Portugal wohl nicht im Stich lassen.

  5. khaproperty sagt:

    Zu Beginn kommen sie mit den ganz kurzen Laufzeiten.
    Da merkt man noch kaum etwas, da die Zinsen relativ nieder sind, denn sie gelten weil kurz als relativ sicher.

    Kommt dann auch noch der mehr oder weniger direkte Ankauf durch ein paar ordentliche (zu 33% deutsche) Milliarden der EZB dazu, dann ließe sich für die Dauer der Auktion (also ein paar Minuten, über die dann breit berichtet wird, als wäre für ewig alles in Ordnung) die Illusion eines „guten“ Kurses darstellen – für die Masse derer, die ohnehin nichts begreift.

    Mit Realität hat das alles nicht das Geringste zu tun – die spielt sich anderswo ab.