Italienische Notenbank bestätigt: Italien hat sich angesteckt

Die befürchtete Ansteckung von Kern-Europa in der Staatsschuldenkrise ist nach Einschätzung der italienischen Zentralbank bereits systemisch geworden. Damit scheint die von vielen befürchtete „Ansteckung“ durch das Griechenland-Drama Realität geworden zu sein.

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Die Schuldenkrise in der Eurozone breitet sich weiter aus. Die italienische Notenbank Banca d’Italia stuft in ihrem aktuellen Bericht die Probleme mit der Finanzierung der Staaten nun als Systemkrise ein. Auch Italien hat sich der Einschätzung der Banca D’Italia zufolge bei anderen Krisenstaaten angesteckt. Die Finanzierung der Staatsschulden habe sich in den vergangenen Wochen weiter erschwert.

Die Zinslast sei auf dem erreichten hohen Niveau nicht zu verkraften. Verantwortlich für die Verschärfung der Krise sei die wachsende Unsicherheit in der Eurozone.

Im dritten Quartal 2011 ist die Wirtschaft in Italien um 0,2 Prozent geschrumpft. Ersten Schätzungen der Notenbank zufolge, dürfte sich die negative Entwicklung auch im vierten Quartal fortgesetzt haben. Die steigenden Zinsen für Staatsanleihen verschärfen das Problem weiter.

Bleiben die Zinsen auf ihrem aktuellen Level, schrumpft die Wirtschaft in Italien dieses Jahr um 1,5 Prozent. Im Jahr 2013 würde das Wirtschaftswachstum stagnieren. Dies berechnete die italienische Zentralbank. Dabei hatte sich bei der vergangenen Auktion von Staatsanleihen vor wenigen Tagen der Trend sinkender Zinsen weiter fortgesetzt (mehr hier).

In einem zweiten, positiveren Szenario geht die Banca d‘Italia davon aus, dass die Zinsen auf das Niveau des vergangenen Sommers zurückkehren. In diesem Fall würde das italienische Bruttoinlandsprodukt in diesem Jahr um 1,2 Prozent sinken. Im kommenden Jahr wäre mit einem Wachstum von 0,8 Prozent zu rechnen. Die Zinsen werden jedoch nur dann sinken, wenn die EZB auf dem Umweg über die europäischen Banken weiter massiv Staatsanleihen auf dem Sekundärmarkt kauft. Daher ist davon auszugehen, dass Mario Monti (ITA) seinem Kollegen Mario Draghi (ITA) die gigantische Aufstockung des nächstens 3-Jahres-Tenders der EZB im Februar wärmstens empfehlen wird (es gibt Markt-Spekulationen, die von bis zu 10 Billionen Dollar frischem Geld sprechen – mehr hier).

In dem Bericht, dem diese beiden Szenarien entnommen sind, heißt es weiter: „Die Unsicherheit, in der Entwicklung der italienischen Wirtschaft ist mittelfristig extrem hoch. Sie hängt stark mit der Entwicklung der Schuldenkrise in der Eurozone zusammen.“

Der italienische Premierminister Mario Monti hatte Deutschland bereits aufgefordert, sich stärker dafür einzusetzen, dass die Zinsen für italienische Staatsanleihen nicht weiter steigen (mehr hier).

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Der Bericht der Banca d’Italia im Original (italienisch/englisch)

Kommentare

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  1. yvonne sagt:

    Und aus eben genau diesem Grund: „Die Unsicherheit, in der Entwicklung der italienischen Wirtschaft ist mittelfristig extrem hoch. Sie hängt stark mit der Entwicklung der Schuldenkrise in der Eurozone zusammen.“..müssen wir uns vom Euro trennen! Das sagt aber kein B(G)änkster !!

  2. knall fall sagt:

    bla bla bla hört endlich auf zu reden handelt.
    informiert euch übers leben im Mittelalter oder sogar Steinzeit,
    den da werden wir hin kommen.