Griechen-Poker: Papademos droht mit CAC

Beim Poker um den griechischen Haircut erhöht Premier Papademos den Druck auf die kleiner werdende Gruppe der unwilligen Gäubiger: Sie könnten mit einer Zwangsumschuldung (CAC) zur Zustimmung gebracht werden. 90% der Anleihen laufen unter griechischem Recht.

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Die Verhandlungen zum Schuldenschnitt sind nach einer Unterbrechung wieder aufgenommen worden. Angeblich gibt es sogar eine Annäherung. Worauf diese zurückzuführen ist, wird nun auch deutlich. Der griechische Ministerpräsident Lukas Papademos drohte in einem Interview mit der New York Times den privaten Gläubigern mit einem Gesetz zum Forderungsverzicht. Diese Zwangsumschuldung (Collective Action Clause) betrifft nur einen geringen Teil der Gläubiger. Besondere Schwierigkeiten sind hier von jenen Bond-Besitzern zu erwarten, deren Papiere unter britischem Recht laufen. Das sind aber nur 10% der Gläubiger.

Trotzdem ist Lucas Papademos zuversichtlich, dass es nicht zu einer gesetzlichen Regelung kommen müsse. Auch von mehreren Gläubigern gibt es bereits Signale für eine Einigung. So sagte Bruce Richards, Hedge Fonds Manager von Marathon Asset Management, dass der eine Einigung kurz bevor stünde (mehr hier). Ihm zufolge würden die Gläubiger sogar einem 68 % Schuldenschnitt zustimmen. Diesen Gläubigern liegt offenbar an einer Einigung, weil in ihrem Fall die CDS nicht ziehen würden. Auch Pimco Chef El Erian hatte eine Zwangsumschuldung empfohlen (mehr hier).

Am Nachmittag wollen die Vertreter des Internationalen Bankenverband IIF und der griechischen Regierung die Gespräche wieder aufnehmen. Eine Einigung im Schuldenschnitt ist die unbedingte Voraussetzung, damit Griechenland die nächste Tranche erhält (mehr hier).

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Kommentare

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  1. Munnie sagt:

    „Diesen Gläubigern liegt offenbar an einer Einigung, weil in ihrem Fall die CDS nicht ziehen würden.“

    Ich dachte, genau war das Druck-Instrument der Gläubiger – die DCS – um nicht einem so hohen Schuldenschnitt zustimmen zu müssen.
    Und jetzt haben die Gläubiger ein Interesse daran, die CDS nicht zum Tragen kommen zu lassen?
    Versteh ich nicht.

  2. khaproperty sagt:

    Unnötig kompliziert:
    CAC gibt es im Euro nicht. Erst ab 2013 in Euro erwogen.

    Natürlich kann Griechenland prinzipiell erklären, was es will:
    – Pleite,
    – Vorschlag zu Restrukturierung (=Umschuldung) oder
    – “ l.m.a.A.“, etwa.

    Letztlich sollte es darauf hinauslaufen, daß Zahlungsunfähigkeit erklärt wird.
    Dann verhandelt es sich auch besser.
    Die Vorteile für GR:
    – Ist der Ruf erst ruiniert (was bereits der Fall ist), lebt es sich ganz ungeniert.
    – Eine Restrukturierung ist nicht mehr erforderlich oder einfacher.
    – Der Übergang in die nationale Währung ist frei von Altlasten.
    – Ein neuer Anfang ist ein neues Leben – für alle, vor allem die Griechen.

    All das Gerede auf allen Seiten ist nur Spiegelfechterei, um hinterher Schuldzuweisungen an andere vornehmen zu können. Alte politische Praxis.

  3. Helmut Josef Weber sagt:

    Was interessiert eine Regierung, nach welchem R e c h t sie etwas mit einem Vertragspartner vereinbart hat, wenn es darum geht an das Geld der Anleger zu kommen?
    Auch in Deutschland werden irgendwann (wie in einigen anderen EU-Ländern bereits geschehen) z. B. die privaten Rentenversicherungen beschlagnahmt.

    Viele Grüße
    Helmut Frerick

    • bauer vom hunsrück sagt:

      naja, beschlagnahmt vielleicht nicht, aber angerechnet, denn immerhin werden/wurden sie ja staatlich gefördert….
      genauso wie das eigene haus, das mit 7b, 10e, etc. gefördert wurde, oder das kindergeld, das es gab,
      oder die GKV, wo früher die ganze familie mitversichert war

      das nicht anzurechnen ist doch ganz klar unsozial – oder?
      da gibt´s jede menge staatliche subventionen, die einige sich in die taschen stecken und dann wollen sie im alter nix mehr davon wissen……

      pfui bäh,

  4. der Bauer vom Hunsrück sagt:

    hut ab!
    der Mann scheint mit allen Wassern gewaschen.
    Wenn das in Gänze und zum Vorteil GR durchgeht, explodiert der €-Kurs und der $ ist platt.

    • MacKiwiNZ sagt:

      Na dann drücken wir doch alle Daumen die wir noch haben! Wird eh Zeit, dass der US-Dollar dahin geht wo er hingehört! Zusammengeklebt und aufgewickelt als Rolle Klopapier!

      • der Bauer vom Hunsrück sagt:

        nä!
        wer dieses altpapier schon alles in die finger hatte, da hole ich mir doch keine pickel an den a….

        lieber nehme ich die kratzqualität von stern oder spiegel

  5. Gast sagt:

    Wer droht noch wem auf dieser Welt?

    „Fitch droht Euroländern mit Abstufung“
    Fitch hatte die Euro-Mitglieder Spanien, Italien, Irland, Zypern, Belgien und Slowenien im Dezember als Kandidaten für eine Herabstufung unter verschärfte Beobachtung genommen und überprüft seitdem deren Länder-Ratings.

    Für Monti brechen jetzt langsam griechische Zeiten an. Das ist nicht so schlimm denn der IWF plant ja nun sich auf 500 Milliarden aufstocken zu wollen, was Italien dann helfen dürfte. Hoffentlich geben die nicht EU-Länder der Welt dem IWF freiwillig soviel Geld sonst macht es „Fitch“ und Italien kann sich mit den Griechen die Hand reichen und die erste europäische Pleiteunion gründen.

    Ach, immer diese Drohungen ……….

  6. paloma sagt:

    eine einigung im schuldenschnitt ist unbedingte voraussetzung,damit der deutsche steuerzahler weiterhin für griechische banken zahlen darf.

    • MacKiwiNZ sagt:

      Für griechische Banken? Eher für deutsche und französische Banken, die vor vielen Jahren die griechischen Banken kauften! Allen voran die DEUTSCHE BANK!

      Sicher, die Griechen müssen ihr System restrukturieren um wieder auf die Beine zu kommen, aber von dem „Hilfspaket“ sieht der griechische Staat recht wenig!

      Wir Steuerzahler zahlen einzig und allein für UNSERE Banken und nicht für die griechischen! Es gibt keine griechischen Banken mehr. Das sind alles Töchter von deutschen und französischen Banken!

      • Werner sagt:

        „…aber von dem “Hilfspaket” sieht der griechische Staat recht wenig!…“

        Immerhin „bezahlt“ das Hilfspaket Zins und Tilgung ihrer Schulden sowie ihr Haushalts-Defizit !
        Aber wenn das „wenig“ ist können wir es ja auch gerne bleibeen lassen. Ist sowieso meine Meinung. Und die Griechen müssten sich dann auch nicht für unsere Hilfe bedanken.

        • spion und spion sagt:

          – Wenn Griechenland ausfällt, ist allen voran die französische Bank Societe Generale dran mit ihren Tonnen von Griechenanleihen.
          Dann sähe Frankreich alt aus.
          Griechenland wird vorgeschoben, um zu verdunkeln, wer hier wirklich gestützt wird.

          • MacKiwiNZ sagt:

            Genau das scheint Werner nicht zu begreifen. Es geht und ging nie um Griechenland oder die anderen Mittelmeerstaaten. Es geht um eine versteckte Bankenrettung!

          • Wachstumswahn sagt:

            @ Werner

            Auch ich stimme MacKiwiNZ zu, der bemerkt, dass Sie wohl das Wichtigste noch immer nicht begriffen haben, wenn Sie schreiben:
            „Immerhin “bezahlt” das Hilfspaket Zins und Tilgung ihrer Schulden.“
            Genau darum geht es: Wer bekommt denn Zins und Tilgung?
            Der kleine Mann eher selten.
            Die griechische und europäische Hochfinanz um so mehr.
            Da fließen also in Wirklichkeit die Rettungsgelder hin.
            Der Bild-Zeitungs-Leser erfährt das leider nicht, und selber denken ist ja auch viel zu anstrengend…

            Schade. Aber immer mehr Menschen wachen auf. Das macht Hoffnung, dass eines Tages die Drahtzieher zur Kasse gebeten werden.

      • spion und spion sagt:

        – Wenn Griechenland ausfällt, ist allen voran die französische Bank Societe Generale dran mit ihren Tonnen von Griechenanleihen.
        Dann sähe Frankreich alt aus.
        Griechenland wird nur vorgeschoben, um zu verdunkeln, wer hier wen stützt.