Otmar Issing: Das Schlimmste haben wir schon hinter uns

Während EZB, IWF und die EU verzweifelt um Griechenland und den Euro kämpfen, überrascht der ehemalige Chefvolkswirt der EZB, Otmar Issing, mit der Aussage, dass bereits genug getan worden sei – die Wende in der Krise sei geschafft.

„Ich denke, den Höhepunkt der Krise haben wir hinter uns gebracht“, sagte Otmar Issing am Dienstag in einem Interview mit der CNBC, „denn seit all die Probleme öffentlich geworden sind, hat sich vieles geändert, vieles wurde getan.“ Otmar Issing ist ehemaliger Chefsvolkswirt der EZB und unter anderem seit 2007 als internationaler Berater bei Goldman Sachs tätig. Das Downgrade durch die Ratingagentur Standard & Poor’s sei nämlich „zu einem Zeitpunkt gekommen, als die Dinge sich gerade besserten“, so Issing.

Positiv sieht Otmar Issing auch die Entwicklungen in Italien und Griechenland. Die neue italienische Regierung habe „gänzlich den Kurs geändert“. „In ein paar Wochen“ würden endlich die Reformen umgesetzt, auf die die Welt schon seit Jahren warte.“ Wenn Griechenland „vor einem Jahr Pleite gegangen wäre, hätte es eine Ansteckungsgefahr für Irland, Italien etc. gegeben“, so Issing. Das von Griechenland ausgehende Risiko einer Ansteckung inzwischen aber „ist enorm gefallen“.

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Kommentare

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  1. Gast sagt:

    Der gute Mann ist mit Scheuklappen gesegnet.

  2. Albert Albern sagt:

    Um eine Wende in der Krise zu schaffen, müssten wir die Krise verstehen – mit der Krise sozusagen vertraut sein…

    Natürlich steckt die Krise in dem verwegenen Geldumlauf, den wir nicht so harmonisch beherrschen, wie der Hirte seine Herde.

    Wir haben eine Elite an Egoisten geschaffen, die das Geld ganz anders laufen lassen, als sich dass die Wirtschaftsgurus vorstellen.

    Früher wurde das Geld einfach nur angehäuft, so dass es nicht mehr in den Umlauf kam und die Massen verarmten. Heute lässt man das Geld durch filigrane „Kanäle“ laufen, die an der Wirtschaft und an dem Staat vorbeiführen, so dass es nicht mehr in den Umlauf kommt. Und die Massen werden immer ärmer…

    Was man früher mit autoritärer Gewalt bewerkstelligen musste – den Armen das Geld weg zu nehmen, damit sie noch ärmer sind, schafft man heute ganz friedlich durch Tricks.

    Wir haben (noch) keine ausgedehnte Wirtschaftskrise, sondern wie wir seit geraumer Zeit sagen: eine „Finanzkrise“. Somit sind die Diagnosen der verschiedenen Fachleute so ziemlich zutreffend.

    Unser Geld steckt in der Krise!!!

    • Albert Albern sagt:

      Natürlich könnte man auch genauso wahrheitsgemäß behaupten:

      Das Geld steckt hinter der Krise!!!

  3. Haikubehindert sagt:

    das heisst übersetzt nur, Griechenland wird fallen (gelassen) -Habt keine Angst, es wird gerettet wer kann.