Griechenland: Firmen entlassen massiv Mitarbeiter

Die Arbeitslosigkeit wird weiter steigen. Die Unternehmen reagieren auf die anhaltende Rezession mit einem drastischen Personalabbau. Sieben von zehn Unternehmen wollen Mitarbeiter entlassen und Lohnkürzungen vornehmen.

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Eine aktuelle Personalumfrage der ICAP People Solutions ergab, dass rund 70 Prozent aller Unternehmen Griechenlands in den nächsten Monaten einen massiven Personalabbau plant. Die Zeitung Kathimerini schreibt, dass ein Drittel der Firmen im gleichen Zeitraum beabsichtigt, zusätzlich Lohnkürzungen vorzunehmen.

Bis zum jetzigen Zeitpunkt hatten schon zwei von drei Unternehmen irgendeine Form von Sparmaßnahmen eingeführt. Doch wie der Bericht ergab, konnten Unternehmer damit ihr Ziel, die eigenen Ausgaben zu reduzieren, nicht zufriedenstellend umsetzen. So wurde bisher selten Gebrauch von Kürzungen der Arbeitszeiten gemacht – das steht nun für viele Unternehmer an erster Stelle. Giorgos Haros, Geschäftsführer bei ICAP People Solutions geht davon aus, dass sich dieser Trend in den nächsten drei Monaten verstärkt durchsetzen werde.

Wie die Umfrage zeigt, geht der Großteil der griechischen Unternehmer davon aus, dass nur noch radikale Methoden – wie der Personalabbau – Effekte zeigen werden. Damit wird der jüngste Rekordwert der Arbeitslosenquote von 18,2 Prozent demnächst wohl erneut ansteigen. Schon heute ist jeder zweite Jugendliche arbeitslos (mehr hier).

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Kommentare

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  1. vdbr2006 sagt:

    Das alles ist geplant und wird inszeniert, um uns allen, vor allem in Deutschland, zu zeigen, was man mit uns vorhat. Politiker, Bankster und „Manager“ – eine üble und höllische Truppe, ohne Gewissen und Herz. Der Untergang jedweder Kultur und der – völlig wissentlich und gewünschte Rückfall in das finsterste Zeitalter – eine „neue Welt“ von Rothschilds Gnaden – die Hölle auf Erden eben !!!
    Und unsere „Angie“ als Streiterin des Teufels in vorderster Front – arme, arme Welt !
    Glaubt ihr wirklich, daß die nicht wissen, was sie anrichten ????????

  2. Krisenbeobachter sagt:

    Das kann nicht sein, das alle Griechen als Miniunternehmer und im Tourismus so vor sich hin wirtschaften wie dieser Artikel zeigt:

    http://pagewizz.com/grosse-haie-kleine-fische-oder-wer-hat-die-groesste-geldboerse/

    Offensichtlich wird die Bedeutung der griechischen Volkswirtschaft überschätzt zumal dann wenn sie schecht geführt wird.

    Papandreou hat schon lange einen amerikanischen Pass …
    Soweit die Griechen nicht in der Lage sind ein Kataster zu führen und Steuern zu bemessen und einzutreiben können die normale Verhältnisse vergessen.

    • Hans-Peter sagt:

      Klar gibt es in Griechenland solche Reeder und Milliardäre.Aber 90% der Griechen arbeiten z.B. im Sommer 6 Monate durch.Ohne Pause,Non-Stop jeden Tag Mo-So von 7 Uhr früh bis Mitternacht.Ihre einzigen freien Stunden sind die Nachmittags-Siesta 14-17 Uhr.

      Dafür ist natürlich im Zeitraum November-April überhaupt nichts los.

      Im Grunde genommen haben Länder wie Griechenland oder Portugal überhaupt keine relevante Wirtschaft.Sie sind vollkommen bedeutungslos.
      Dazu kommt das die Südländer wie bereits erwähnt nie ihrem Staat und den von den US-Amerikanern ausgebildeten Politikern (im Rahmen des Nato-Gladio-Planes für Südeuropa seit den Fünfziger Jahren) vertraut haben.In Griechenland z.B. wollten die Menschen nur so schnell wie es ging und vor dem nächsten,ihnen aufgezwungenen Krieg/Krise ein paar Sicherheiten schaffen.Wie z.B. Eigenheim und sonstige Immobilien (Land,Geschäftsimmobilien in der Stadt u.s.w.).Da wurde natürlich am Steuerzahlen gespart.Dumm oder doch schlau?

      Vielleicht deswegen werden sie am Ende auch viel besser wegkommen als z.B. wir Deutsche.Als „Schwergewicht“ hat unsere übelst Export-abhängige Wirtschaft eine weit aus heftigere Fallgeschwindigkeit als die der Griechen oder der Portugiesen.Hinzu kommt das uns Deutsche das Häusle-Bauen abgewöhnt wurde.Lieber alles in Urlaub und Konsum stecken.Den Rest nicht etwa in Immobilien anlegen sondern schön brav auf dem Konto sparen damit es jetzt im Zuge der Finanzkrise weginflationiert werden kann.

      So schafft man ein riesiges Potential an braven Sklaven die für einen Hungerlohn mit Mini-und Teilzeit-Jobs malochen.

  3. squarepusher sagt:

    Das ist eine Begleiterscheinung in der grossen Krise. Kommt hier auch noch.. Nur später! Wollte man Griechenland wirklich „retten“, müsste man echtes Geld in die Hand nehmen, das den Griechen geschenkt würde, gepaart mit einem totalen Forderungsverzicht weltweit. Erst dann könnte GR gesunden, darf aber nicht in die alten Fehler zurückfallen und das Geld an alle verteilen, die die Hand aufhalten. Erst wenn Arbeitsplätze und ein gesundes Wachstum entstehen, kann man langsam die soziale Siutation angemesen verbessern. Ist aber ein laaaanger Weg. Siehe Deutschland nach dem 2. Weltkrieg.

  4. Hans-Peter sagt:

    Das dürfte aber in Griechenland sehr schwierig sein.Außer sehr wenigen (meistens deutschen Firmen wie Siemens,HochTief oder Telekom) gibt es in Griechenland nur 1-5 Mann-Betriebe.

    Vor der Krise 2008 gab es knapp 1 Millionen dieser Klein-und Kleinstbetriebe.Heuer sollen es immer noch über 800.000 sein.Von den 5 Millionen Arbeitnehmenr in Hellas sind die meisten Selbstständig und z.B. im Tourismus tätig bzw. abhängig.Vom Taxi-Fahrer,über dem Kiosk-Besitzer zum Tauchlehrer.Und natürlich die vielen (eigentlich die meisten) Griechen die ihre Zimmer im Sommer an die Touris vermieten.

    Also was soll da „gestürmt“,welches „Management“ soll da verjagt werden?In all der Anti-Griechenland-Hetzjagd in unseren Medien wurde nicht ein einziges Mal auf die tatsächlichen wirtschaftlichen Begebenheiten dort eingegangen.

    Im Gegensatz was hierzulande über das Volk der Hellenen verbreitet wird sieht die Wahrheit ganz anders aus.Wenn es ein Volk gibt das sich niemals auf den Staat verlassen hat dann die Griechen.Das Vertrauen zu ihren Regierungen post-1974 war niemals gegeben.In Italien,Spanien oder Portugal (alles post-1974/1980 Demokratien) sah das nie anders aus.Die Menschen in diesen Ländern wissen sehr genau wie Korrupt ihre Politiker sind.Deswegen gibt es in Italien,Hellas,Spanien,Portugal auch den Drang sich sofort ein Eigenheim und weitere Immobilien zu kaufen um diese als Altersvorsorge und Sicherheit zu haben.Auf die staatlich „garantierte“ Rente wird nicht vertraut.

    Die Griechen werden sich also nicht lange damit aufhalten „große Firmen“ zu stürmen die es schon jetzt (und seit dem Eintritt in den Euro) nicht mehr in Hellas gibt.
    Irgendwann werden Papadimos,Papandreou und und ihre Bagagen das Parlament vom Dach aus in einem Hubschrauber verlassen weil sie schon sehr bald alle die Anklagen des Volkes und auch die Anschuldigungen der erstaunlicherweise recht vielen,ehrlichen Staatsanwälte nicht mehr ignorieren können.

    Dann heißt es nämlich für sie Knast oder Abhauen.Und was Ich von meinen griechischen Freunden höre wird das nicht mehr lange dauern.Nur wir hier in Deutschland weisen immer noch eine merkwürdige Mischung aus Angst und Gutgläubigkeit auf und glauben Merkel,Bild und Deutsche Bank mehr als unserem gesunden Menschenverstand.