Eskalation in Griechenland: Kommunisten stürmen Verhandlungs-Saal

In Griechenland nimmt der Protest zunehmend extreme Formen an: Ein Trupp der kommunistischen Gewerkschaftsfront PAME stürmte einen Saal, in dem die Verhandlungen zwischen Arbeitgebern und Gewerkschaftsdachverbänden stattfanden und zwangen die Gewerkschafter, den Raum zu verlassen.

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Am Mittwoch waren die Lohnverhandlungen zwischen den griechischen Arbeitgebern, dem Industrieverband SEV sowie den Gewerkschaftsdachverbänden der Privatwirtschaft GSEE und GSEVEE gerade angelaufen. Es sollte auch über weitere Sparmaßnahmen gesprochen werden. Als gerade die ersten Positionen ausgestauscht wurden, stürmte plötzlich ein Trupp der linksradikalen „Militanten Arbeiterfront“ PAME in den Verhandlungssaal und zwangen die anwesenden Gewerkschafter, den Saal zu verlassen.

Wie die Zeitung Kathimerini berichtet, waren rund 100 Protestler der kommunistischen Gewerkschaft an der Aktion beteiligt. Einige von ihnen trugen Transparente mit der Aufschrift „Hände weg von Löhnen und Renten“. Inhalt der Gespräche waren mögliche Senkungen des Mindestlohns und Lohnkürzungen. Die Verhandlungen mussten abgebrochen werden. Bisher ist nicht bekannt, wann die Verhandlungen wieder aufgenommen werden sollen.

Zuvor hatte die Regierung ihren Druck auf die Gewerkschaften und Arbeitgeber weiter erhöht. So werde letztendlich die Regierung eine Gesetzesänderung über neue Lohnregelungen verabschieden, wenn beide Parteien nicht zu einer Einigung kommen, so die griechische Zeitung Kathimerini. Papademos sagte, Griechenland müsse seine Wettbewerbsfähigkeit, wie von der Troika eingefordert, verbessern: Eine Möglichkeit sei die Löhne zu senken. Die GSEE plant dies über die Senkung der Lohnnebenkosten zu realisieren – also mit der Verlagerung von Sozialabgaben auf die steuerzahlenden Erwerbstätigen.

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Kommentare

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  1. ella sagt:

    Griechenland spart fleissig.Darum bekomme ich (OP-Schwester in Griechenland mit 2 Kindern,verheiratet)fuer meinen 8Std.tgl./40 Std.pro Woche- Job 640Euro pro Monat Netto.Dazu kommen erhoehte Benzin+Heizoel-Preise,extra Steuern fuer ein 30Jahre altes,laengst abbezahltes Haus(diese Steuer wird ueber die Stromrechnung eingetrieben-wer nicht zahlt bekommt keinen Strom)und noch viele Extras mehr.Ich glaube nicht,dass wir auf dem richtigen Weg sind.Auf jeden Fall war wohl alles so geplant und wenn es weiter nach Plan laeuft,erreichen wir das Mittelalter mit grossen Schritten….

  2. hunsrücker bauer sagt:

    wäre es ein film und der regiseur, hieße es

    und äktschn