Italien: Mit 50 Milliarden Euro Top-Kreditnehmer der EZB

Fast eine halbe Billion Euro verlieh die EZB im Dezember über den 3-Jahres-Tender. Italiens Banken waren die Hauptkreditnehmer. Allein die UniCredit lieh sich 12,5 Milliarden Euro. So konnten die italienischen Banken kräftig Staatsanleihen kaufen.

Aktuell
Hedge-Fonds wollen Griechenland verklagen

Die großen italienischen Banken haben beim 3-Jahres-Tender der EZB zusammen über 50 Milliarden Euro abgehoben. Das berichten Analysten von Morgan Stanley in einem Bericht. Damit haben sie insgesamt am meisten Geld durch den Tender aufgenommen. Allein UniCredit nahm 12,5 Milliarden Euro über diese langen Kredite auf, gefolgt von Intesa Sanpaolo mit 12 Milliarden Euro und Monte dei Paschi di Siena mit 10 Milliarden Euro. Der Financial Times zufolge sind damit 90 Prozent ihres Finanzierungsbedarfs für 2012 gedeckt.

So lassen sich auch sehr schön die sinkenden Zinsen für italienische Anleihen in der vergangenen Woche erklären (mehr hier). Die meisten der italienischen Bonds werden von den Geldinstituten in Italien selbst gekauft. Entsprechend der Vorstellung Draghis, wofür der Tender zu nutzen ist (mehr hier), haben die italienischen Banken ordentlich zugelangt und so den Kauf von Italiens Anleihen finanzieren können (Spanische Banken nutzten dafür die Notkredite der EZB – mehr hier). Und wo es nicht reicht, da hilft die EZB einfach nochmal nach (mehr hier).

Desweiteren hat beispielsweise die Royal Bank of Scotland über ihre niederländische Niederlassung 5 Milliarden Euro durch den Tender geliehen, so Morgan Stanley. Spanische Banken haben 25 Milliarden des 3-Jahres-Tender angezapft und können damit rund ein Drittel ihres Finanzierungsbedarfsfür das Jahr 2012 abdecken.

Die meisten französischen und deutschen Banken haben keine Angaben darüber gemacht, ob sie den Tender der EZB genutzt haben und in welcher Höhe. Experten, so die Financial Times, gehen jedoch davon aus, dass die möglichen aufgenommenen 3-Jahres-Kredite der französischen und deutschen Banken nicht höher waren als die der italienischen Banken.

Im Februar will die EZB einen zweiten 3-Jahres-Tender anbieten. Morgan Stanley erwartet, dass dann ebenfalls mehr als 400 Milliarden Euro in Anspruch genommen werden.

Mehr zum Thema
Draghi hilft Monti: Gerüchte um Kauf von Italien-Bonds durch EZB
US-Ratingagentur stuft Deutschland herab
Eskalation in Griechenland: Kommunisten stürmen Verhandlungs-Saal

Kommentare

Dieser Artikel hat 3 Kommentare. Wie lautet Ihrer?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

  1. Sergio sagt:

    Das Schneeballsystem wird weiter gefüttert. So soll mit neu bedruckten Papier weitere Schrottanleihen gekauft werden. Genialer Plan, aber geht er auch auf? Wollen Banken wirklich Schrott kaufen? Ist das eigentliche Problem nicht dass keiner den Staaten Geld leihen will? Der jetzige Umweg die Staaten über die Banken zu finanzieren wird nicht lange funktionieren. Der nächste Schritt des Schneeballsystems ist dann die direkte Finanzierung der Staaten durch die EZB…ist ja alternativlos,versteht sich doch von selber!

    Gold als Anlagealternative m.E. unschlagbar.

  2. vegaman sagt:

    interessante Theorie…. mal kurz nachrechnen:
    D+F+I = 3*50Mrd = 150 Mrd hmmm….. fehlen da nciht noch 350 Mrd? Wer hat die denn bekommen? US-Banken, GB-Banken? Aliens?

  3. schlaumeister sagt:

    Geld wird geschaffen, um von der Lügensituation abzulenken. Banken bekommen
    billigst Geld, kaufen Staatsanleihen, mit eben diesem Geld, damit es nicht so
    aussieht, als schmeißt Draghi das Geld einfach auf die Straße. Banken verdienen
    ohne Gegenleistung – ist geschickt eingefädelt – die eierlegende Wollmilchsau
    auf Rädern mit Turboantrieb.