Banken kaufen gerne Frankreich-Bonds

Bei der ersten Auktion nach der Herabstufung durch Standard & Poor's herrschte hohe Nachfrage nach französischen und spanischen Staatsanleihen. Hauptverantwortlich dafür ist einmal mehr die Geldschwemme durch die EZB.

Bei der ersten Auktion von Staatsanleihen nach der Herabstufung durch Standard & Poor’s nahm Frankreich neue Staatsschulden im Wert von acht Milliarden Euro auf. Die Nachfrage nach französischen Anleihen war bei zweijährigen Anleihen doppelt so hoch wie das Angebot.

Die französischen Anleihen mit einer Laufzeit von vier Jahren waren dreifach überzeichnet. Aufgrund der hohen Nachfrage musste Frankreich leicht niedrigere Zinsen bezahlen als bei der vergangenen Ausgabe.

Auch Spanien erzielte bei seiner zweiten Auktion in dieser Woche ein gutes Ergebnis. Ursprünglich war dafür ein Volumen von 4,5 Milliarden Euro geplant. Tatsächlich gab Spanien Staatsanleihen im Wert von 6,6 Milliarden Euro aus.

Es profitierte dabei im Vergleich zur letzten Auktion Ende 2011 von deutlich gefallenen Zinsen. Die Zinsen bei zehnjährigen Anleihen fielen von sieben auf 5,403 Prozent. Bereits Anfang der Woche hatte Spanien von gesunkenen Renditen profitiert.

Experten zeigten sich einig darüber, dass der Hauptgrund für die guten Ergebnisse der Auktionen in der aktuell Politik der Europäischen Zentralbank liegt (mehr hier). Die EZB hält die Liquidität besonders hoch und finanziert auf diesem Umweg die Schulden der Eurostaaten (mehr hier).

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Kommentare

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  1. sebastian sagt:

    Neues Thema: Einkaufen

    Hallo ich weis das Mitte dieses Jahres ein Komplett neues Einkaufssystem nach Deutschland kommt, was wirklich seriös ist und nicht wie diese 0,50 cent rückwärtsauktionen was die menschen nur das Geld aus den Taschen zieht.

    Schaut einfach mal rein und lasst euch überraschen.

    Die Seite heißt http://www.CheapMe.de

  2. Karl Heinz sagt:

    Viele Männer finden die Butter im Kühlschrank nicht, dass werden Massen von Frauen bestätigen können. Warum ist das so? Weil sie die Butter tatsächlich -nicht- sehen -können-.

    Diagnose – Tunnelblick.

    Warum bemühe ich diesen Vergleich? Weil die bloße Beobachtung der EZB zur Beurteilung der Lage nicht ausreicht.

    Die EZB steht als Zentralbank nicht für sich alleine. Sie ist eingebettet ins FED-Dollar-System. Will heißen – die EZB refinanziert sich teilweise in Dollar.

    Es ist nach meiner Einschätzung viel weniger Deutschland, das den Euro „rettet“, sondern vielmehr Heli-Ben, der wahrscheinlich die ominösen 500 Mrd. Euro, zum Kauf von EU-Staatsanleihen „abgeworfen“ hat.

    Ein siechender Euro ist für die USA viel nützlicher als ein toter. Crasht der Euro, haut es den Dollar sofort mit um.

    Solang der Euro vor sich hindümpelt, kann man mit gedruckten Dollars Realwerte aufkaufen. Besonders zur Privatisierung freigegebenes Staatseigentum und Infrastruktur.

  3. tomorrow sagt:

    Ich kaufe Lebensmittel, Konserven und Brennstoff.
    Staatsanleihen stehen mit Sicherheit nicht zur Debatte. Die kann kaufen wer will und nicht weiß, was er mit seinem Vermögen sonst noch anfangen kann.

    Wenn sich alles nach vernünftigen Gesichtspunkten verbessern statt verschlechtern würde, dann könnte man diesen ganzen Finanzquatsch unter „Ulk“ verbuchen.
    Dem ist aber nicht so und es wird noch eine Weile so weitergehen. Zu unserem Leid.

    Das ganze Theater hat nichts gutes für sich. Nur mehr geschwärzte Seiten kommen dabei heraus. Wenn das alles ist …

  4. Adept sagt:

    Das ganze ist ein Kettenbrief: Die EZB gibt den Banken Geld gegen 1% Zinsen, diese kaufen Staatspapiere mit 4%,5% etc Zinsen. Kein Euro dieser Gelder hat etwas mit der Realwirtschaft zu tun, das ist alles Spielgeld.
    Bei den vorausgesagten 10 Billionen sind das dann jährlich 40…50…etc Milliarden an Zinsgewinnen für die Banken, hinter denen kein einziger produktiver Arbeitsplatz steht.
    Man versucht, die maroden Banken auf diese Weise zu regenerieren.

    Die weiter steigenden Staatsschulden müssen aber vom Steuerzahler real bezahlt werden – und das ist der Haken. Das Hochsteuergebiet Europa haben fertig, da geht nichts mehr, jede Steuererhöhung wirkt jetzt kontraproduktiv.
    Zu Tode sparen geht nicht, nirgends, nicht bloß in Griechenland , Italien , Portugal etc nicht.
    Die politischen Hasardeure in den europöischen Regierungen fechten ihr letztes Gefecht – und werden dabei untergehen, auch in Berlin.

  5. schlaumeister sagt:

    Das ist ein Perpetuum Mobile: In der Physik eine Utopie, am Finanzmarkt jetzt
    Wirklichkeit. Man schöpft Geld aus dem Nichts und gibts den Banken fast gratis,
    damit diese Anleihen kaufen und daran verdienen, damit die Flucht aus den
    Anleihen gestoppt wird. Das ist Geldverdienen ohne Gegenleistung, das Super-
    geschenk für die notleidenden Banken und die Abwendung der Staatspleite
    durch Bondcrash. Wie lange kann das gutgehen, bevor der Widersinn die
    Währung selbst zerstört?

  6. FDominicus sagt:

    Nun ja Geld zu 1 % zu bekommen und dann selbst zu 5% anlegen ist nicht so sonderlich schwierig. Aber billiges Geld ist eh nur das Endstadium dieses Scheingeldsystems. Somit kauft mal schön die Anleihen von Frankreich.