Inflationsangst: Anleger flüchten in geschützte US-Anleihen

US-Anleger stürzen sich im großen Stil auf inflationsgeschützte Anleihen. Das zeigt die Nervosität der Investoren: Sie rechnen mit Geldentwertung. Die Papiere wurden erstmals mit Negativzinsen gehandelt.

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Zum ersten Mal gingen am Donnerstag inflationsgeschützte US-Anleihen (Treasury inflation protected securities – TIPS) zu Negativzinsen über den Tisch. Die geschützten Papiere im Wert von 15 Milliarden Dollar wurden zu Negativzinsen von 0,046 Prozent gekauft. Bei jeder Zinszahlung wird hier der festgelegte Anleihe-Nominalzins mit dem Preissteigerungsindex multipliziert: Daraus ergibt sich ein höher ausgezahlter Zins. Bei der Fälligkeit  wird in gleicher Weise mit dem Nominalbetrag verfahren. Dieser wird mit dem Inflationsindex multipliziert und ergibt so den Rückzahlungsbetrag.

Doch trotz der Negativzinsen können die Investoren Gewinne mit diesen inflationsgeschützten Anleihen erzielen. Steigt die Inflation, steigt ja entsprechend auch die Kreditsumme der Anleihen. Die Investoren nehmen „die kurzfristigen Kosten für mögliche langfristige Gewinne“ in Kauf, so Bill O’Donnell, Stratege bei RBS Securities.

Doch nicht nur die TIPS – auch andere amerikanische Schatzbriefe erfreuen sich aufgrund der Turbulenzen in der Eurozone immer größerer Beliebtheit (mehr hier). Da festverzinsliche US-Schatzbriefe derzeit ebenfalls sehr niedrige Zinsen erzielen, bieten die TIPS mehr Sicherheit: Bei den festverzinslichen Anleihen liegen die Zinsen derzeit unter der Inflationsrate.

Die am Donnerstag veröffentlichten, amerikanischen Verbraucherpreise zeigten eine Jahreskernteuerung von 2,2 Prozent. Die Lebensmittel- und Energiepreise werden hier heraus gerechnet, da sie starken Schwankungen unterliegen. Und die Investoren, dafür spricht auch die hohe Nachfrage nach TIPS, rechnen mit einer noch höheren Inflation. Besonders das „Operation Twist Programme“ der FED wird hierfür verantwortlich gemacht. Durch den Kauf von langfristigen Anleihen versucht sie, die Zinsen niedrig zu halten und das wirtschaftliche Wachstum zu steigern. Niedrige Zinsen für US-Papiere und Inflationsangst sind die Folge.

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Kommentare

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  1. Brainsworld sagt:

    Wär dat schön wenn ich als normaler Durchschnittsbürger mich auch auf diese Art und Weise vor einem Werteverlust schützen könnte, aber sowas ist selbstverständlich nur denen vorbehalten die das ganze verursachen.

  2. FDominicus sagt:

    Aus Angst vor Inflation in Anleihen gehen ist ja unglaublich clever. Das ist so ungefähr wie ein paar Kilo Schokolade zum Abnehmen zu verdrücken.

    • hunsrückerbauer sagt:

      wieso?
      das klappt doch, siehe hedgefonds in GR.schrott.
      die halten schrott, den sie billig gekauft haben, der nix wert ist, weil gr ihn nie zurückbezahlen könnte und „müssen“ nun einen 50% igen abschlag inkauf nehmen, bekommen dafür aber erstklassige eurobonds zu 3,1 – 4,25 %……..na die rendite rechnent sich doch!

      • FDominicus sagt:

        Warum sollten Sie umtauschen wenn Sie a) es für billig Geld gekauft haben und am Besten noch b) per CDS abgesichert haben. Ich würde nicht mitmachen und einfach warten ob Griechenland bezahlt oder nicht. Wenn nicht dann sollen die CDS Anbieter eben zahlen. Und dann habe ich in beiden Fällen 100 % Rückzahlung. So haben Sie eben nur 50% Rückzahlung auch wenn es „ganz dolle, wunderbare“ EU Anleihen sind (die man natürlich so nicht nennen darf). Ich hoffe die Fonds haben sich mit Anleihen und CDS nur so voll gesogen.

        Wahrscheinlich werden Sie mir zustimmen können. Egal ob nun 100 % Griechenlandschulden oder 50 % Euroländerchulden, die Wahrscheinlichkeit das Geld wiederzusehen sinkt mit jedem Tag dieses Betrugsystems namens ungedecktes „Scheingeld“. Derzeit glauben die Menschen noch an diese Papierfetzen darum haben Sie noch einen Wert. Die Bewohner Zimbabwes nehmen das Zimbabwe Geld ja gar nicht mehr und benutzen US-$. Also werden wir wohl irgendwann auch etwas „nehmen“ von dem wir glauben es habe einen Wert.

  3. Silbermichel sagt:

    richtig @Goldhamster, Papiergeldwillis sind das alle oder sogenannte Bondaffen die es nicht raffen, dass der große blaue Papiercontainer schon da steht. Was wollen die denn alle nur in dem Dollar, der ist doch noch platter als unser €uro. Aber ich glaube dieses Falschgeldsystem muss wirklich erst richtig abverkauft werden damit die merken das Gold udn Silber das wahre Geld des Planeten sind oder? Da geh ich doch gleich nochmal ab zum EM Händler und verkauf noch fix paar €uroblüten 🙂 Allen ein goldiges WE…LG

  4. spion und spion sagt:

    „Diese Werkstätte, wo man Ideale fabriziert – mich dünkt, sie stinkt vor lauter Lügen.“ (Nietzsche)

    https://eurodemostuttgart.wordpress.com/

  5. claude sagt:

    „Die am Donnerstag veröffentlichten, amerikanischen Verbraucherpreise zeigten eine Jahreskernteuerung von 2,2 Prozent. Die Lebensmittel- und Energiepreise werden hier heraus gerechnet“

    Verbraucherpreise ohne Lebensmittel-und Energiepreise????

    Das kann doch nur ein schlechter Scherz sein…

    Was kommt da als nächstes?

    • Syssifus sagt:

      Das amerikanische Modell der Berechnung wird auch in Dtl.noch übernommen werden,dann ist das Nirwana perfekt.

    • Wlad sagt:

      die amis sind aber immer noch zu doof um das zu kapieren!

      • hunsrückerbauer sagt:

        die deutschen auch!

        ein arg. rinderhüftsteak kostete in den usa vor 5 jahren 10 $ das kilo, das konnten sich die amis leisten, der umsatz war entsprechend. heute können sich die amis das nicht mehr leisten, kaufen folglich us-rinderhüftsteaks zu 12 $ das kilo. das sind 2 $ mehr als vor 5 jahren, also ganz grob 20% in 5 jahren, also pro jahr 4%. allerdings ist es nicht mehr das gleiche produkt, statt arg. rhs ist es jetzt us-rhs….die inflationsrate war also ca. 4%/Jahr.

        das arg. rinerhüftstseak ist aus dem angebot und aus der statistik verschwunden, weil das kauft keiner mehr, es kostet nämlich inzwischen 50 $ das kilo. diese teuerung will man natürlich nicht kundtun, also nimmt man substitute bis hin zu schei..e.

  6. wolfswurt sagt:

    Negativzinsen sind bereits eine Geldentwertung!

    Hier handelt es sich eindeutig um Masochismus bei den Geldbesitzern.

    • Zeitzeuge sagt:

      Es ist die individuelle Hoffnung auf „bessere Zeiten“, außerdem werden dort Anlageentscheidungen von Leuten getroffen, die primär nicht ihr eigenes Geld investieren.

    • hunsrückerbauer sagt:

      wo gibt´s denn negativzinsen?
      doch nur bei den kleinsparern, die großen halten ihr pulver derzeit günstig, weil mit nur geringen verlusten trocken um voll in die gemeinschaftlich haftenden eurobonds zu gehen, das ist doch kein masochismus, das ist unternehmerisches kalkül und nich wie bei oma, die lieber den spatz in der ahnd hat als die taube auf dem dach..

  7. Goldhamster sagt:

    Die Papiergeld-Willi’s sind wirklich zu bemitleiden. Sie haben noch immer nicht gerafft, dass, wenn der Euro zerbröselt, auch der Dollar über die Wupper geht.

    • spion und spion sagt:

      Goldkäufer auch.
      Vorm Währungsschnitt 1948 kostete die Feinunze Gold 30 Dollar, fiel auf 20 und erholte sich erst nach dem Schnitt wieder auf 30.
      Erst in den 60er Jahren mit dem Anbruch des WIrtschaftswunders stieg der Goldpreis.
      Da kann man viel draus lernen, z.B., daß Gold nur in wirtschaftlich properierenden Zeiten Nachfrage erlebt.
      Die alten Römer übrigens hatten Gold und Silber als Währung.
      Trotzdem gab es oft Inflation, die Wirtschaft brach zusammen und die Edelmetallpreise verfielen.
      Die Goldhausse ist ein Gespinnst.
      Nach einem Währungsschnitt werden Gold und Silber zurückkehren zur Realität.
      20 Dollar.
      Eigenbrötelei lohnt nicht. Nie.

      • Brainsworld sagt:

        So seh ich das auch, mir wurde schon öfters empfohlen in Gold und Silber zu investieren, auch wenn da nicht viel zum investieren ist, aber ich hab nie verstanden warum ich das jetzt tun sollte. Denn es ist doch allgemein bekannt, das der Goldpreis momentan auf einer Spitze steht und nach der Krise wieder fällt. Also kaufe ich teurer ein und verkaufe billiger, ein Verlustgeschäft. Es wird ja auch definitv eine neue Währung kommen wenns hier crasht, is ja alles schon in Vorbereitung. Daher wird Gold dann auch nicht mehr Wert sein, als der Umrechnungskurs der neuen Währung.

        • Wlad sagt:

          gold bleibt gold, auch nach 10.000 jahren. zig mio. währungen sind inzwischen verschwunden, auch der usd, auch €, auch die nächste währung wird verschwinden.

          • Brainsworld sagt:

            Und diese Erkenntnis bringt Ihnen was? Sie werden trotzdem immer mit Geld bezahlen. Und der Goldpreis wird anhand der wirtschaftlichen Lage steigen und fallen. Nach der Krise wird er fallen und Sie erhalten für Ihr Gold z.B. 100 Deutsche-Neu-Mark. Haben umgerechnet aber während der Krise ca. 200 Deutsche-Neu-Mark dafür bezahlt.

          • Goldhamster sagt:

            @Wlad
            Lass sie machen. Sie verstehen nicht, dass die Scheine auf 1:10 entwertet werden und sie dann per Nahrungsmittelschein einkaufen. Mit Gold kriegt ich beim Bauern Kartoffeln.

            Im übrigen ist der Goldpreis nicht gestiegen, sondern die Papierfetzen entwertet. Mit ner Unze Gold krieg ich vor 50 Jahren nen Anzug und heute auch noch.

        • spion und spion sagt:

          Ich denke, daß dahinter eine bewußte Irreführung steckt.
          Eichelburg, der Goldprophet, ist auch Geldmarktspezilist.
          Für ihn war Gold sicher ein gutes Geschäft.
          Es gibt sicher einige gute Möglichkeiten, sein Geld in Sicherheit zu bringen.
          Dafür sind jedoch intime Kenntnisse nötig.
          Aufs Gold setzen, weil’s alle tun, ist einfach zu einfach.

          Sind die alten Börsenregeln noch gültig?
          Seit 10 Jahren wir die Frage regelmäßig von den Anlegermagazinen gestellt.
          Ich glaube nicht.
          Die neuen sind Ersatzregeln, die keinen Sturm überstehen.

          • Knatterton sagt:

            „Aufs Gold setzen, weil’s alle tun, ist einfach zu einfach.“

            Wenn „alle“ die 0,8% der Weltbevölkerung sein sollen, die in Gold investiert sind, dann ist der Begriff „alle“ doch einfach zu einfach.
            Sancta simplicitas. Suum cuique.

          • Brainsworld sagt:

            @Goldhamster: Und mit meinem Nahrungsmittelschein bekomme ich keine Kartoffeln ^^ ?!

            Gehn Sie mal wenn die neue Währung da ist mit Ihrer Unze Gold zu einem Anzugschneider, der rechnet Ihnen die Unze Gold dann in der neuen Währung um und dann können se entweder noch was draufzahlen oder sie kriegen ein bisschen was zurück 😉 !!