IWF korrigiert Prognose: Eurozone 2012 in der Rezession

Der IWF hat in großem Umfang seine Vorhersage für das Wachstum in der Euro-Zone korrigiert: Der Währungsfonds sieht ein Schrumpfen der Wirtschaft. Die EZB müsse deutlich mehr tun als bisher. Die USA haben erklärt, dass sie Europa nicht über den IWF retten werden.

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Der IWF rechnet 2012 mit einem Schrumpfen der Wirtschaft in der Euro-Zone um 0,5 Prozent. Im September ging der Währungsfonds noch von einem Wachstum von 1,1 Prozent für dieses Jahr aus. Für 2013 werde ein Wachstum von 0,8 Prozent erwartet. So wird etwa Italiens Wirtschaft um 2,2 Prozent sinken und Spaniens um 1,7 Prozent. Die harten Sparmaßnahmen und die schwache Kreditbereitschaft werden die beiden Länder in eine zweijährige Rezession stürzen.

Auch die Weltbank hatte Anfang der Woche vor den Folgen der Krise in der Euro-Zone gewarnt und für 2012 in der Region von einer Rezession gesprochen (mehr hier). Der Ausblick für die Weltwirtschaft (World Economic Outlook) wird in der nächsten Woche veröffentlicht. Ein Entwurf des Dokuments konnte unter anderem von der italienischen Nachrichten Agentur ANSA und dem Daily Telegraph eingesehen werden.

Das erwartete weltweite Wirtschaftswachstum korrigierte der IWF ebenfalls von 4 auf 3,3 Prozent. Der Hauptschuldige sei auch hier die Krise in der Euro-Zone. „Die globale Erholung ist von den Wachstums-Spannungen in der Euro-Zone bedroht“, zitiert die italienische Nachrichtenagentur aus dem Entwurf. „Die unmittelbarste politische Herausforderung ist die Wiederherstellung des Vertrauens. Der Euro-Zonen Krise muss ein Ende bereitet werde“.

Der IWF ermahnte auch die Europäische Zentralbank. Die EZB müsse eine „stärker vorsorgende Geldpolitik“ betreiben, schreibt der IWF dem Daily Telegraph zufolge in seinem Entwurf. Nur so könne eine Kreditklemme verhindert werden. Um selbst zur Lösung der Euro-Krise beizutragen, hatte der IWF am Mittwoch erklärt, seine Ressourcen um 500 Milliarden Euro aufzustocken (mehr hier). Hier dürfte es beim frommen Wunsch bleiben: Die USA haben bereits abgelehnt, die Japaner bekundeten höfliches Interesse – was einem glatten Nein entspricht.

Damit bleibt die Verantwortung für die globale Rettung bei den Notenbanken: Die Fed unterstützt die EZB schon seit langem mehr oder weniger beim Gelddrucken (mehr hier).

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Kommentare

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  1. 00wetr sagt:

    „Die unmittelbarste politische Herausforderung ist die Wiederherstellung des Vertrauens. Der Euro-Zonen Krise muss ein Ende bereitet werde“.

    Das Vertrauen ins Papiergeldsystem ist aber endgültig vorbei !

    Schlecht gemacht, Politiker & Banker. Eure eigen Gier hat den Menschen gezeigt, dass Papier und Geld nur heiße Luft ist !

    Dies ist nicht umkehrbar !