Drogeriekette Schlecker ist pleite

Das Unternehmen Schlecker teilte am Freitag seine Insolvenz mit. Bis Ende März sollen 600 Filialen geschlossen werden.

Aktuell:
Lebensmittelpreise werden drastisch steigen

Der Drogeriemarkt Schlecker kündigte am Freitag seine Insolvenz an. Der Insolvenzantrag solle kurzfristig eingereicht werden. Bereits in den vergangenen Monaten hatte Schlecker deutschlandweit 600 Filialen geschlossen. Bis Ende März sollen nun weitere 600 unrentable Geschäfte dichtgemacht werden.

Ein großer Teil der Filialen und Arbeitsplätze soll jedoch erhalten bleiben. Man wolle sich von Läden, die rote Zahlen schreiben und „auch bei wohlwollender Betrachtung“ keine langfristige Perspektive haben, trennen. In Deutschland waren Ende 2011 mehr als 30.000 Mitarbeiter beschäftigt und ca. 17.000 im Ausland. Bis vor Kurzem waren gab es in Deutschland rund 7.000 Läden.

Die europaweiten Umsätze waren im Geschäftsjahr 2010 um rund 650 Millionen Euro auf 6,55 Milliarden Euro gesunken. Schlecker rechnet zwar mit weiter sinkenden Gewinnen auch für 2011 – gab aber keine aktuellen Zahlen bekannt. Zuletzt soll das Unternehmen nach einem Investor gesucht haben – jedoch scheinbar ohne Erfolg.

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Kommentare

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  1. Ochsenfrosch sagt:

    Ich glaube Schlecker ist nur der Anfang .Alle hier sind mehr oder weniger pleite ,wir werden die Reihenfolge beobachten können .Außer die Hochfinanz ,die war offensichtlich wieder schlauer und ist es immernoch ,denn es zahlen ja noch alle die nicht pleite sind .

  2. Leser sagt:

    Schlecker hatte in den letzten Jahren eine miserable Unternehmensführung. Anton Schlecker ist es hoch anzurechnen, daß er weitestgehend mit seinem Privatvermögen für seine Firma haftet. Aber auch das bewahrt nicht vor katastrophalen Managementfehlern.

    Das Gute an der Marktwirtschaft ist aber, daß derjenige, der Fehler macht, bestraft wird und derjenige, der Risiken eingeht und es richtig/besser macht, belohnt wird. Schlecker wird für seine Fehler bestraft, verliert Kunden, Umsatz, Gewinn und geht nun in Insolvenz mit ungewissen Ausgang. Die Konkurrenz hat besser geplant und wird belohnt, mit Kunden, Umsatz und Gewinn.

    Marktwirtschaft funktioniert bestens, solange die Regierung ihre Finger aus dem Spiel läßt. Mich würde es jedoch nicht wundern, wenn unsere Regierung plötzlich auf die Idee käme, Schlecker durch Steuergelder retten zu wollen.

    • mandelkern sagt:

      Die Führung ging von Anton auf die Kinder über, aber die hatten zu wenig Zeit, den turnaround noch zu schaffen.
      Denn Schlecker schreibt bereits seit 7 Jahren Verluste.
      Das Unternehmen hatte aber so gigantische Rücklagen (weil ja nie etwas in Modernisierung investiert wurde), dass erst 2011 privat zugeschossen werden musste, 50 Millionen €.
      Bei einem Privatvermögen von rund 2 Milliarden ist das verschmerzbar.
      Schlecker muss nun das nachholen, was die Mitbewerber seit Jahren leisten, die reine Gewinnmaximierung aus Geiz war eben nicht nachhaltig.

      Jetzt kann der Anton mit der geplanten Insolvenz die Vermieter herunterhandeln, die Lieferantenpreise drücken, sich 1000er Mitarbeiter entledigen.
      Was übrig bleibt an Filialbestand, wird dann rentabler sein, als zuvor, nur etwas kleiner.

  3. Druidenstein sagt:

    Noch eine Zeitbombe: Die autolose die schreckliche Zeit ante portas

    PLAGIAT:

    Hallo Leute,

    ich merke gerade in meinem Freundeskreis, bzw. auch bei mir dass sich immer weniger Leute ein Auto leisten können. Vorallem die männlichen Singles ( Alleinverdiener ) ohne elterliche Unterstützung !

    Ich bin zu DM Zeiten aufgewachsen, damals, so lang ist es nicht her ( 1995 bis 2000 ) fuhren viele meiner Freunde Autos, damals war der Unterhalt eines Autos noch irgendwie tragbar. Man konnte sich irgendwie mehr leisten vom Geld, vorallem der Spritpreis war damals als günstig zu bezeichnen.

    Jetzt wir kommen bald ins Jahr 2012 ist der Anteil derer die ein Auto fahren gesunken, es ist nicht so dass die Herren kein Auto wollen , sondern Sie können es sich einfach nicht mehr leisten.

    Dabei möchte ich auf ein Aspekt zurückkommen, was mich von dem Thread “ Seit der Euro Einführung hat sich der Preis eines Autos verdoppelt “ unterscheidet.

    Nach meinen Recherchen und auch im Freundeskreis ( alles Facharbeiter mit Ausbildung ) ist nicht das Problem dass die Kosten und der Unterhalt eines Autos explodiert sind, sondern dass die Lebenserhaltungskosten viel stärker gestiegen sind als die Löhne.

    Der Unterhalt , der Sprit und die Wartung von Autos hat sich natürlich stark erhöht, aber nicht so stark wie die Lebenserhaltungskosten an sich.

    Meine Freunde, aber auch ich verdienen im Schnitt 1300 Euro netto. Das ist ein schon ein gutes Gehalt, aber ein normales Leben nicht durchführbar.

    1300 € netto minus 500 Euro Miete sind wir schon bei 800 Euro.

    Und für 800 Euro Essen, Kleidung, Hausstand ist einfach brutal.

    Sogar die Discounter wie Lidl und Aldi haben die Preise deutlich erhöht.

    Ich habe diesen Thread deswegen geschrieben weil 2 meiner Freunde zum Jahresende jetzt Ihre Autos verkaufen. Sie werden künftig mit der Bahn, Stadtbus fahren.

    Sie fuhren keine teuren Autos, der eine fuhr einen Opel Corsa C, und der andere einen Golf 4.

    Meine Recherchen ergaben auch dass es sehr oft junge Leute trifft, also die 18 bis 25 Jährigen bzw. Das ist jene Gruppe ( Neueinstellungen ) die deutlich weniger verdient als die älteren und trotzdem die gleiche Arbeit verrichten.

    Wir sagen dazu immer Altvertragler, was die alten noch an Leistungen bekommen haben bekommen die Jungen Neueinsteiger nicht mehr.

    Umsatzbeteiligung, höhere tarifliche Eingruppierung usw.

    Bitte lest euch auch mal dass Buch durch “ Hurra die dürfen zahlen “

    der Selbstbetrug der Mittelschicht.

    Viele Arbeitnehmer sind sich garnicht bewusst, dass Sie nur etwas mehr haben als ein Hartz IV Empfänger, vorallem nach Abzug der Werbungskosten.

    Vorallem wenn man bedenkt dass das Jobcenter Müllgebühren, Gez , Nachzahlungen von Betriebskosten als Einmalzahlungen übernimmt.

    Bleibt nur der Corsa B und hoffen dass keine Reparaturen ansteht.

    Man muss ja auch Vorsorge betreiben bzw. Rücklagen bilden für das neue Auto ? einfach zu krass.

    Es betrifft halt jetzt immer mehr Leute, darum schreibe ich diesen Thread.

    Gruss

    • Gast sagt:

      Auch wir haben das zweite Auto abgeschafft, da ich mal überlegt habe, dass dieses Auto zu 95% auf Parkplätzen steht.

      Wir sind allerdings in der komfortablen Lage, dass wir weit mehr als 1300,–€ verdienen,

      Was bekommt ein(e) Verkäufer(in) bei Schlecker?? Wahrscheinlich weit wehniger als 1300,00 € netto. Davon Miete, Telefon, Nebenkosten, Versicherungen, Lebensmittel abgezogen, können sich diese Leute schon lange kein Auto + Benzin + Versicherung + Inspektion + Tüv mehr leisten.

      Ich kann aus freien Stücken Entscheiden – andere müssen sich entscheiden. Noch habe ich dieses Privileg – aber wie lange noch?????

    • Manni sagt:

      Hallo, eigentlich antworte ich nicht auf beiträge, aber du schreibst ganz vernünftig. Ich bin deiner Meinung, und möchte dabei erwähnen das nicht alles so teuer wurde wie oft gesagt. Aber die jungen leute verdienen zu wenig um sich die sachen zu leisten.Als ich vor 23 jahren meine frau kennenlernte, musste ich mein Auto gegen ein sparsames eintauschen weil ich mir den sprit nicht leisten konnte.Vergleiche ich heute den Spritpreis mit dem Mettalecklohn dann sehe ich das man 1980,1990,2000 usw. immer ca.10 Liter für seinen Bruttostundenlohn kaufen konnte . Wenn ich die stunden die ich für einen Golf arbeiten muss ausrechne [ Bruttolohn ] dann sind es ca 10 % mehr. Gemessen an dem deutlich wertvollerem Auto ist dies angemessen. Allerdings waren andere Dinge damals billiger, einkaufen usw. Ich konnte auch jedes Jahr Urlaub in Deutschland machen, ich bekam 1990 ein Zimmer in einer Pension für 15 DM pro Person. So etwas findet man heute auch beim umrechnen nicht mehr. Was man aber auch nicht vergessen sollte, damals hat man nicht so viel Geld für PC und alles drumherum ausgegeben. Es kann sein das Damals mehr vom Brutto übrig geblieben ist.Es hat auch mehr Weihnachtsgeld gegeben, und es war davon mal ein Betrag Steuerfrei. Im ergebnis muss ich festhalten das ich auch nicht weiß wie man von 1300 euro leben soll. Und dann wundern sich die Leute warum immer weniger Kinder geboren werden.Aber genau das wollen die da oben.Und Unsere Zukunft sieht in den Nächsten Jahren eher schlechter aus. Das haben wir Europa, und den Verbrechen zu bedanken.

    • mandelkern sagt:

      Das stimmt, und das ist auch der Grund, warum junge Leute immer länger im Hotel Mama wohnen müssen. Auto oder Miete zahlen, heisst dann die Entscheidung.
      Die Mieten sind nämlich ebenfalls drastisch gestiegen, samt der Nebenkosten.
      Wer nicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahren will oder kann, wohnt dann eben beengt zuhause.
      Das verhindert, erwachsen und selbstständig zu werden:
      man ist abhängig beschäftigt, und wohnt auch noch abhängig.
      Eine ganze Generation mit verlängerter Adoleszenz, wie es die Soziologen nennen.
      Gleichzeitig sollen diese jungen Menschen aber Selbstveranwortung übernehmen:
      für die spätere Altersabsicherung sparen, Familien gründen, sich stetig weiterbilden, gesund leben, und ironischerweise eigenen Kinder zu selbständigen stabilen Persönlichkeiten erziehen, die ihre Begabungen voll entwickeln können.
      Auf den Lehrplänen unserer Schulen steht alles mögliche, aber nicht, wie die Wirtschaft funktioniert, wie man sich selbst managt, wie man seine Lebensziele erreicht, wie man sich von Fremdbestimmung unabhängiger macht… wozu auch?
      Unmündige und lebenslang Abhängige sind leichter zu lenken, ein wenig Druck und Angstmache reichen aus.
      Das kann nicht funktionieren, wenn Staat und Unternehmen sich brave Unterwürflinge heranzüchten, wobei der Spielraum an gestalterischer und finanzieller Freiheit minimiert wird – und gleichzeitig zu proklamieren, man brauche Kreativität und Innovation und mündige, selbstverantwortliche Bürger.
      Das geht so weit, dass junge Menschen, die sich gegen die allseitigen Zwänge auflehnen, pathologisiert werden.
      Widerborstige Kinder und Jugendliche erhalten dann das Etikett „ODD“-gestört (Oppositional defiant disorder) und werden mit Verhaltenstherapie wieder auf Spur gebracht.
      Das System ist also zum Selbstzweck geworden und hat vielfältige Mechanismen hervorgebracht, die nur noch der eigenen Stabilisierung dienen.

      Jeder kennt das von sich selbst: man verändert sich nur dann wesentlich, wenn eine schwere Krise es erzwingt und das alte einfach nicht mehr funktioniert.
      So wird es auch auf der gesellschaftlichen Ebene sein.
      Kein kluges gegensteuern im Sinne des Gemeinwohls und der Nachhaltigkeit, sondern den mächtigsten Protagonisten wird zu deren Profit allein die gesellschaftiche Lenkung überlassen.
      Es wird sich erst dann etwas ändern, wenn die jungen Menschen so verdummt, verarmt und verkindlicht sind, dass sie weder für anspruchsvolle Arbeitsleistungen, noch für Verantwortungsübernahme, weder für Konsum noch zur Kindererziehung taugen.
      Ganz so weit ist es noch nicht, aber alle beobachtbaren Tendenzen laufen darauf hinaus.

    • Steffen sagt:

      Die meisten sind nur zu blöd zum wirtschaften. Wenn ich die Jungen vor mir an der Tanke mit Red Bull, Chips und belegtem Brötchen sehe würde es mich wundern falls da was übrig bleibt. Angebote, Vorräte oder gar kochen ist „uncool“. Zum selbstständigen Denken sind da noch 0, Prozent fähig und so sind dann auch die Tätigkeiten auch bezahlt. Fürs Spyphone gehen dann noch 1200 Grundgebühr im Jahr drauf = 1 Monat für Apple gearbeitet.
      Mitleid habe ich keines, aber wie die Gesellschaft endet dürfte da auch klar sein.

      • Brainsworld sagt:

        Sie sprechen von unterschiedlichen Schichten, die oberen Beiträge stammen von mittelständischen Arbeitnehmern zwischen 21 und 30 Jahren. Sie sprechen wahrscheinlich von jugendlichen die in der Ausbildung sind. Da hab ich mein Geld auch so rausgehauen, ist doch normal, man wird 18, verdient sein eigenes Geld, da will man sich auch mal endlich alles das leisten können worauf man Lust hat. Die kommen mit Ihrer eigenen Wohnung auch noch in die Situation das die sich solche Begehrlichkeiten nicht mehr leisten können, oder es schon können, aber dafür bei etwas anderem Abstriche machen müssen.

  4. Druidenstein sagt:

    Nun fallen plötzlich Tausende von betriebswirtschaftlichen Strickstrumphphilosophen über Schlecker her. Wer so argumentiert, der argumentiert auch gegen die deutsche Volksgemeinschaft: Wo sind denn die Ersatzarbeitsplätze? Wer geht denn jetzt in die leerstehenden Schleckerläden rein? Da gehen Nescher rein, denen die Gemeinde die Mieten finanziert! Und die vielen arbeitslosen Schleckerleute, die müssen sich vom Sparvertrag, Zweitwagen, dem Urlaub und den noch unbezahlten Eigenheim verabschieden. Und hinter jedem Schleckerjob fällt unsichtbar noch mal ein Spediteur, Lagerarbeiter, Steuerberater, Haustechniker, Hausverwalter usw in die Arbeitslosigkeit! (In meinem Schleckerladen, schafft eine Ossifrau, die wird am Wochenende immer mit einen sündhaft teuren BMW abgeholt) Und wenn ein prekariates Stadtviertel erst mal länger einen bestimmten Anteil am Leerstand hat, dann kann man es nur noch abreißen. Wenn selbst das Billigmodell von Schlecker hier nicht mehr funktioniert, dann Gnade uns Gott.

  5. khaproperty sagt:

    Schleckers Expansion kannte zu Zeiten der Gründer bis vor einigen Jahren keine Grenzen. An jeder noch so belanglosen Ecke, jeder toten Straße wurde ein Markt eröffnet, in dem sich nicht selten eine hilflose Verkäuferin nur langweilte mangels Umsatz.
    Das haben sie nun davon.
    In der Retailbranche hatte man seit vielen Jahren bereits Bedenken wegen der Wahllosigkeit der Standortbestimmung.
    Vermutlich wurde der Zeiten- und Prioritätswechsel verschlafen. Nur um der Konkurrenz keinen Standort zu gönnen, besetzte man zu lange jede Lage ohne Sinn und Verstand.
    Die Erben versuchten zwar, die Wende zu vollziehen – jedoch zu spät und zu zaghaft.

  6. Selbstdenker sagt:

    Und wenn man nun noch den Namen „SCHLECKER“ gegen „BILD“ austauschen könnte, das wäre ein schöner Tag in meinem Leben.
    Im Link (unten) der Musterbrief gegen die geplante Propaganda-Aktion von BILD am 23.06.2012:

    http://www.lawblog.de/index.php/archives/2012/01/19/bild-soll-nicht-an-mir-verdienen/