Papandreou droht Anklage wegen Statistik-Fälschung

Der ehemalige griechische Ministerpräsident soll an Manipulationen der Zahlen des Defizits von Griechenland mitgewirkt haben. Die Staatsanwaltschaft hat ihren Untersuchungsbericht zu dem Fall an den Obersten Gerichtshof übergeben. Eine dubiose Rolle soll auch die EU gespielt haben.

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Der griechische Finanz-Staatsanwalt Grigoris Peponis hat seine Untersuchungsergebnisse über den Fall der Statistik-Manipulation im Jahr 2009 an den Obersten Gerichtshof in Athen übergeben. Darin empfiehlt er zu untersuchen, inwiefern der damalige Ministerpräsident Georgios Papandreou und der damalige Finanzminister Giorgos Papaconstantinou in die Manipulationen verwickelt gewesen seien.

Der Fall war von Zoe Georganta, einer ehemaligen Mitarbeiterin in der Statistikbehörde ELSTAT ins Rollen gebracht worden. Nachdem sie aus dem Dienst entlassen worden war, hatte Georganta ausgesagt, dass das griechische Defizit von 12-13% über Veränderungen der Zahlen auf 15,4% künstlich hochgetrieben worden war. Sie behauptet, dass dies auf Anweisung der EU geschehen sei: Die EU soll den Wunsch geäußert haben, das das griechische Defizit über dem von Irland liegt, um einen Bailout und härtere Sparmaßnahmen in Griechenland durchsetzen zu können. Auch der ehemalige Vizepräsident von ELSTAT, Nikos Logothetis, bestätigte, dass es Manipulationen gegeben habe. Ihm wurde daraufhin der Vorwurf gemacht, er habe die Emails des Chefs von ELSTAT, Andreas Georgiou, gehackt, um Beweise für die Machenschaften sicherzustellen.

Die Staatsanwaltschaft wollte dazu auch Georgiou vernehmen, der es jedoch vorzog zu schweigen. Peponis übergab die Akten nun an das Gericht mit der Begründung, das Zeugnis von Georgiou sei zu diesem Zeitpunkt nicht zwingend nötig, da er mehrere Zeugenaussagen vorliegen habe, die die Manipulationen bestätigen.

Damit könnte es für Papandreou unangenehm werden: Wenn das Parlament einer weiteren Untersuchung zustimmt, wird der ehemalige Regierungschef wohl oder übel aussagen müssen. Ob es allerdings so weit kommt, ist ungewiss: Die sozialistische PASOK von Papandreou zeigte sich bereits empört über die Idee der Staatsanwaltschaft und spricht von einer internationalen Verschwörung, die gegen die nationalen Interessen Griechenlands gerichtet sei.

Über eine Untersuchung der Vorwürfe durch die EU gibt es bis zur Stunde keine Erkenntnisse.

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Kommentare

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  1. Thomas sagt:

    Das trifft sich gut und wenn sie schon dabei sind, dann bitte auch die Goldman Sachs Schergen Papademos und Draghi direkt mit in den Kerker. Die haben ja seinerzeit fleissig mit geholfen, als für GR die Beitrittsstatistiken manipuliert wurden. 😉

  2. Pequod sagt:

    Wenn sich Giorgos Papandreou und sein wackerer Finanzminister nicht arm
    gerechnet hätten, dann wäre die Überbrückung des Zeitfensters bis zur Aus-
    zahlung der nächsten Tranche im vierten Quatal 2011, ohne diese stillen Reser-
    ven, sicherlich nicht möglich gewesen.
    Sowas nennt man strategische Planung auf Kosten der BRD Steuerzahler,
    verursacht von naiven Rettungsschirmbefürwortern die sich jetzt als echte
    Trottel fühlen dürfen!!

  3. G.N. sagt:

    „Wenn es überhaupt noch eine Möglichkeit gibt die Versklavung des europäischen Volks (und des US-Amerikanischen) aufzuhalten, nur mit Gewalt.“

    Ich fürchte, so wird es über früh oder lang auch kommen!

  4. G.N. sagt:

    „…IWF und die EU die Griechen als Versuchskaninchen auserkoren haben.Sie wollen testen wie weit sie mit ihren Sparprogrammen gehen können …“
    So sehe ich das auch.
    Ich hoffe, sie irren sich gewaltig, wenn sie glauben, die entrechteten Völker protestieren nur immer wieder friedlich und sinnlos vor sich hin, jedoch von der Politverbrecherbande vollkommen ignoriert!

  5. chrissy sagt:

    Papandreou ist auch das:

    http://zeitgeist-online.de/exklusivonline/dossiers-und-analysen/848-monti-draghi-papademos-wessen-interesse-vertreten-die-technokraten.html

    (bis zum Ende Lesen – dort kommts)

    …..kann gern weiterempfohlen werden :..-)

  6. Dalien Forester sagt:

    Politiker streiten sich nur VOR der Bühne und via gekauften Medien in Wirklichkeit und hinter den Kulissen verstehen sich die alle prächtigst.
    http://www.youtube.com/watch?v=-Y9_nwW18N8

  7. Markus sagt:

    Seit wann ist diese Information raus und warum liest man nur hier , Focus Online und Welt Online etwas darüber ?

    • Hans-Peter sagt:

      Wobei Focus daraus nur eine Randnoziz macht und „die Welt“ diese übernimmt.

      Bei denen klingt es so als ob die Griechen ihre Schulden extra schlimm gerechnet haben um zu schmarotzen und nicht da mit die Sparprogramme des IWFs und der EU durch gedrückt werden.

      Das die anderen Medien in Deutschland,England,Frankreich und den USA da zu komplett schweigen sagt doch alles.

      Einmal in mitten seiner Schergen war der Papandreou vor wenigen Monaten doch ehrlich und gab zu das der IWF und die EU die Griechen als Versuchskaninchen auserkoren haben.Sie wollen testen wie weit sie mit ihren Sparprogrammen gehen können bevor die Menschen komplett rebellieren.Da such man sich natürlich direkt auch das rebellischste Volk zu erst aus.

      Alles das was den Griechen jetzt passiert kommt auch auf uns zu.Wenn wohl auch erst als Letzte.Die nächsten nach den Griechen sind die Portugiesen,Italiener,Spanier usw. wie bereits bekannt.

  8. eli sagt:

    Jetzt weiß ich warum, Papandreou immer so freundlich in Brüssel aufgenommen wurde. Das ist mir echt aufgefallen, weil Österreich entsprechend kühl allein wg einer nicht passenden Regierung äußerst mies behandelt wurde und der Papandreou trotz seines Schuldenbergs geküsst und hofiert wurde.