Griechenland: Banken sollen Geld vom EFSF bekommen

In Athen dauern die Verhandlungen über den Schuldenschnitt an. Den Banken ist offenbar angeboten, dass sie zur Linderung ihrer Verluste kurzfristige Anleihen am EFSF und von der EZB bekommen. Diese sind bares Geld wert.

Um die Banken zu einem Schuldenschnitt für Griechenland zu bewegen (mehr hier), wurde ihnen nun ein attraktives Angebot gemacht. Sie sollen kurzfristige Anleihen am EFSF im Wert von 15 Prozent ihrer griechischen Staatsanleihen erhalten.

Diese Anleihen haben eine derartig kurze Laufzeit, dass sie am Markt praktisch wie Bargeld gehandelt werden können. Dies berichtet die Nachrichtenagentur Reuters, die sich auf Informationen eines Bankers beruft. Die Überlegung, den Banken eine direkte Entschädigung aus Steuermitteln zu bezahlen, könnte auch der Kritik des Chefs des Internatioalen Bankenverbandes, IIF, Josef Ackermann Rechnung tragen: Ackermann hatte ein einem Interview gesagt, dass der griechischen Schuldenschnitt das Vertrauen der Anleger in europäische Staatsanleihen auf lange Sicht zerstören werden. Die Staaten müssten nun dauerhaft mit hohen Zinsen rechnen.

Nicht nur vom EFSF sollen Anreize kommen. Auch eine Beteiligung der EZB daran wird geprüft. Sie soll über Sondervereinbarungen ähnliche Papiere wie der EFSF ausgeben (Die EZB konzentriert sich längst nicht mehr ausschließlich auf die Stabilisierung der Währung – mehr hier).

Die Ausgabe dieser kurzfristigen Anleihen spielt eine zentrale Rolle in den Verhandlungen über den Schuldenschnitt für Griechenland. Das Angebot zeigt, wie mit allen Mitteln versucht wird, eine Einigung zu erzielen.

Nach dem Schuldenschnitt soll Griechenland Staatsanleihen mit einer Laufzeit von 30 Jahren ausgeben. Sie sollen eine Rendite von vier Prozent bringen. Doch das ist ein zu langer Zeitraum, um die Anleihen für Investoren wirklich interessant zu machen (mehr hier).

Beobachter der Verhandlungen rechnen damit, dass ein endgültiges Ergebnis frühestens am Montag vorliegen wird. Doch in Portugal sehen Beobachter bereits den nächsten Kandidat für einen Schuldenschnitt (mehr hier).

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Kommentare

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  1. khaproperty sagt:

    Dies ewigen Drohungen mittels irgendwelcher Schwarzmalereien tauchen stets dann wieder auf in der Öffentlichkeit, wenn erneut mit Steuergeldern herumgeaast werden soll.

    Die Entente aus Politikern, Bankern und den umgebenden Funktionären steht Gewehr bei Fuß, um Menschen auf`s Neue zu schädigen, hinters Licht zu führen und zu betrügen.

    Wie sagte bereits unser geschätzter Aufklärer Immanuel Kant (zur Regentschaft Friedrichs „des Großen“):
    Eine Regierung, die das Volk als „unmündige Kinder“ behandle und zur Passivität verurteile sei „der größte denkbare Despotismus“.
    Warum nur fällt bald jedem dabei immer wieder die Merkel/Schäuble-Regentschaft ein?

  2. Marlene sagt:

    Ich fand auch einen Comic zur Eurokrise recht erheiternd, jedoch auch recht gut erklärend.

    http://www.youtube.com/watch?v=NCLTnacLHqw

  3. Marlene sagt:

    Ich finde, dass folgende Links, die zu Artikeln im Handelsblatt führen, Beachtung finden sollten.

    Sie beschreiben recht gut, in welchem Dilemma der Steuerzahler jetzt sitzt.

    http://www.handelsblatt.com/politik/konjunktur/geldpolitik/die-verlorene-unschuld-der-ezb/6063938.html

    http://www.handelsblatt.com/politik/konjunktur/geldpolitik/wie-die-ezb-den-banken-hilft/6063364.html

  4. Cecylia sagt:

    Der Hunger, die Gewalt, das Leiden, die Völkermorde und der blanke Horror, die so viele Teile der “Dritten Welt” so lange heimgesucht haben kommen nun in unsere Breitengrade. Es ist jedoch nichts in Stein gemeißelt und wir können diesen Prozess zu jedem Zeitpunkt rückgängig machen. Jeder von uns hat nun die Gelegenheit, die Welt in einem Bereich, in dem er oder sie außergewöhnliche Fähigkeiten vorweist, zum Besseren zu verändern. Leider ergreifen viele diese Chance jedoch nicht weil sie nicht darauf vorbereitet sind, sich dem Risiko auszusetzen, vom für sie in manipulativer Weise vorgesehenen Pfad abzuweichen.
    http://infoblogmedia.wordpress.com/2009/10/15/ordnung-aus-chaos-elitar-gesponserter-terrorismus-und-die-neue-weltordnung-teil-1-von-2/

    “Die stärkste Waffe in den Händen des Unterdrückers ist der Verstand des Unterdrückten.”

    – Steve Biko

    http://infoblogmedia.wordpress.com/2009/10/15/ordnung-aus-chaos-elitar-gesponserter-terrorismus-und-die-neue-weltordnung-teil-2-von-2/

    • murksel sagt:

      Habe die Links gelesen. Da wird einem ja speiübel.
      Was für abgrundtief verkommene , mörderische und unmenschliche Gestalten sind das, deren eines Ziel es ist 80% der Weltbevölkerung durch Krieg , Hunger , Impfungen usw. auszurotten.

  5. so-ist-es sagt:

    so lange es noch ein kleines „paradies“ gibt, wo angeblich milch und honig fließt,
    werden sich die „freunde“ maßlos und ohne skrubel daraus bedienen.

    weil es unseren volldeppen im parlament und regierung ein anliegen ist, dem EU-wahn
    tribut zu zollen und diesen wahnsinn voranzutreiben, darf sich jedes ar…loch bedenkenlos und herausfordernd bedienen.

    wenn das die politiker bezahlen müssten, dann wäre es ja noch erträglich. weil aber
    das zu lasten unserer fleißigen bürger geht (mitbürger können wir glattweg vergessen,
    sie sind parasiten) sind WIR die zahler. das wiederum interessiert keinen unserer
    politverbrecher,- ja, sie sind das wirklich.

  6. Silbermichel sagt:

    ob die nun Anleihen von GR halten die sie eh abschreiben müssen oder jetzt 15% dafür vom EFSF halten spielt doch keine Rolle. Anders bekommen die ja eh keinen der in dieses Vehicle investiert. Ackermann hat doch schon angekündigt das diese Schur uns ne Menge kosten wird.

    http://www.welt.de/wirtschaft/article13826593/Schuldenschnitt-kostet-uns-einen-hohen-Preis.html

    Ich sag ja, Geld runter von der Bank und ab in EM.Gestern hat die Silberrakete schon mal vorgezündet, satte 5,43%

    http://comrates.forexpros.de/index.php?pairs_ids=8830;8836;8883;8910;&header-text-color=%23FFFFFF&curr-name-color=%230059b0&inner-text-color=%23000000&green-text-color=%232A8215&green-background=%23B7F4C2&red-background=%23FFE2E2&white-text-color=%230059B0&inner-border-color=%23CBCBCB&border-color=%23cbcbcb&bg1=%23F6F6F6&bg2=%23ffffff&last_update=hide

  7. Dalien Forester sagt:

    Das ist doch nur mehr gequirlte Scheixxe.

    Die globale Korruptionsblase platzt.

  8. Meinungsfreiheit sagt:

    Tricks, Tricks, um die Völker zu betrügen. Die griechischen Verantwortlichen sind nichts anderes als korrupte verbrecherische Kostgänger. Da ist unser Wulffchen eher ein schlichtes Gemüt, butterweich in der Hand der Chefin Erika.

    Inflation ist nicht Schicksal, sondern Betrug am Volk.
    Eine Harte Währung kann nicht mit weichen Maßnahmen gehalten
    oder verteidigt werden.
    (Vocke)

  9. schlaumeister sagt:

    Sie überschlagen sich in immer neuen Tricks, damit die grausige Wahrheit des
    Totalverlustes verschleiert wird. Bei Portugal beginnt jetzt das gleiche Spiel,
    dann kommt Italen und Spanien. Zwischendurch hektische Rettungsgipfel, das
    Anbetteln von Merkel die versteckten Drohungen, das hohe Lied der Solidari-
    tät gegenüber den Pleiteländern, die nicht sparen, sondern schnorren wollen.

    • MG sagt:

      Es ist wirklich unglaublich, was hier abläuft.
      Die einzige Konstante angesichts dieser ganzen Tricks und Betrügereien:
      Der Zahlmeister.

  10. V.Bubnov sagt:

    Solche Verhandlungen, sind schon lächerlich geworden. GR versuchen alle einfach zu austricksen. Wenn es weiter so geht, dann kann der Vertrauen an alle Bonds vollendlich zerstört werden.

    • Albert Albern sagt:

      Natürlich versuchen auch die Schuldner zu tricksen. Genauso wie die Schuldigen bei der Beichte. Aber viel mehr wird mit den Schulden und mit der Schuld getrickst. Und da haben weder die Schuldner noch die Schuldigen irgendwelchen Einfluss drauf…