Trotz Krise: Luxusindustrie mit enormen Umsatz-Zuwächsen

In der Luxusindustrie gibt es keine Krise. Die Yachten werden immer größer, und Autos wie der Rolls Royce finden immer mehr Abnehmer. Die Käufer kommen aus Asien, Russland oder der Golfregion. Gefertigt werden nicht wenige dieser Produkte in Deutschland. Wenn ein Unternehmen sich trotzdem übernimmt, wird es von den Chinesen gekauft.

Jeder spricht von Krise, Umsatzeinbrüchen und fehlender Nachfrage. Nicht so Europas Luxusgüter-Industrie. Sportwagen, Yachten, Schmuck und Uhren stehen so hoch im Kurs wie noch nie und bescheren den Herstellern zum Teil enorme Umsatzzuwächse. Viele legen hohen Wert auf Qualität und schätzen besonders das Markenzeichen Made in Germany. Die Arbeitsplätze tausender Mitarbeiter in dieser Industrie verdanken ihre Sicherheit der Kauflust der Super-Reichen aus aller Welt.

Und diese kaufen nicht nur, sondern wetteifern auch darum, wer das spektakulärste Produkt vorweisen kann. So gibt es etwa im Bereich der Yachten einen neuen Trend: Superyachten, die Ausmaße von Kreuzfahrtschiffen annehmen, berichtet die FT. Milliardäre, unter ihnen viele russische Tycoons oder arabische Scheichs, lassen sich aus europäischer Herstellung immer größere und luxuriösere Yachten liefern. Es ist geradezu ein Wettlauf entbrannt, wer die größte Yacht aller Zeiten in Auftrag gibt. Davon profitieren vor allem deutsche Yachthersteller wie Blohm + Voss oder Lürssen. Das Unternehmen Lürssen hat erst vor kurzem eine 147 Meter lange Yacht für einen unbekannten Käufer – vermutlich ein Mitglied der Familie Al Nahyan in Abu Dhabi – gebaut. Die derzeit größten Schiffe kosten deutlich mehr als 100 Millionen Dollar – hinzu kommen wöchentlich rund eine Million Dollar Charterkosten.

Dass es den Firmen dennoch nicht immer gut geht, zeigt das Beispiel des italienischen Herstellers Ferretti: Der Yachtbauer ist wegen Überschulung unter Druck geraten und wurde an ein chinesisches Unternehmen verkauft: Shandong Heavy Industry konnte Ferretti für schlappe 1,7 Milliarden Euro übernehmen – ein Bruchteil des Marktwerts, den das Unternehmen noch im Jahr 2007 aufwies.

Auch das Luxussegment in der Automobil-Branche boomt. So fährt der deutsche Autohersteller BMW mit seinem Rolls Royce Rekordgewinne ein und verkauft mehr als jemals zuvor. Das Unternehmen konnte seine Umsätze in Deutschland und Russland mehr als verdoppeln. Insgesamt stiegen die Rolls Royce-Umsätze um 30,5 Prozent zum Vorjahr auf 3.538 produzierte Autos.

Ein ähnliches Bild zeigt sich im Bereich Markenbekleidungen. Ermenegildo Zegna und Raffaele Caruso – zwei italienische Luxushersteller – sehen das Jahr 2012 optimistisch. Umberto Angeloni, Inhaber der Manufaktur Brioni, rechnet anhand seiner Bestellungen schon jetzt mit Umsatzsteigerungen von bis zu 20 Prozent. Zegna erklärt in einem Bloomberg-Interview, der „Propeller“ für das Wachstum sei vor allem der asiatische Markt – gefolgt von den USA. Doch ebenso starke Nachfrage kommt aus Russland, China und Brasilien.

„Wenn der Goldpreis steigt, dann verkaufen wir tendenziell auch mehr Golduhren“, sagt Hublot-Chef Jean-Claude Biver. Auch auf europäische Luxusunternehmen für Schmuck und Uhren hat die Krise keinen Einfluss. Mit 360 Unternehmen und knapp 6.000 Mitarbeitern ist die Bundesrepublik nach Italien der zweitgrößte Schmuckproduzent in Europa.

Unternehmen wie Wellendorff, Meissen oder Schoeffel gelten als Qualitätsmarken, heißt es beim Bundesverband Schmuck- und Uhren e.V. Ebenso der Schweizer Luxusgüterkonzern Richemont konnte seinen Umsatz durch die lebhafte Nachfrage aus Asien im letzten Quartal 2011 um fast ein Viertel steigern. Aber die „größte Überraschung“ ist nach Meinung des Analysten Jon Cox von Kepler Capital Markets, dass trotz der Eurokrise keine Einbrüche im europäischen Handel zu spüren waren. Grund: Touristen-Gruppen, die in Scharen europäische Luxus-Boutiquen stürmen.

„Unsere Branche ist nicht anhängig von der Konjunktur, sondern von der Stimmung“, sagt Joachim Dünkelmann, der Geschäftsführer des Bundesverbands der Juweliere, Schmuck- und Uhrenfachgeschäfte (BVJ). Erst wenn die Verbraucherstimmung kippt, sei auch der Schmuckhandel betroffen. Das lässt sich nach Betrachtung der Umsätze wohl auf alle Luxusgüter generalisieren.

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Kommentare

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  1. POPPER sagt:

    Nun ja, das unterstreicht doch nachhaltig die Tatsache, dass die Reichen in der Krise durch die Rettung ihrer Kapitalanlagen durch den Steuerzahler noch reicher geworden sind.

  2. Selbstdenker sagt:

    Was ist der Unterschied zwischen einem preußischen Offizier und einem östereichischen?
    Der preußische Offizier tritt vor die Mannschaft und sagt: „Kameraden, die Lage ist ernst, aber nicht hoffnungslos.“
    Der östereichische Offizier tritt vor die Mannschaft und sagt: „Meine Herren, die Lage ist hoffnungslos, aber net ernst.“

  3. Robespierre sagt:

    Im Flugzeug, Durchsage: „Meine Damen und Herren, gerade haben wir zwei Triebwerke verloren. Dürfen wir Ihnen vor dem Dinner einen Drink servieren“. Einige Zeit später: „Gerade haben wir auch die letzten Triebwerke verloren. Aber, keine Panik, wir servieren Ihnen nun unser Star-Dinner. Geniessen Sie weiterhin den Flug, Ihr Kapitän“.
    Ja, geniessen wir die Zeit bis zur Landung. UPS, haben wir gerade das Fahrwerk verloren? Ah, da kommt das Dessert.

  4. Der Forscher sagt:

    Na mal sehen wenn die Gerüchte stimmen ,und bald ab 1000 Euro nur noch mit karte bezahlt werden darf . Das wäre in meinen Augen der Supergau der Bilderberger , dann nämlich sind wir angekommen bei der totalen Überwachung der Menschen .
    Ob dann noch so viele teure Luxusartickel gekauft werden bezweifle ich stark !

  5. lionheart sagt:

    wo ist unser Geld? da ist unser Geld!

  6. Neid der Gutmenschen sagt:

    @G.N. Kommt da etwa Neid bei den Gutmenschen auf? Alles soll einen gesellschaftlichen Nutzen in der sozialistischen Gesellschaft haben, stimmts?

  7. jay twelve sagt:

    Der Mensch ist ein innovatives Wesen, der danach trachtet seine Träume durch die Ideen zu realisieren. Alle Völker die dicht am Wasser leben, haben sich Boote gebaut und damit die Welt bereist und bevölkert. Nicht umsonst sagt man: „Wenn man ein Finger ins Meer steckt, dann ist man mit ganzen Welt verbunden.“
    Die Yachtbauindustrie erfüllt jedem sein Wunsch. Die Bootsbauer sind die wahre Künstler, ob Jolle oder Windjammer bis Megayachten, alles ist drin.
    Sehr viele Männer sind Seefahrer-Träumer. Sie ticken auf dem Level der 12 Jährigen Buben. Meine Wenigkeit inklusive. Mit 12 habe ich ein Schweinetrog in ein Paddelboot umgebaut und wollte damit um die Welt paddeln. Mut dazu hatte ich schon.
    Damit will ich nur zum Ausdruck bringen, wie faszinierend die Seefahrt sein kann.
    Seit ich ein Rentner bin, verbringe ich die meiste Zeit auf meine Motoryacht. Bin noch immer so verträumt wie vor 63 Jahren.

    Allerdings, die meisten Luxusyachten liegen in Marinas brach. Bis auf die Crew, die sich zu Tode langweilt, schrubbt und poliert, lassen sich die Eigner selten blicken.
    Die meisten Luxusyachten sind nicht mal Seetüchtig gebaut. Die Kapitäne bestätigen mir, dass die Eingen und die Party, schon bei Seegang 1 Seekrank werden.

    Die Mega Luxusyachten haben mit Sport und Seefahrt wenig zu tun. Das sind reine Prestigeobjekte für die krankhafte Seelen.
    Was den Luxus-Firlefanz, wie Kleidung und Schmuck anbelangt, offenbaren uns die auffälligen „Kostbarkeiten“ den Niveau der Minderwertigkeit der Besitzer.
    Je teure ist der Schmuck, desto minderwertige ist der Besitzer.
    Ein bewusster wertvoller Mensch ist ein Schmuck schlecht hin, daher auch ohne Schmuck erkenntbar.

  8. Hans Kolpak sagt:

    Diese Beobachtung fügt sich nahtlos in das Geschäftsmodell von Goldmann & Sachs: Ausbeutungsfähige Einheiten in die Überschuldung locken und dann versklaven. Ich wünsche mir, dass diese Verbrecher sich an ihrer Gier verschlucken und elendig ersticken. Die weltweite Umverteilung von Arm nach Reich ist ein Verbrechen.

    Eine Menschheit kann und soll immer aus Menschen von arm bis reich bestehen, aber die Denkmuster, die von London aus in alle Welt gehen, machen krank und führen den Tod herbei.

    Hans Kolpak
    Deutsche ZivilGesellschaft

  9. Freistaat-Danzig sagt:

    Endlich mal was Erfreuliches und gute Zeichen für die Zukunft.

    Statt Schnellboote und Fregatten – Luxusyachten.
    statt Panzern mit automatischen zielgeführten Kanonen – RollsRoyce mit automatisch geführtem Abblendlicht.
    Statt Zeitzünder für Bomben und Sprengladungen – Chronographen aus purem Gold
    Statt Kochgeschirr für Besatzungstruppen – edles Meissner für „unsere Dauergäste“.

    Da ist doch mein „Job“ über jegliche Krise hinaus sicher.
    Statt diplomierter „Pferdekutscher“ in Wien werde ich dann eben „Rolls-Kutscher“ in Hong-Kong oder Abu-Dhabi.
    Die Livree hab ich ja schon.

    Mann muss eben nur richtig vorsorgen !!!!
    Die geplante Dezimierung der Weltbevölkerung um 90% kann mich dann wirklich kalt lassen.
    Wie man sieht, wird auch in Zukunft „Fachpersonal“ gebraucht.

    • DummFörsterBeowulf sagt:

      Das Fachpersonal sitzt vor allem als „Senator“ der Freien Stadt Danzig in der Schweiz und sondert ausschließlich Gülle ab, anstatt sich nach Gdansk aufzumachen und dort seinen Staat zu regieren. Achja und aufpassen, dass nicht unterwegs eine Polizeikontrolle kommt und die gefälschten Fantasiepapiere einkassiert samt den Inhaber, lach…

  10. G.N. sagt:

    „Die Yachten werden immer größer, und Autos wie der Rolls Royce finden immer mehr Abnehmer. Die Käufer kommen aus Asien, Russland oder der Golfregion.“
    Wie hoch ist der Nutzen für die gesamte Gesellschaft und das Wachstum des BIP????

    • schlaumeister sagt:

      Gleich Null, da sieht man, dass der Reichtum falsch verteilt ist und sich
      bei einer Minderheit anhäuft. Der geht es in erster Linie um Ego- und
      Protzsucht. Mehr scheinen als sein ggf. auch auf kredit.