Großbritannien: Jeder dritte Haushalt in Liverpool ohne Arbeit

Die einstige Industriestadt Liverpool wird zum Armenhaus in Großbritannien. Ein Drittel aller Haushalte lebt von Sozialleistungen – viele von ihnen mit 20 Pfund pro Woche unterhalb der Armutsgrenze.

Aktuell:
Egan Jones: USA und Europa bekommen kein Geld mehr

Großbritanniens Gewerkschaft GMB veröffentlichte alarmierende Zahlen über die Arbeitslosenquote in Liverpool. Deren Angaben zufolge ist ein Drittel aller Haushalte ohne Arbeit. Dem Guardian sagt Stadtrat Nick Small, die Arbeitslosenquote sei keine Überraschung. Schon vor der Krise gehörte Liverpool infolge des industriellen Niedergangs zu den zehn ärmsten Städten des Vereinigten Königreichs. Doch die aktuellen Rekordzahlen seien den jüngsten Sparmaßnahmen im öffentlichen Bereich sowie – infolge des wirtschaftlichen Abschwungs – dem Verschwinden der Arbeitsplätze im Einzelhandel und in der Produktion zu verschulden.

Da 30 Prozent aller Arbeitsplätze in Liverpool auf öffentliche Stellen fallen, wiegen die kommunalen Kürzungen besonders schwer. So wurden nicht nur Arbeitsplätze weggekürzt, sondern ebenso Gelder für Gemeindezentren oder Schulungen.

Derzeit kommen rund sieben Arbeitssuchende auf eine offene Stelle. Insbesondere die Jugendarbeitslosigkeit weist beunruhigende Zahlen auf: Sie ist doppelt so hoch wie der nationale Durchschnitt, der im November 2011 bei 22 Prozent lag.

Wie Nick Small berichtet, sind in einigen Gegenden sogar 40 Prozent der Haushalte ohne Arbeit. „Das schafft zusätzliche Barrieren, neue Arbeit zu finden, denn es gibt keine richtige Arbeitskultur mehr – und damit auch keine Vorbilder.“ Bei den noch vorhandenen Arbeitsplätzen hätte zudem eine Verlagerung zu Teilzeit stattgefunden.

Mehr zum Thema:
China steigt bei Wasserversorger in Großbritannien ein
Großbritannien: Dem Gesundheitssystem droht Kollaps
Großbritannien will Drohnen zur Überwachung der Bürger einsetzen

Kommentare

Dieser Artikel hat 11 Kommentare. Wie lautet Ihrer?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

  1. caesar4441 sagt:

    Liverpool ist sicher nur ein Beispiel.Alle Städte im ehemaligen Industrierevier wie Manchester,Blackpool etc. mit ehedem Millionen Arbeitsplätzen sind zu blühenden Landschaften geworden.Man muß das auch positiv sehen: Der CO2 Ausstoß hat sich drastisch verringert.Nur noch wenige Prozent von früher.
    Der Ressourcenverbrauch ist damit drastisch gefallen.Mit 20 Pfund/Woche kann man keine Ressourcen verbrauchen.Leute die die Stromrechnung nicht bezahlen können verbrauchen auch keinen Strom und verbrennen keine Kohle.Ein echtes Vorbild für das grüne Paradies in germany.
    Lets go on !

  2. Werner sagt:

    Ja, irgendwann werden die Briten draufkommen, daß an „Great Britain“ nichts mehr „Great“ ist. Das Empire verspielt, die Substanz verzockt, das Land an fremde (und meist analphabetische) Horden abgetreten.
    Man sitzt auf einer Insel, wo es außer Kohle und Schafen nichts gibt und meint, man könne noch immer den Spaltpilz nach Europa tragen, denn das hat immer geholfen.
    Was England in den letzten Jahrhunderten durch seine Politik an Leid über Europa gebracht hat, durch seine Perfidie und seine Verschlagenheit, fällt nun auf England zurück.
    Der Spaltpilz sollte keine Einbahnstraße sein. Ein unabhängiges Schottland ist zu fördern, aber auch Cornwall und Wales machen sich als eigene Staaten sehr gut. Bei Nordirland reicht ein Blick auf die Landkarte, wo es hingehört und England ist dann auf mehr oder weniger auf den Großraum London beschränkt.
    Einmal im Jahr wird an der französischen Kanalküste eine Ehernkompanie gestellt, wenn sich die Queen ihre Entwicklungshilfe von den Europäern abholt.
    Im Ruderboot….

  3. luther sagt:

    versteh ich nicht, die Kleinbritannier importieren doch wie unklug Fachleute aus allen Problemländern der Welt, da müßts doch steil aufwärtsgehen?

    • so-ist-es sagt:

      natürlich geht es aufwärts – mit den arbeitslosenzahlen.
      die schmarotzer verstärken diesen trend.
      eine höchstgefährliche zeitzünderbombe.

      die briten haben ähnliche mit leidenschaftlich und ganzer hingabe
      auf die deutsche bevölkerung abgeworfen.

      mal sehn, wenn diese landesinterne bombe explodiert,
      wieviel briten dann ins gras beißen. die matrix lässt grüßen.

  4. jay twelve sagt:

    Hallöchen Queen Elisabeth, schämst Du Dich nicht, dass Deine Untertanen im Elend verrecken, aber Du & die Deinen im Saus & Braus ungeniert leben?
    Du und der Papst Ratzinger, Ihr seid das reichste Promi-Paar auf der Erde und zugleich der Inbegriff der schiere Eitelkeit.
    Hat Dir niemand beigebracht, dass der Narrrr-zissmus, die schändlichste Geisteskrankheit ist?

  5. Silberbug sagt:

    Und die Einahmen aus dem Ölgeschäft brechen in Atemberaubender Geschwindigkeit weg.

    http://www.querschuesse.de/uks-olforderung-mit-2035-im-decline/

    Gute nacht Great Britain.

  6. schlaumeister sagt:

    England lebt ohne viel Industrie, die hat man aufgegeben, man produziert nur
    heiße Luft in der City of London. Ein Hoch den Spekulanten, Investmentbankern
    und Finanzmanipulatoren. Geld aus Geld machen, da braucht man keine Real-
    wirtschaft mehr. Früher hat man vom Commenwealth gelebt, jetzt glaubt man,
    wie an der Wallstreet, durch Finanzjongieren reich zu werden.

  7. dparvus sagt:

    Es geht nicht allein darum, daß sich viele zu fein sind für solches Arbeiten, echte Anstrengung.

    Der Grund liegt auch darin, daß sich diese Art Arbeit kaum noch lohnt.

    Mit Geld Geld verdienen ist doch leichter, an der Börse zocken z. B., oder, wenn man ganz viel einsetzen kann, allein Zins und Zinseszins.

    Die Probleme liegen im Fiatgeld, dem Geld ohne echten Wert, vor allem in der grenzenlosen Freiheit der Märkte, der hochgelobten Globalisierung, dem zu weit gehenden Multikulti- Denken, der fortschreitenden Sozialisierung, dem Fehlen von wirklichen Werten, Stolz und Selbstbewußtsein, der immer weiter zurückgedrückten persönlichen Verantwortung für das eigene Leben.

    Nach dem unausweichlichen Crash werden diese Fehler – hoffentlich – beseitigt, behoben.

  8. FDominicus sagt:

    Das Abbruchunternehmen Sozialismus bei der Arbeit. Schulden? Spielen doch keine Rolle.

    Ich höre schon wieder die Chöre. Das ist ungerecht, da muß der Staat doch eingreifen. Mitten in Europa, das kann doch nicht sein. Ach ja nicht zu vergessen GB wird kaputt gespart. Es muß doch die Kaufkraft gestärkt werden und was weiß ich noch….

    • Projektionsfläche sagt:

      Meine Damen und Herren, Sie sahen: Die Welt in Schwarzweiß

      • FDominicus sagt:

        Sozialismus und Markt schliessen sich aus. Hier sehen Sie was passiert wenn das nicht beachtet wird. Oder wollen Sie behaupte auf einem Markt könnten Staaten so viele Schulden aufhäufen? Und dann noch mit Geld als Wert statt Geld als Schuld.