IWF: Lagarde fordert in Berlin Eurobonds

Christine Lagarde fordert in einer Rede in Berlin die Einführung von Eurobonds. Sie sollen den Fiskalpakt ergänzen. Außerdem verteidigte sie neue Einzahlungen in den Währungsfonds: Es gehe nicht um einzelne Länder und Regionen, es gehe um die Weltwirtschaft.

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In einer Rede in Berlin hat die Direktorin des Internationalen Währungsfonds, Christine Lagarde, die Einführung von Eurobonds gefordert. Sie wiederholte auch ihre Forderung, EFSF und den permanenten Rettungsschirm ESM zu bündeln, um so mehr Kapital zur Stützung von Euroländern zur Verfügung zu haben.

Der Fonds des IWF müsse laut Lagarde ebenso aufgestockt werden. In der vergangenen Woche hatte weitere 500 Milliarden Euro für den Währungsfonds von den Staaten gefordert. Dageben protestierten vor allem die USA. Für Lagarde, sei dieser Schritt jedoch unumgänglich: „Je länger wir warten, umso schlimmer wird es“, sagte sie in ihrer Rede.

Es gehe dabei nicht um die Rettung eines Landes oder einer Region, sondern darum, eine Abwärtsspirale in der Weltwirtschaft abzuwenden, meinte sie weiter.

Der Fiskalpakt in Europa, der Ende Januar in einer sehr entschärften Version beschlossen werden dürfte (mehr hier), solle durch Eurobonds ergänzt werden, forderte Lagarde (Der Fiskalpakt alleine reicht zu Rettung des Euro nicht – mehr hier).

Ihre Forderung in Berlin ist ein deutliches Signal an Angela Merkel. Vor der Direktorin des Währungsfonds hatten bereits die Staatschefs von Italien und Frankreich – Mario Monti und Nicolas Sarkozy – die Bundeskanzlerin zu Eurobonds gedrängt (mehr hier).

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Kommentare

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  1. TopfohneBoden sagt:

    Raus aus dem EURO, wir können nichts mehr Kontrollieren und bekommen von unseren „Freunden“ nur noch Forderungen aufgedrückt. Ich befürchte, das bald noch mehr Deutsche ihr Geld in`s Ausland transferieren werden.

  2. michael werner sagt:

    War das nicht die, die vor ein paar Monaten von den Deutschen verlangte wir sollen doch mehr Schulden machen und mehr auf Kredit leben? War nicht Sie es, die verlangte, alles Geld dem Staate?
    Diese Frau ist ein finanzieller Atomschlag, in Einklang mit EZB Chef Draghi, hat die Bilderbergergruppe es fast geschafft und Deutschland völlig in Ihrer Hand.

    Wenn wir wirklich bals den ESM unterzeichnen ist es mit und vorbei.

  3. Karin Jürgens sagt:

    Die Frau hat das Wesen der Krise auch nicht kapiert – schlimm!

  4. Robespierre sagt:

    Ich schreibe es noch einmal: Das Zins und Zinseszins System ist das Problem. Man kann noch so viele neue Fonds machen, noch so viel Geld aufstocken. Man kann Schulden nicht mit Schulden lösen. Des Bilderbergs Neue Weltordnung System bleibt immer gleich: Wenige wollen auf Kosten vieler Leben. Viele sind nur Sklaven weniger.
    Alle sogenannten Rettungen sind nur Rettungen dieses kranken abstrusen „Systems“, von Banken und Konzernen. Nicht Rettung für die Völker.
    Wirklich mutig wären verantwortliche in Politik und Wirtschaft, wenn sie das Zins und Zinseszinsen System abschaffen würden. Dann wäre Geld das was es ist, ein Tauschmittel, nicht mehr und nicht weniger. Diese mutigen Menschen gibt es und ich habe grosse Achtung vor ihnen. Dieses System wird zweifelsfrei sehr böse untergehen. Hoffentlich machen wir es nachher etwas besser.

  5. Julia sagt:

    Liebe Redaktion!

    Ihre Seite habe ich in meinem Land weitergegeben. Sie ist super und ein grosses Danke.
    Auch wenn die wenigsten bei uns hier schreiben koennen, sie koennen es durch die Uebersetzung lesen.

    Persoenlich moechte ich noch loswerden;. Die Worte wie „muss Deuschland“ von Monti oder „einfordern“ von Lagarde, lasst es Euch doch nicht gefallen.
    Deutschland ist bei den Voelkern beliebt, es sind die Regierungen die boes Blut machen. Und, solange Deutschland nicht einmal wirklich hinter dem steht was seine Werte sind, sein Volk zu schuetzen, solange kann es nicht glaubwuerdig in der Welt sein.Nicht bei dem einfachen Volk.

  6. Julia sagt:

    Es geht unserer Lagarde um die Weltwirtschaft.

    Tja Madame Lafarge, uns interessiert diese Weltwirtschaft nicht, nur unsere kleine Wirtschaft im eigenen Land und in unseren Heim.

    Hoert in Deutschland nicht auf sie. Wenn Frau Merkel einknickt, dann geht alles so weiter wie bisher. Der groesste Teil bei uns will diesen Euro und diese Diktatur nicht mehr.

    Es liegt jetzt wirklich nur noch an der Frau Merkel und dem Schaubele, sich nicht mehr so unter Druck bringen zu lassen und hart bleiben.
    Sollte sie einknicken, befuerwortet sie dieses Finanz und Zockerspiel, befuerwortet sie Armut in ganz Europa, dann gehoert sie verantwortlich.
    Im uebrigen, ob Sarkozy oder Hollande, beide wollen das Gleiche, nur mit Hollande wird es schneller gehen und schlimmer.