Zinsen für französische Staatsanleihen steigen wieder

Trotz des zu vermutenden Ankaufs von französischen Papieren durch die Banken in Paris stiegen die Zinsen wieder – wenn auch nur gering. Deutschland kann dagegen weiter Geld zum Nulltarif aufnehmen.

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Frankreich hat kurzfristige Staatsanleihen im Wert von 8,2 Milliarden Euro ausgegeben. Das Ergebnis dabei war durchwachsen. Es konnten zwar alle Anleihen vergeben werden. Doch obwohl es sich um sehr kurzfristige Papiere mit Laufzweiten zwischen 13 und 50 Wochen handelte, stiegen die Zinsen bei zwei der drei Anleihen.

Den größten Anteil machten mit 4,5 Milliarden Euro die 13-wöchigen Anleihen aus. Hier stieg die Rendite von 0,165 auf 0,174 Prozent. In der Auktion wurden 2,2 Milliarden Euro an Papieren mit einer Laufzeit von knapp einem Jahr ausgegeben. Auch hier stiegen die Zinsen leicht von 0,406 auf 0,46 Prozent. Nur die Zinsen für die 1,5 Milliarden Euro an 24-wöchigen Anleihen sanken. Für sie bekamen Investoren 0,267 statt 0,281 Prozent Zinsen.

Um Investoren nicht zu verunsichern, forderte Frankreich nun, dass die Finanzierung von Staatschulden von der Finanz-Transaktions-Steuer ausgenommen bleiben sollten (mehr hier).

Auch Deutschland hat einjährige Anleihen im Wert von 2,54 Milliarden Euro ausgegeben. Die Investoren akzeptierten dabei ein Investment ohne Rendite. Die Zinsen sind von 0,436 auf 0,07 Prozent gefallen (dabei wurden auch schon mal Negativzinsen für deutsche Anleihen bezahlt – mehr hier). Die Nachfrage nach diesen Anleihe war diesmal allerdings nur halb so hoch: Die Papiere waren „nur“ doppelt überzeichnet.

Die Entwicklung ist ein Zeichen dafür, dass die Geldschwemme der EZB noch nicht an Wirkung verloren hat (mehr hier). Es zeigt aber auch, dass wenn schon Staatsanleihen, dann nur besonders sichere gefragt sind.

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Kommentare

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  1. FDominicus sagt:

    Ich kaufte und werde nicht eine Anleihe von Staaten mehr kaufen. Wenn jemand jedoch weiß welcher Hedge Fund sich voll gesogen hat mit Müll und gegen diese Verbrecher vorgehen will, wäre ich sehr geneigt ein paar Anteile an diesem Fund zu kaufen.

    Was mich am meisten aufregt sind diese beispiellosen Lügen. Die Unmöglichkeit, Staaten zu verklagen auch wenn Sie gegen Gesetze verstoßen. Die Willkür der man dem Gewaltmonopol in seinem jeweiligen Land ausgesetzt wird.

    Was anders als eine riesige mafiöse Struktur ist ein solcher Staat wo Recht die Verbrecher schützt?

    • khaproperty sagt:

      @ FDomenicus:

      Ich wäre vorsichtig mit einer Beteiligung an Funds, welche aufgrund der Beteiligung am Erwerb von Sperrminoritäten bei den in relativ geringem Umfang unter angelsächsischem Recht ausgegebenen GR-Anleihen beabsichtigen, die Restrukturierungen dieser (und unter bestimmten Umständen evtl. all der anderen) Anleihen zu torpedieren.

      Zwar können nicht restrukturierte Anleihen zu 100% beim Schuldner geltend gemacht werden, Drittschuldner angegangen werden und so etliche Spielchen gespielt werden. Das gilt allerdings für alle anderen nicht Restrukturierten ebenfalls.

      Jedoch zwingt das regelmäßig – in nennenswertem Umfang betrieben – den Schuldner, hier GR, bedingungslose Insolvenz zu erklären.

      Dann allerdings ist es vorbei mit den schönen Aussichten bei dieser Spekulation. Ihr Geld wäre flöten.

      Das wissen alle Beteiligten. Daher geht das Ganze nur in kleinen Schritten und um die aktuellen Verhandlungsergebnisse.