Italien-Blockade: Streikposten von deutscher Fernfahrerin getötet

Bei Asti in Norditalien ist es zu einem schweren Zwischenfall gekommen. Ein Streikposten wollte eine deutsche Fernfahrerin stoppen. Dabei geriet er unter die Räder und war auf der Stelle tot.

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Im Zuge der Blockade auf den italienischen Autobahnen (mehr zur aktuellen Lage hier) ist es bei Asti auf der Autostrada 10 zu einem schweren Zwischenfall gekommen. Eine deutsche Fernfahrerin näherte sich mit ihrem Fahrzeug einer Straßensperre. Der 46järhige Streikposten Massimo Crepaldi von Astigiana Trasporti wollte den Lastwagen stoppen. Bei dem Versuch, mit der Lenkerin Kontakt aufzunehmen, soll sich der Streikposten an die Tür des LKW gehängt haben. Im Zuge dieser Aktion geriet er unter die Räder des LKW und war sofort tot.

Die 52jährige Kraftfahrerin wurde in Untersuchungshaft genommen. Die Polizei geht nach ersten Ermittlungen von einem Verkehrsunfall aus. Das Unglück hatte sich in der Nacht zum Dienstag zugetragen.

Auch bei Parma ereignete sich eine ähnlicher Unfall, als ein Mann einen LKW stoppen wollte, der eine Sperre umfahren wollte. Auch dieser Mann wurde von dem LKW angefahren. Er erlitt jedoch nur leichte Verletzungen und wurde in eine nahegelegenes Krankenhaus gebracht.

Kommentare

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  1. cp sagt:

    Um ein wenig die Mutmaßungen einzuschränken:

    die Fahrerin spricht so gut wie kein italienisch, aber gut englisch (was die Streikenden offenbar nicht sprachen).
    die Fahrerin HATTE schon viele viele Stunden seit dem Vortag gewartet, sie wollte dann auch wieder auf den ihr bekannten geeigneten Parkplatz zurück, um neue Probleme zu vermeiden.
    die Streikenden hatten ihre Absicht – die sie ihnen kund tat – nicht verstanden, da sie weder deutsch noch englisch sprachen (und die Fahrerin ausserdem tun sollte, was DIE sagten).
    der Streikende war für sie NICHT MEHR SICHTBAR (ganz nebenbei, es war 5 Uhr morgens), als sie neu anfuhr, bedauerlicherweise war er aber da.

    die hier geschilderten Erfahrungen der Trucker sind leider sehr richtig.

  2. maik sagt:

    Vor einigen Jahren (Dezember 2008) stand ich selber in einem Streik italienischer Fernfahrer – drei Tage lang. In der Nähe von Neapel wurde ich von mehreren Leuten angehalten. Die sprangen vor mir auf die Strasse und bedrohten mich mit Eisenstangen und Messern. Ich hatte Glück, dass ich rechtzeitig bremsen konnte. Lustig ist was anderes.

    An der Mautstation bei Caserta (Großraum Neapel) herrschte Krieg. Die Scheiben und Reifen der Lkw von völlig unbeteiligten ausländischen Kollegen wurden zertrümmert und platt gestochen. Wer sich zu wehren versuchte, wurde selber verprügelt. Seitdem hält sich mein Mitleid mit den Italienern in Grenzen.

    Die deutsche Kollegin tut mir leid. Wer sich einmal Italienern schutzlos ausgesetzt fühlte, weiss was Sie jetzt durchmacht.

  3. squarepusher sagt:

    Schuld daran sind wie immer die Politiker der PIGS-Staaten, die ihre Bevölkerung aufhetzen. Man kann mich beim Wort nehmen: schon vor Jahren habe ich behauptet, dass es auch IN Europa wieder Krieg geben kann, aber keiner wollte das hören. Die Schüsse kommen aber näher. Um ihre eigenen Schwächen und Versäumnisse zu verschleiern, verlagert man das auf Fremde. Passt auf!, denn bald kommt keine einzige Deutscher mehr nach Italien, Griechenland, Spanien… und dann? Auch hierzulande kann man Urlaub machen. Säbelrasseln kann man ja, aber nicht auf Kosten der Bevölkerung. Das beste wäre, man schafft die Bevölkerung ab.

  4. Robert sagt:

    Ich war an dieser stelle dabei und habe es auch selber erlebt wie die Italiener vor gehen um LKWs aufzuhalten, meinem Kollegen und mir haben sie mit dem Messer gedroht und wollten uns die Reifen aufschlitzen und die Polizei stand nur daneben und hat zu geschaut

  5. JJA sagt:

    Man könnte vor dem streikposten auch einfach „anhalten“ – wie es sich gehört oder?
    Leider wird das Anti Deutsch ausgeschlachet werden. Aber – stellt euch mal das ganze umgekehrt vor! Schlagzeile „Bild“ Zeitung! Ha – da muss man sich das von Italien aber auch gefallen lassen.
    Leider ist überall der Verfall des zusammenhaltes von Europa zu bemerken. Schuld sind die „Sparideen“!

  6. Feddic sagt:

    So sieht es aus, wenn in Europa Deutsch gesprochen wird. Und interessantes Exportvizeweltmeister-Geschäftsmodell: Produziere Waren und liefere sie ins Ausland, die entsprechenden Devisenimporte lege an, um damit die Kredite deiner Konsumenten zu finanzieren. Gibt’s eigentlich ne mathematische Formel, die mir verrät, wie lange dieses Schwachsinnsmodel funktioniert, bis es rummst? Ach pardon, ich vergaß, die monetäre Bilanzverlängerung geht ja bis [Undendlich minus Mindestreserve minus Bargeldhaltungsquotient und bißchen Eigenkapitalanforderungen].

  7. kneipier sagt:

    Liebe Leute,

    der Streikposten hat keine „hoheitliche Aufgabe“ und darf sich nicht anmassen, ein Fahrzeug aufzuhalten.

    Hierzulande würde der beklagenswerte Getötete wegen eines „gefährlichen Eingriffs in den Strassenverkehr“ strafrechtlich belangt werden.