Italien-Streik weitet sich aus: Kein Obst und Gemüse für Deutschland

Auch Deutschland wird schon bald die Folgen der Blockade der italienischen Fernfahrer zu spüren bekommen: Obst und Gemüse kommen nicht mehr nach Norden durch. In Italien sind die Obstpreise explodiert. Inzwischen haben sich immer mehr Trucker dem Streik angeschlossen.

Aktuell:
Deutsche Truckerin überfährt italienischen Streikposten

Die Autobahn-Blockaden der italienischen Fernfahrer haben sich von Montag auf Dienst ausgeweitet. Auf den meisten Nord-Süd-Verbindungen ist der Verkehr zum Erliegen gekommen. Die Gewerkschaften vermelden, dass sich landesweit immer mehr Gruppen dem Protest angeschlossen hätten. Sie protestieren gegen Steuererhöhungen, die Benzin- und Dieselpreise in die Höhe treiben werden (mehr hier).

Der Verband der Exporteure ist besorgt darüber, dass Obst und Gemüse praktisch nicht mehr nach Norden durchkommt. Auch Deutschland dürfte schon bald von italienischen Früchten abgeschnitten werden.

Obst- und Gemüsepreise sind in Italien durch den Streik explosionsartig in die Höhe geschossen. Die Fruchtbranche kann davon aber nicht profitieren – denn ihre Ware verdirbt auf dem italienischen Autobahnen.

Nach Angaben der italienischen Nahrungsmittelindustrie verderben durch den Streik täglich Obst und Gemüse im Wert von 50 Millionen Euro, meldet der Corriere della Sera.

Auch Fiat ist von den Blockaden betroffen, weil die Zulieferer nicht mehr durchkommen. Die Werke in Melfi, Cassino, Pomigliano, Mirafiori und Sevel wurden geschlossen, den Arbeitern wurden drei Tage Zwangsurlaub verordnet.

Im Zuge der Blockade kam es bei Asti zu einem tragischen Unfall, als eine deutsche Fernfahrerin eine italienischen Streikposten überfuhr (mehr hier).

Italienische Politiker haben die Regierung aufgefordert, die Blockade umgehend mit Polizeigewalt zu beenden. So verständlich der Unmut der Fernfahrer sei, die Dimension der Blockade und der volkswirtschaftliche Schaden stünden in keinem Verhältnis mehr zum Ausmaß der Proteste.

Kommentare

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  1. biersauer sagt:

    Im Globalisierungswahn wurde die örtliche Kleingewerbestruktur von den größenwahnsinnigen Politikern, eliminiert. Folgen sind eine ungeheure Verkehrsbelastung samt hohen Kosten, erhöhte Versorgungsrisiken und eine weltweite Krisenanfälligkeit.Örtliches Kleingewerbe hat seine nachhaltige Berechtigung, wenn dies auch nicht im Schulwissen der Wirtschaftsfachleute impliziert ist, doch wenn sich eine Gesellschaft selbst versorgen muss, ist eine solche Kleingewerbestruktur lebenserhaltend, dies sollte im Lehrstoff der Akademien einen Merksatz darstellen.
    Wie wichtig für die Rumänen deren viel belächelte Pferdefuhrwerkerei in Zeiten wie diesen ist, zeigt sich, dass örtliche Transporte andernwärts garnicht machbar wären, aber Brüssel wollte das schon mittels Gesetz abschaffen. EIn Eu-Wahnsinn.

  2. Jüres sagt:

    Wir haben auch Obst und Gemüse! Sollen die Italiener doch ihr Obst und Gemüse ins Mittelmeer werfen!

  3. belgier sagt:

    wenn rund um jedes eu land an den grenzen dicht gemacht wird brauch deutschland nicht viel zu machen .mit gehngen ist mit gefangen . ganze welt steht über kopf .