Bankenverband erwartet Schuldenschnitt für Portugal

Das Internationale Institut für Finanzen (IIF) sieht eine akute Insolvenzgefahr für Portugal und erwartet daher einen Schuldenschnitt von mindestens 30 Prozent.

Die Wahrscheinlichkeit, dass auch Portugal einen Schuldenschnitt braucht, steigt. Zwar ist die Finanzierung für dieses Jahr durch das Rettungspaket der Europäischen Union gedeckt (mehr hier), doch schon nächstes Jahr droht Portugal die Insolvenz.

Im September 2013 muss Portugal das erste Mal seit dem Bailout neun Milliarden Euro an Schulden über den Markt auftreiben. Ob dies gelingt, ist mehr als fraglich. Sowohl die Zinsen für portugiesische Staatsanleihen als auch die Kosten für die Ausfallsversicherung von Portugal-Anleihen haben ein Rekordlevel erreicht (Spekulanten wittern bereits ihre Chance – mehr hier).

Das portugiesische Sparprogramm geht davon aus, die Regierung könne im Jahr 2013 wieder langfristige Staatsanleihen ausgeben. Doch der Internationale Bankenverband (IIF) glaubt nicht, dass das gelingen wird: „Mit einer Rendite über zwölf Prozent – trotz jüngste Rückgänge – ist es sehr unwahrscheinlich, dass diese Annahme realisiert wird. Selbst wenn die Sparziele für das Haushaltsdefizit erfüllt werden“, zitiert das Wall Street Journal den IIF. Damit würde Portugal einen Schuldenschnitt von etwa einem Drittel benötigen.

Portugal unterscheidet sich in einigen Punkten von Griechenland. Die Regierung hat eine Mehrheit hinter sich, um Maßnahmen leichter umsetzen zu können. Im Unterschied zu anderen Risikostaaten kam es in Portugal durch die Sparmaßnahmen kaum zu sozialen Unruhen (mehr hier). Die gesetzten Sparziele konnten erreicht werden. Doch in einem Punkt gleicht Portugal Griechenland: Der Sparplan setzte ein zu hohes Wirtschaftswachstum voraus.

Die Prognose für das Wirtschaftswachstum in diesem Jahr musste bereits korrigiert werden. Im Plan ging man von einem Rückgang des BIP um 1,7 Prozent aus. Aktuell befürchtet man, dass die Wirtschaft drei Prozent schrumpfen wird. Beobachter rechnen bereits mit einem weit höheren Rückgang des Bruttoinlandsproduktes.

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Kommentare

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  1. k510817 sagt:

    2013—-ist noch lange hin!
    1. vielleicht gibt es dann Bürgerkrieg
    2. vielleicht gibt es wieder einen Weltkrieg
    3. vielleicht ist Portugal dann gar nicht mehr auf der Landkarte
    4. vielleicht sind bis dahin alle Probleme gelöst
    5. vielleicht ist die ganze Welt dann harmonisch in der NWO vereint

    vielleicht—-vielleicht—-vielleicht…

  2. Rönneberg sagt:

    Das sind die Auswirkungen der Finanzkrise -es wird und alle treffen den einen früher den anderen später. Der Eurocrash kommt -Game Over .

    http://www.pigbonds.info/
    http://www.kopp-online.com/index.html
    http://alles-schallundrauch.blogspot.com/2011/01/tv-nachrichten-live.html
    http://www.hartgeld.com/

    hier kann man alles nachlesen !