Europas Banken schulden der EZB 830 Milliarden Euro

Die Ankündigung von Angela Merkel und Nicolas Sarkozy, die Banken-Regulierung aufzuweichen, hat einen handfesten Grund: Die Banken stehen bei der EZB gewaltig in der Kreide. Die aktuellen Zahlen der EZB zeigen, dass die Forderungen der EZB gegenüber den europäischen Banken aktuell 830 Milliarden Euro betragen.

Aktuell:
Griechenland-Schuldenschnitt: IWF will, dass EZB einen Teil ihrer Griechenland-Papiere abschreibt

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat Europas Banken in den vergangenen Monaten kräftig mit Liquidität ausgeholfen. Weil er Interbanken-Markt darniederliegt, schulden die Banken der EZB aktuell 830 Milliarden Euro. Davon sind 130 Milliarden Euro lediglich für eine Woche vergeben. Der übrige Betrag ist allerdings längerfristig an Banken verliehen (dieser Betrag könnte beim nächsten Tender im Februar bis auf 10 Billionen Euro anwachsen – mehr hier). Das geht aus den aktuellen Zahlen hervor, die die EZB heute veröffentlicht hat.

Bisher hat die EZB im Januar am Sekundärmarkt Staatsanleihen für sieben Milliarden Euro gekauft. Im gesamten Dezember 2011 waren es acht Milliarden gewesen. Dies entspricht dennoch den niedrigsten Ankäufen von Staatsanleihen seit Juli letzten Jahres (mehr hier). Dafür hat die EZB mit dem 3 Jahres-Tender fast 500 Milliarden Euro an die Banken ausgeschüttet (mehr hier). Zu diesen kommen weitere 330 Milliarden Euro aus längerfristigen Krediten. Für die Banken sind diese Summen eine erhebliche Herausforderung. Vermutlich tun sich einige damit besonders schwer, weshalb Angela Merkel und Nicolas Sarkozy angekündigt haben, die geplante Bankenregulierung wieder aufzuweichen (mehr hier).

Die Lage auf dem Interbankenmarkt bleibt weiter angespannt. Die Banken leihen sich untereinander fast kein Geld. Auch deshalb muss die EZB die Liquidität in der Eurozone hoch halten. Die Einlagen durch Banken über Nacht haben kaum abgenommen (in jüngster Zeit gab es immer wieder Rekorde bei den Übernachteinlagen – mehr hier). Auch hier zeigen die aktuellen Zahlen der EZB kaum eine Entspannung. Allerdings hat sich die Lage auch nicht weiter zugespitzt – eine in Zeiten der Krise fast schon als positiv zu wertende Nachricht.

Mehr zum Thema:
Merkel gibt nach: 250 Milliarden zusätzlich für Euro-Rettung?
Nächste Griechenland-Tranche: 60 Milliarden Euro gehen an die Banken
Die neue EZB: Weniger Deutschland, mehr Politik

Kommentare

Dieser Artikel hat 19 Kommentare. Wie lautet Ihrer?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

  1. Karl Heinz sagt:

    Zitat:“ Europas Banken schulden der EZB 830 Milliarden Euro “

    Jeder muss realisieren, dass das alles Luftbuchungen sind, für die die europäischen Völker, ohne jede echte Gegenleistung, mit ihrer Arbeitskraft, haften müssen.

    Der Welt-Geldbetrug von Prof. Dr. Eberhard Hamer, Mittelstandsinstitut Hannover:
    http://neofeudal.ne.funpic.de/weltgeldbetrug.pdf

    WER DIE MACHT HAT DIE GELDMENGE, IN DER REALWIRTSCHAFT ZU BESTIMMEN, KANN KRISEN BELIEBIG AN- ODER ABSCHALTEN !!!

    Nix Konjunkturzyklen, nix Kondratieff-Zyklen – alles nur „Experten-PR“ fürs blöde Volk