USA: Jeder zweite Amerikaner bezieht Sozialleistungen

Im vergangenen Jahr war fast jeder zweite US-Amerikaner auf Sozialleistungen angewiesen. Für die Regierung ein großes Problem, denn das Sozialsystem verschlingt einen Großteil der öffentlichen Gelder: Allein 2011 kostete das die USA 2,5 Billionen Dollar.

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Fast 50 Prozent der US-Amerikaner bezogen im vergangenen Jahr auf verschiedene Weise Sozialleistungen oder sonstige staatliche Unterstützung. Dies zeigen die neuesten Zahlen der US-Statistikbehörde. Eine nicht unwesentliche Belastung für den – in roten Zahlen versinkenden – Staatshaushalt. Denn tatsächlich gab die USA im vergangenen Jahr 2,5 Billionen Dollar für Sozialleistungen aus. Damit nehmen die Sozialausgaben über 65 Prozent der gesamten Staatsausgaben ein – das sind rund 15 Prozent des BIP.

Die Ursachen für die immens gestiegenen Sozialausgaben sind die Folge der unverändert schlechten Konjunktur. Seit etwa drei Jahren kämpfen die USA mit einer hohen Arbeitslosigkeit. Nach dem sprunghaften Anstieg der Arbeitslosen-Zahl 2009 war das Sozialsystem der USA völlig überfordert. Der US-Kongress hatte daraufhin ein umfangreiches Konjunkturpaket verabschiedet. Die Folgen: Das Haushaltsdefizit steigt unermüdlich weiter. Nun versucht die Regierung mit Steuererhöhungen und Sozialkürzungen an anderer Stelle zu sparen. Einzelne Kommunen mussten bereits Rentenkürzungen vornehmen, um ihre Schulden zu bedienen (mehr hier).

Ende Dezember 2011 wurde der Höchststand der US-Verschuldung von über 100 Prozent des BIP verzeichnet (mehr dazu hier). Laufenden Zahlungsverpflichtungen kann die Regierung nur mit weiteren Schulden nachkommen. Obama forderte daher erst zu Beginn des Jahres eine weitere Anhebung der Schuldenobergrenze um 1,2 Billionen Dollar (mehr hier).

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Kommentare

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  1. Gerd sagt:

    Das Problem bei Sozialstaaten ist ja, dass sie fast allen Bürgern in irgendeiner Form alle möglichen Transfers zuteilen und so in seine Abhängigkeit locken. Das ist nun mal das Prinzip „Teile und Herrsche“.
    Wenn dann sogar schon 50% netto-Empfänger sind, hat ein Staat somit mindestens 50% von sich abhängig gemacht.
    So lassen die Völker sich leider immer mehr korrumpieren und abhängig machen. Das Ziel ist der Machtgewinn und Erhalt der Politoligarchie. Das Ergebnis ist Unfreiheit -asozial und unwürdig.

  2. biersauer sagt:

    Merkel&Co kennen die Schwachstellen der EU, doch sie pokern unbeirrt, hoch weiter.
    Jetzt können nur mehr Schulden mit Schulden abgedeckt werden, denn eine Rückzahlung ist angesichts der überbordenden Verwaltungsausgaben nicht mehr möglich. Die Schulden werden einfach auf die Bevölkerung überwälzt ohne je davon abzukommen, solange die davon betroffenen Menschen sich das gefallen lassen.
    Dass andrerseits aber die Wirtschaft in die Scheerung des Érdölengpasses kommen wird und gleichzeitig das Damoklesschwert der Klimawarnung vorliegt, wird die Wirtschaftsleistung eher abnehmen als sie zunimmt. Damit hängt auch die Hoffnung in der Luft auf Elektrizitäts-Motorisierung umzusteigen, was aber angesichts des europäischen Unvermögens, solche Fahrzeuge bereitzustellen, ebenfalls nicht funktionoieren wird, da allessamt aus China her eingeführt werden muss, sodass China daran den wirtschaftliche Erfolg einstreifen wird und Europa hat lediglich die Probleme, denn es gibt hier keine Erzeugung von den dazu nötigen Lithiumakkus uns auch keine E-Motorenproduktion und keine Infrastruktur und keine Ersatzteilefabriken.