Top-Job für Jean Claude Trichet bei EADS

Der ehemalige Chef der europäischen Zentralbank wird für seine Verdienste um den Euro belohnt und erhält einen Aufsichtsratsposten bei EADS.

Der ehemalige Direktor der Europäischen Zentralbank (Er prägte vor Draghi entscheidend die Währungspolitik – mehr hier), Jean-Claude Trichet wird eine führende Position im Aufsichtsrat des Flugzeugbauers EADS (Airbus) einnehmen. Die Anleger des deutsch-französischen Unternehmens haben ihre Zustimmung für den Personalwechsel im Aufsichtsgremium zugestimmt.

Der Franzose Trichet soll den Platz von Arnaud Lagardère, einem französischen Medienunternehmer einnehmen, der den Vorsitz des Aufsichtsrats übernehmen wird. Den Posten des Vorstandsvorsitzenden soll hingegen ein deutscher Kandidat bekommen: Der deutsche Chef von Airbus, Tom Enders wird neuer CEO von EADS. Bis der Wechsel endgültig vollzogen werden kann, muss der Aufsichtsrat noch sein Einverständnis geben.

Zuvor hatten sich die Regierungen von Deutschland und Frankreich für den Umbau im Vorstand von EADS ausgesprochen. Die Nachbesetzung durch Jean-Claude Trichet ist vor dem Hintergrund zu sehen, dass Staatsbeteiligungen an EADS gesenkt werden sollen.

Sowohl Enders als auch sein Vorgänger setzen sich dafür ein, dass Deutschland und Frankreich weite Teile ihrer Anteile am Flugzeugbauer abgeben. Sollte dies umgesetzt werden, wäre mit dem ehemaligen EZB-Chef immerhin ein guter Bekannter der Regierungen aus Paris und Berlin im Aufsichtsrat. Für Trichet handelt es sich dabei um einen attraktiven Posten nach seinem Ausscheiden aus der EZB. Die Besetzung wirft auch ein Licht auf die Unabhängigkeit der EZB-Präsidenten: Sie dürfen zumindest erwarten, nach ihrem Ausscheiden aus der EZB von den nationalen Regierungen mit Top-Jobs bedacht zu werden. Natürlich muss gesagt werden: Niemals würde ein amtierender EZB-Chef während seiner Amtszeit auch nur eine Sekunde an einen solchen Gedanken verschwenden.

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Kommentare

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  1. Ken Siebert sagt:

    Die „Grande Nation“ kämpft unaufhörlich für die eigenen Interessen und Claude Trichet setzt noch einen drauf und erstattet seinen Glubensbrüdern in der Knesset fein säuberlich Bericht…………….

    • Grauber sagt:

      Der Fisch erkennt weder das Netz, noch den Fischer –

      Es war Herbert Wehner, der folgendes zu E.D. Lueg sagte:

      Herr Lüg , “ SIE wissen NICHTS, ich weiss nichts, niemand weiss etwas „.

  2. Reinhold sagt:

    Frankreich besetzt gezielt die Schlüsselpositionen in der EU um die Machtposition der ´grande nation´ auszubauen. Deutschland wird nicht mehr existieren oder nur noch von Frankreichs Gnaden mehr oder weniger dahindarben dürfen. Deutschlands Wohlstand wird gerade mittels der EU ausradiert! – Geniale Machtpolitik Frankreichs, die zeigt wie unfähig bzw. korrupt unsere politische Elite agiert!

  3. kneipier sagt:

    Da schliesst sich der Kreis.

    War seinerzeit Thomas Enders (Atlantik- Bruecke e.V.) Chef bei EADS und derzeit bei Airbus, so sitzt jetzt mit Trichet ein Mitglied der Trilateralen Kommission dort im Vorstand.

    Enders wahrer Job schien zu sein, die Deutsche Luftfahrt zu Schwächen; siehe seine Entscheidung, Flugzeuge nur noch auf Dollarbasis zu verkaufen. Die Transatlantiker hatten mit dem Mann den Bock zum Gärtner gemacht.

    Genau wie in der Europapolitik alle Schaltstellen der Macht mit den Leuten von Goldman- Sachs, Bilderbergern, Atlantikbrücklern und Trilateralen besetzt sind, so platzieren die „geheimen Weltenlenker“ „Ihre LEUTE“ in den Grosskonzernen.

    Wohl wissend, ihre praktizierte Abzocke immer durchgewunken zu bekommen. Auf allen Ebenen.

    Wie praktisch…

  4. Steuersklave sagt:

    Als Aufsichtsratmitglied sind die Möglichkeiten dieses Traumtänzers weiteres Unheil über die Völker Europas zu bringen deutlich geschrumpft.

  5. MG sagt:

    Köstlich der Schlußsatz . Weiter so DMN !

  6. yankeedudle sagt:

    der Mann hat´s verdient, er hat die krise nicht kommen sehen, in der katastrophe falsch reagiert, stellt euch mal vor, der hätte pilot werden sollen bei eads? neinnein, dann doch lieber verwaltungsrat.

  7. bayer sagt:

    Die Selbstbedienung dieser Leute ekelt mich an.
    Wer weiß, wie die Konzernmanager untereinander verflochten sind, bekommt Zorn.
    Uns wird Bescheidenheit, Gürtel-enger-schnallen, usw. ect. pp gepredigt, damit wir nur ja nicht auf die Idee kommen, ebenso gierig und frech zu sein, wie die „noblen“ Damen und Herren. Das Spiel neigt sich dem Ende zu. Leider zahlen dann wieder die Falschen: nämlich wir kleinen Leute.
    Danke an die dmn!

  8. malocher: sagt:

    Den hät ich nach Sibirien geschickt!