Italien-Streik: Gemüsepreise explodieren, Panik-Käufe in Rom

In mehreren italienischen Städten ist es zu Panik-Käufen gekommen. Die Versorgung mit Obst und Gemüse funktioniert beispielsweise in Rom so gut wie nicht mehr. Wo es noch etwas gibt, sind die Preise im Vergleich zum Samstag um 200% gestiegen.

Die Folgen der seit Montag andauernden LKW-Blockade spitzen sich weiter zu (so begann es – hier). Viele Städte meldeten bereits gestern Benzinmangel sowie Knappheit von Obst und Gemüse in Supermärkten (mehr hier). Nachdem zunächst Vorräte von Obst und Gemüse zur Neige gingen, fehlt es nun auch vermehrt an Milch, Eiern und Mehl. In Rom gibt es beispielsweise überhaupt keinen frischen Fisch mehr. Die leeren Regale schüren zunehmend Angst – so haben in der italienischen Hauptstadt bereit „Panik-Käufe“ begonnen, wie der italienische Landwirtschaftsverband „Confederazione Italiana Agricoltori“ (CIA) der Tageszeitung Corriere della Sera berichtet.

Die Preise der Lebensmittel, die noch vorhanden sind, sind indessen völlig außer Kontrolle geraten. Nach Angaben der CIA seien insbesondere die Preise für Obst und Gemüse im Vergleich zum vergangenen Samstag um bis zu 200 Prozent angestiegen. Bei Salaten sei der Kilogramm-Preis von zwei Euro auf 4,3 Euro gestiegen und bei Orangen hätte er sich verdoppelt.

Nun korrigiert auch der Lebensmittelverband Coldiretti ihre Angaben zu den Einbußen. Ihre erste Schätzung von 50 Millionen Euro Schaden, die täglich im Obst- und Gemüsehandel verursacht werden, hat sie nun auf 100 Millionen Euro erhöht. Der Gesamtschaden für die Volkswirtschaft Italiens ist noch nicht abzuschätzen. Anders als die Innenministerin glaubt die Branche, dass nicht die Mafia das größte Problem Italiens ist (mehr dazu – hier), sondern der Verlust des Vertrauens. Sergio Marini, Präsident von Coldiretti, sagt, dass man langfristig noch mit möglichen Verlusten rechne: Vielen europäischen Einzelhändlern ist das Geschäft mit italienischen Gemüsehändlern zu riskant geworden. Daher sehen sie sich nach Alternativen in anderen Südstaaten um. Die CIA geht davon aus, es könne noch Monate dauern, bis die Kunden das Vertrauen in den italienischen Obst- und Gemüsehandel wieder gewonnen haben.

Kommentare

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  1. aliderbaba sagt:

    Mut & Stolz & Hunger & Verzweifelung

    da wird noch Politik zum wohl des Volkes auf der Strasse erkämpft ,

    gabs in Deutschland auch schon vor vielen vielen Jahren ,

    selbst Regierungen wurden schon verjagt ,mit Kerzen aus Gamely .

    Gruss
    aliderbaba

  2. Trucker sagt:

    Liebe Leute

    Ich stand am Dienstag in Turin in solch einem Streik. Auch wenn es für mich persönlich schlecht war kann ich die italienischen Kollegen sehr gut verstehen.
    Hauptsächlich ging es um das überleben der kleinen und mittelständischen Fuhrunternehmen. Bei Dieselpreisen Jenseits der 1,8€ und erhöhten Maurkosten sind viele Unternehmen in ihrer Existenz und somit auch Arbeitsplätze gefährdet.

  3. baaba sagt:

    Es geht also los.
    Wenn die Banken und Automaten geschlossen, Tankstellen, Geschäfte und Apotheken ausverkauft, das zu Haus vorhandene Geld schon einen Tag später ausgegeben und die Tagesvorräte aufgebraucht sind, dann rappelt es in ganz Europa im Karton.
    Die ersten verhungerten KInder lassen den gesamten Betrugs- und Abzockverein EU in die Luft fliegen. Es wird um’s Überleben gekämpft werden, jeder gegen jeden.
    Ist das unsere Zukunft? Wahrscheinlich.
    Dann Gnade uns Gott

  4. Ichbins sagt:

    Ach bei den Italiener ist gemüse und obst sowieso spottbillig,, bei 200% aufschlag lohnt sich das immernoch zu kaufen..
    Vll hat ja sogar der staat seine finger im spiel :)
    und später wenn die Lkw-Blockade wieder weg ist. wird der preis einfach nurnoch um 50-100% gesenkt und man hat mehr einnahmen 😀

    • Kerstin Butta sagt:

      Wer hat Dir denn diesen Floh ins Ohr gesetzt.

      Von wegen spottbillig.

      Zumindest im Süden ist es teilweise teurer wie in Deutschland.
      Ich spreche aus Erfahrung

      • Ichbins sagt:

        Achja, ich war vor 3 Wochen dort bei bekannten..
        Und es ist dort mehr als billig so ein zeug.

  5. donnerkeil sagt:

    die Italiener sind Klasse, die blasen den Euro schon mal auf, dass F ihn dann fliegen lassen kann.

  6. Ingo sagt:

    Anfang vom Ende. Dieses Szenario könnte sich wie ein Krebsgeschwür über ganz Europa und weiter ausbreiten, da die inkompetenten Kräfte weiter Öl ins Feuer gießen.

    Die Bürger gehen wieder zu ihren Wurzeln des miteinander zurück und jagen die Politiker und Parteien zum Teufel.

    • Leganord sagt:

      Das Krebsgeschwür ist nicht der schmerzhafte Streik sondern die EU-Diktatur, die Menschen einfach satt haben.

      In Germania schläft der Michel noch tief und fest, das zu späte Erwachen wird schmerzhaft sein.

  7. EuroTanic sagt:

    So ist es richtig. Wenn der Arbeiter nicht will stehen alle Räder still. Nicht die Banker müssen gerettet werden, sondern die Arbeiter sind das wichtigste einer Gesellschaft. Sollen die Europäer weiter Banker retten und wertlose Euros essen? Oder soll die Gesellschaft wieder die unterstützen die die wahren Werte in der Gesellschaft produzieren?

  8. Robespierre sagt:

    Und das ist der Anfang, der uns im Norden bevorsteht.

  9. ASTRO-WOLF sagt:

    UNHEIMLICH, WIE SCHNELL DIE PREISE REAGIEREN!!!

    Wir sollten uns vor Augen halten, dass AUCH WIR dieses Szenario in Bälde erleben werden!
    Während die Lebensmittelpreise EXPLODIEREN werden, werden uns Nonsensprodukte regelrecht nach geworfen werden!

    (Wer einen Garten hat, sollte sich schleunigst SAATGUT organisieren!!!)

  10. Rosa Galler sagt:

    Wer derart seine Preise in die Höhe katapultiert, dem gehört sofort die Genehmigung zum Verkauf von Lebensmitteln entzogen!