Cameron: Deutschlands Exporte sind schuld an der Krise

Der britische Premier David Cameron hat in Davos eine scharfe Attacke gegen Deutschland geritten. Er attackierte auch die Franzosen. Die Finanztransaktions-Steuer nannte er „ganz einfach Irrsinn“.

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David Cameron wirft Deutschland vor, dass die Handelsbilanzüberschüsse eine der Ursachen der Schuldenkrise seien. Man könne nicht dauernd die Defizite der Schuldenstaaten anprangern. Die massiven Exporte der Deutschen hätten zu den Außenhandelsdefiziten der europäischen Staaten geführt. Cameron sagte beim Treffen des World Economic Forum (WEF) in Davos: „Ja, strenge fiskalische Disziplin ist notwendig. Aber das ist ein Problem der Handelsdefizite, nicht bloß der Budgetdefizite.“

Cameron sprach damit einem Bericht der FT zufolge vor allem den britischen und US-amerikanischen Gästen in Davos aus der Seele: Diese sollen verschiedentlich geäußert haben, dass Deutschland nicht versuchen solle, die Welt davon zu überzeugen, mehr „deutsch“ zu werden. Im Gegenzug müssten dann nämlich die Deutschen „weniger deutsch“ werden – indem sie mehr importieren und ihre Außenhandelsüberschüsse reduzieren.

Die Euro-Führer agieren nach Ansicht von Cameron planlos und ließen sich immer wieder von unwichtigen Dingen ablenke. Ein solches Nebenthema sei die Finanztransaktionssteuer, das Lieblingsprojekt von Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy und Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble. Großbritannien lehnt eine solche Steuer kategorisch ab. Sie sei „ganz einfach Irrsinn“, sagte Cameron unmissverständlich.

In der Euro-Krise müsse entschieden gehandelt werden. Eurobonds seien notwendig, und eine echte europäische Zentralbank. Die Euro-Zone müsse hier den Vorgaben des IWF folgen.

Diese Aussagen Camerons dürften ganz nach dem Geschmack von Angela Merkel gewesen sein. Die deutsche Bundeskanzlerin hatte in einem Interview mit dem Guardian eine Vision von Europa entworfen, in der Großbritannien im Grunde genau bei all jenen Integrations-Schritten mitmachen müsste, die Cameron ablehnt – und für die er in Großbritannien vermutlich niemals eine Mehrheit bekommen würde. Sollte Angela Merkel tatsächlich einen unauffälligen Rückzug aus der derzeitigen Euro-Zone in Erwägung ziehen, könnte sie die Äußerungen Camerons als einen Baustein in einer für die Geschichtsbücher vorgesehenen „Wir-sind-nicht-schuld“-Strategie einfügen (mehr zu diesem Ansatz – hier).

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Kommentare

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  1. Boehme sagt:

    …alte Waehrung ausbluten lassen—Nachhaltigkeits- oder , fuer die mit dem „Europaeischen -Gruen-STERNEN-Blatt- „gekennzeichneten Produkte/Produktion“ einfuehren. Nur so ist an eine Gesundung zu denken! Regionalbanken, die nur die verwalten!

  2. Frau Mona Lisa sagt:

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  3. winfried trautsich sagt:

    Lol. Cameron ist wohl ein Überbleibsel aus der viktorianischen Zeit mit
    seinem Hang Kolonien, wie die Falklandinseln weiterhin besetzt zu
    halten und nicht an Argentinien, oder andere zurückgeben zu wollen.

    Tja, Cameron und Kollegen suchen die Schuld gerne bei anderen, als
    mal vor ihrer eigenen Türe kehren zu wollen. Scheint ja auch einfacher.
    Dass England mit ihrem damaligen Thatcher-Rabatt bisher Hunderte von
    Milliarden Euro gespart hat, davon ist bei ihm keine Rede.

    Mit seiner Scheinmoral sich korrekt zu verhalten, ist er offenbar in seinem
    Klub gut aufgehoben. England ist fast 5 x so hoch verschuldet, wie das
    eigene BIP ausmacht.

    Doch sich immer noch als Lehrmeister aufspielen,
    den anderen (Frankreich, etc.) Vorschriften zumachen, wie sie sich in
    der Eurokrise zu verhalten haben und selbst nicht beitreten zu wollen, damit
    sie weiterhin auf Kosten der Gemeinschaft ihre Schäfchen ins Trockene
    bringen, das geht gar nicht!

    „Cameron, shut up!“

  4. umdenken2012.de sagt:

    Also ist Deutschland schuld an den Problemen ?
    Oh, das wollte ich nicht 🙁 höre gerne auf für die Schulden anderer (Banken) zu zahlen !

  5. Dachbodengrattler sagt:

    Vor hundert Jahren waren es die deutschen Kriegsschiffe die Albion erregten, heute sind es die deutschen Exporte.

    Mister Cameron hat vergessen, dass sein Land praktisch die Industrie zerstört und einseitig auf die Finanz“industrie“ gesetzt hat. Deshalb lehnt man die Finanzaktionssteuer tobend ab.
    Wer nach wie vor Sonderkonditionen in Europa haben will, dabei noch nicht einmal dem Euro beigetreten ist, der möge sich doch bitte britisch-fein der krawalligen Stimme enthalten.

  6. AnnaDomini sagt:

    Nun sollten wir echt mal den Griechen oder Italienern etc. den Vortritt lassen. Nur, weil wir und unsere Vorfahren uns die Mühe machten, etwas auf die Beine zu stellen, was uns stolz (oh, ist das jetzt zu nationalstolzbehaftet?) und erfolgreich machte – die Jahre der „vollmundigen Labsal“ (außer blabla war ja die letzten Jahre nicht mehr viel) reichen echt aus. Schenken wir den Südländern doch unsere Produktionsstätten, unsere Erfindungen, wuppen wir nicht nur Geld sondern gleich Siemens, Mercedes, etc. pp. da runter -als Wirtschaftshilfe. Auch sollten wir in uns gehen und gleich die deutschen Dichter und Denker einitalienern. Oder einspaniern. Ich glaube, die Luft in Brüssel – bzw. hier mal England – hat nicht genügend Sauerstoff. Oder tauchen die Deppen – sorry, Politiker – ab und an nur kurz auf und haben die Taucherkrankheit?
    Entschuldigung, ich habe mich zu Sarkasmus hinreißen lassen.

  7. Meinungsfreiheit sagt:

    „Der Zweite Weltkrieg wurde für die Kapitalbesitzer in den USA zum größten Geschäft und führte und zur Senkung der Arbeitslosen um zehn Millionen. Außenpolitisch festigten die USA Ihre Vormachtstellung auf dem Weltmarkt, indem sie die kriegführenden westeuropäischen Staaten durch Kredite von sich abhängig machten und die Auflösung derer Kolonialimperien vorantrieben. Gleichzeitig führte der Krieg zur Zerstörung Deutschlands, einer aufblühenden Weltwirtschaftsmacht mit einem auf Austausch der Leistungen beruhenden neuen Finanzsystem, „ bei dem die Weltfinanz nicht mehr mitverdienen konnte „ (Winston Churchill in seinen Memoiren) Damit war die gefährlichste Konkurrenz auf der Welt beseitigt.“

    Aus einem Buch eines deutschen Jagdfliegers der den WK II miterlebt hat. Damit wird auch deutlich was Helmut Schmidt im TV meinte: ihre Deutschen immer schön bescheiden sein und zahlen, und macht kein Stuss sonst bekommt ihr was auf die Nuss.

  8. Rosa Galler sagt:

    Nun ja, Deutschland ist immer schuld. Haben wir allerdings mal wirklich keine schuld, macht nichts, wir haben dann eben trotzdem schuld.

    Wir fühlen uns sowieso für alles schuldig. Ob es regnet oder schneit. Dax oben Dax unten.Hauptsache der dumme Deutsche hat schuld.

  9. luther sagt:

    ja, die Kleinbritannier, mit der Hetzjagd auf Deutschland wurde das zusammengeraffte Imperium verzockt, und trotz totaler Niederlage, Ausplünderung, Demütigung ist D auch noch führende Wirtschaftsmacht auf dem Kontinent. Politisch weniger als ein Zwerg, aber da spielt die Hauptmusik eh längst in anderen Regionen der Welt.
    Herr Cameron, a bisserl nachdenken hätt sicher zu der Erkenntnis verholfen, D kann nur soviel exportieren, weil die Produkte begehrt sind und ihr Kauf sich trotz hoher Preise rechnet. Niemand hindert Kleinbritannien daran hier eifrig Konkurrenz zu machen.
    Nehmen sie D einfach mal raus aus der finanziellen europäischen Schmierentragödie, wer hat dann noch die restliche Kreditwürdigkeit um den Saftladen noch ein paar Monate vor dem Zusammenbruch zu retten? ZU ihren Gunsten nehme ich mal an, daß ihnen das klar ist und ihre marktschreierischen Parolen für das als blöd vermutete Publikum sind. Bei der Mehrheit der MSM liegen sie da ja auch richtig.