Olli Rehn will mehr Geld von EZB und Euro-Staaten für Griechenland

EU-Währungs-Kommissar Olli Rehn fordert ein zweites Hilfspaket für Griechenland. Sollte der Schuldenschnitt der privaten Anleger nicht reichen, müssen die EZB und die Euro-Staaten mehr Geld zur Verfügung stellen. Das sei aber „nichts Dramatisches“, sagt Rehn.

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Der EU-Kommissar für Währung und Wirtschaft, Olli Rehn, will Mitgliedsstaaten und EU-Institutionen stärker am Schuldenschnitt für Griechenland beteiligen. Mit einem zweiten Rettungspaket will er die Verschuldung Griechenlands auf 120 Prozent des Bruttoinlandsproduktes senken, sollte der Schuldenschnitt mit den Banken dafür nicht ausreichen.

„Wir bereiten ein Paket vor, das den Weg für eine nachhaltige Lösung für Griechenland ebnen wird. Auf Basis einer neue Analyse der Schuldentragfähigkeit, sind wahrscheinlich mehr Mittel aus öffentlichen Haushalten nötig – aber nichts Dramatisches“, sagte Rehn der Nachrichtenagentur Reuters. Man fragt sich, wie viele Analysen und Korrekturen es noch braucht: Erst vor einem halben Jahr hatte die EU das Ziel ausgegeben, Griechenland müsse im Jahr 2020 eine verkraftbare Verschuldung von 120% des BIP erreichen. Nach neuesten Berechnungen werden es eher 130% sein. Und ob das Land mit der Verschuldung überlebensfähig ist, kann heute keiner sagen – zumal sich in der griechischen Politik die Indizien mehren, dass man weder sparen kann noch sparen will (mehr hier).

Rehn stellt sich mit seinem Aufruf an die EZB und die EU an die Seite des des Internationalen Währungsfonds. Dieser hatte gefordert, auch die EZB müsse beim Schuldenschnitt auf Teile ihrer Staatsanleihen im Wert von 40 Milliarden Euro verzichten (mehr hier). Mit einem zweiten Rettungspaket würde Rehn diesen Schritt zwar umgehen, das Geld würde aber wieder von der EZB und somit von den nationalen Zentralbanken kommen müssen (mehr hier).

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Kommentare

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  1. Rummeda sagt:

    Wann wird Griechenland endlich aus der Eurozone entfernt? Mit gefälschten Statistiken / Bilanzen hat man sich vor Jahren den Beitritt erschlichen. Jeder normale Bürger / Unternehmer säße für diesen Betrug schon lange in Haft. Lernfähig und -willig ist dieses Volk / Regierung auch nicht. Wir müssen Einbußen hinnehmen, spätere Rente, Kürzungen / Streichungen bei Weihnachts- und Urlaubsgeld, und den Griechen wird weiterhin das Geld für’s süße Leben (keine Steuern zahlen, mit 55 in Rente usw.) in den „H…….“ geblasen. Das ist wie Perlen vor die Säue werfen.

  2. Syssifus sagt:

    Die Finanzhilfen für Griechenland sind eine Farce,das Loch im Faß wird immer größer,,je mehr hineingestopft wird.Wer kann überhaupt noch sagen,wie hoch die Schulden wirklich sind ? Seit dem Ecofin-Treffen im Februar 2009,das war eigentlich geheim,wissen die Finanzminister der EU von problematischen Wertpapieren im Umfang von 18,2 Billionen Euro.im Euro-Raum.Wer hat die meisten im Portfolio ?

  3. Euroblond sagt:

    Immer wenn man Geld nach Griechenland pumpt, läuft es einemal im Kreis gleich wieder raus. Das ganze System von Banken und Finanzeliten dort ist derartig kriminell miteinender verflochten dass man dort Trilliarden reinpumpen könnte ohne dass unten was ankommt.
    Daher wurden die Griechen inzwischen vergleichsweise kurz gehalten.
    Auch die Finanzierung über die nationale Zentralbankgeldschöpfung hält das System nicht mehr lange über Wasser, da auch hier das meiste geklaut wird.
    Rehn und die anderen EU Machtjunkies wissen das. Sie wissen aber auch dass ihre Grossmachtbestrebungen ins wanken geraten könnten wenn Griechenland fällt.
    Daher versuchen sie mit allen Mitteln immer mehr Geld für GL locker zu machen.
    Man kann nur hoffen dass sich die Eurobonds nicht durchsetzen, dann läuft dieser Pleite Zirkus nochmal 5-10 jahre.

  4. Munnie sagt:

    Beatrix von Storch berichtet über den neuen ESM-Entwurf und kommentiert.
    Sehr aufschlussreich.

    http://www.abgeordneten-check.de/artikel/867-beatrix-von-storch-berichtet-uber-den-neuen-esm-entwurf.html

    Bitte weiterverbreiten….

  5. armer Mann sagt:

    Aus Griechenland wurden hunderte Milliarden Euros abgezogen, in der Schweiz, London und anderen Ländern in Sicherheit gebracht und Deutschland soll jetzt die Lücke schließen, was letztendlich wir Steuerzahler ausbaden können und die reichen Griechen sind fein raus.

    • paloma sagt:

      ich dachte in der EU gilt freier waren- und personenverkehr.
      und das auch mit der schweiz über bilaterale verträge.
      die griechische regierung ist ja schuld,wenn die griechen ihr vermögen in sicherheit bringen wollen.
      und wenn sich die schweizer banken an die gesetze halten kann man ihnen nichts vorwerfen.
      die EU muss was gegen die steuerflucht unternehmen uns sicher nicht die schweiz.

      liebe grüsse aus der schweiz

      • Euroblond sagt:

        Die Schweiz ist eine der grössten Geldwaschmaschinen der Erde.
        Es liegt kaum irgentwo so viel Blut-,Drogen- und Leichengeld wie dort.
        Würden alle Verbrecher ihr Geld von dort abziehen ,wäre die Schweiz an einem Tag pleite.

        • paloma sagt:

          hast du den beweise,das die schweiz die grösste geldwaschmaschine
          der erde ist?????

          die schweiz beteiligt sich wenigstens nicht an angriffskriegen.
          so wie deutschland in afghanistan.

    • schlaumeister sagt:

      das sei aber nichts dramatisches – sagt Rehn. Nur nicht dramatisieren,
      wenn der Karren mit Vollgas schon kurz vor der Wand ist. Irgendwann
      werden die Intelligentesten dieses Verbrecherpacks flüchten, weil sie
      die Rache des Volkes spüren, Nur,- die Intelligenten sucht man unter
      diesem Politmarionettenpack vergeblich, sonst würden sie nicht so
      einen Irrsinn verzapfen.

  6. Hugin sagt:

    Ein typischer Fall von Wahnsinn: man macht immer wieder denselben Fehler, aber in der Hoffnung auf ein anderes Resultat. Es ist nicht mehr zu fassen, was die da – gegen das Wohl des Volkes – verzapfen.

  7. Aurora sagt:

    Es funktioniert nicht – eigentlich ist das inzwischen allen klar. Griechenland ist ein hoffnungsloser Fall, und man wußte bereits beim Beitritt, dass die Zahlen nicht stimmen. Es war eine politische Entscheidung.

    Das Experiment ist gescheitert, und die saftige Krise, die auf uns zukommt, kann nur noch verzögert werden. Bis zum letzten Moment wird halt weitergewurstelt.

    Für wen immer diese Leute arbeiten – für uns nicht.

  8. Werner sagt:

    Wann werden diese Leute endlich abgewählt bzw. von Massen-Demonstrationen zum Rüktritt rezwungen ?
    Ich bin das dauernde Geflenne „Deutschland ist verloren“ leid. Das nützt garnix !!
    Es müssen Massen-Demonstrationen gegen diese Leute stattfinden !

    mfg. Werner

    • Realist sagt:

      Einfach machen, nicht nur schwafeln!

    • spion und spion sagt:

      Sie hätten in der Schule mal besser aufpassen sollen.
      Dann könnten Sie heute unterscheiden zwischen einem Aufruf und einer Feststellung.
      Ihr Kommentar ist eher ein Grund, zuhause zu bleiben.

  9. Schwarzsauer sagt:

    http://www.daylife.com/photo/04ph2Za4dR7sx

    Turkish President Abdullah Gul’s wife Hayrunnisa Gul (2nd L) and Foreign Minister Ali Babacan’s wife Zeynep Babacan (R) pose with European Commission President Jose Manuel Barroso’s wife Maria Margarida Pinto Ribeiro Sousa Uva Barroso (L)

    and EU Enlargement Commissioner Olli Rehn’s wife Merja Rehn in Ankara April 10, 2008.