Spanien: Arbeitslosigkeit steigt auf über 5 Millionen

Die Arbeitslosenzahlen in Spanien sind im Dezember erneut – nun auf 5,3 Millionen – gestiegen. Spanien will nun die EU überzeugen, dass Sparen der falsche Weg zur Gesundung der Wirtschaft ist.

Spaniens Arbeitslosenzahlen haben die 5 Millionen-Marke überschritten. Zahlen des Nationalen Instituts für Statistik zeigen, dass im vergangenen Dezember 5,3 Millionen Spanier ohne Arbeit waren – das sind 22,8 Prozent der Bevölkerung. Damit hat Spanien die höchste Arbeitslosigkeit in der EU. Besonders alarmierend ist die Jungendarbeitslosigkeit von fast 50 Prozent.
Unterdessen würdigt Bundeskanzlerin Angela Merkel den spanischen Ministerpräsidenten Mariano Rajoy für seine Sparanstrengungen, so El País. Bei einem Treffen am Donnerstag in Berlin sagte Merkel, sie habe „großen Respekt“ für die Bemühungen der Regierung, das Haushaltsdefizit und die Arbeitslosigkeit zu bekämpfen. Rajoy war im Vorfeld des am Montag stattfindenden EU-Gipfels nach Berlin gereist, um Merkel davon zu überzeugen, dass er in der Lage sei, mit den wirtschaftlichen Problemen seines Landes umzugehen.

Zudem hoffte Rajoy, er könne die Kanzlerin dazu bringen, Spanien eine Atempause bezüglich des Haushaltsdefizits zu gönnen. Rajoy soll zu Beginn der Woche in Lissabon von neuen Verhandlungen bezüglich des Defizitziels gesprochen haben. Finanzminister Cristóbal Montoro sagte, eine Bitte für Flexibilität des offiziellen Defizitziels von 4,4 Prozent des BIP wäre nicht unvernünftig. Er sagt, Spanien benötige eine realistische Politik, um die Krise zu überwinden.
Die neuen Arbeitslosenzahlen könnten Spanien Argumente für seinen Vorstoß liefern. Der britische Economist vermutet, dass Spanien diese Strategie ganz bewusst wählt, um bei der EU eine Lockerung der Defizit-Vorschriften zu erreichen.

Kommentare

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  1. Grauber sagt:

    Was will Spanien denn OHNE eine weitere Betonierung seiner Küsten zu starten, nutzbringend produzieren ?

  2. Atreides sagt:

    Das sind die Zahlen der EPA, der Statistik der Aktiven Bevölkerung, bei der die Arbeitslosenzahlen immer höher ausfallen als bei der amtlichen Arbeitslosenstatistik, die nur die Arbeitslosen berücksichtigt, die Arbeitslosengeld beziehen.

    Jetzt kommt noch hinzu, daß die (erst vor ca. 2 Jahren von der katalanischen Landesregierung gekaufte) Fluggesellschaft SPANAIR heute beantragt hat, ihren Betrieb einzustellen: http://www.intereconomia.com/noticias-gaceta/economia/spanair-prepara-hoy-solicitud-para-suspender-su-actividad-vuelos-20120127

    Seit der Pleite von Marsans (einst eine der größten Reisebüroketten in Spanien, der auch neben Spanair einmal Aerolíneas Argentinas gehörte) und dem Flugzeugabsturz von Spanair in Madrid (Wartungsmängel und Fehlentscheidung des Piloten, mit einer defekten Maschine zu starten, weil Spanair ihre Piloten unter Drucksetzt und in Madrid keine Flugingenieure mehr hatte, die die Flugtauglichkeit der Maschinen prüfen können), hat sich die Firma nicht mehr erholt. Die völlig pleiteregierte katalanische Landesregierung kaufte dann von der insolventen Marsans Spanair, um die Fluggesellschaft zur katalanischen Luftlinie zu machen, ganz im Sinne des nationalistischen Größenwahns der Regierenden dieser spanischen autonomen Gemeinschaft.

    Nicht genug der Schreckensnachrichten konnte man gestern wieder lesen, daß die andalusische Landesregierung gerade für eine ihrer 23 (!!!) Auslandsvertretungen einen 150.000-Euro-schweren Vertrag abgeschlossen hat, um dort die „Feria de Abril“ auszurichten, wo doch Andalusien ebenfalls von den Sozialisten pleiteregiert worden ist.

    Angesichts der Einstellung vieler spanischer Landespolitiker erscheint es unwahrscheinlich, daß sich die Wirtschaft in Spanien mittelfristig so erholen wird, daß die Arbeitslosenzahlen wieder auf 2,5 Mio. fallen. Da müßte man schon die Produktion von Asien zurückholen und einen Großteil der Einwanderer aus nichteuropäischen Ländern wieder nach Hause schicken. Nur bei einer Preisentwicklung, die Spanien teurer gemacht hat als Deutschland, wird es schwer sein, wettbewerbsfähig zu werden, solange man noch den Euro hat. Der Euro war für Spanien ohne Zweifel alles andere als ein Wettbewerbsvorteil.

  3. PZ, Insolvenzberater ;-) sagt:

    Seit wann gibt es DMN eigentlich ? Ich habe die erst vor einem halben Jahr entdeckt.
    DMN sollte Leitmedium in Deutschland werden, Bild, Spiegel, Stern & Co. können echt einpacken.

    • Holger sagt:

      eine weiter Alternative lautet „Junge Freiheit“, als Studentenzeitung vor 25 jahren gegründet und bis heute ohne politischen Einfluss. Kommt zwar nur einmal pro Woche als Druckausgabe, dafür aber umso ehrlicher (!)

  4. Waltraud Schlimm sagt:

    Das Merkelprinzip lautet,
    ihr müßt sparen. Ihr sollt solange sparen bis ihr von den Schulden runter seid. Sie predigt dies Gebetsmühlenartig zu allen angeschlagenen Staatenin der EU. Das ist natürlich sehr leicht. Damit könnte sie bei uns auch mal anfangen. Vom Weihnachtsgeschäft sind super Steuern reingekommen und trotzdem werden noch Schulden gemacht. Wasser predigen und Wein trinken. Bei uns wird auch nichts getilgt oder abbezahlt von dem Schuldenberg. Bei uns werden Schulden mit Schulden bezahlt.

  5. Zeitzeuge sagt:

    Stoppt Merkel!