Iran will „bald“ Öl-Exporte in einzelne EU-Staaten stoppen

Der Iran sendet widersprüchliche Signale in Richtung EU: Die für Sonntag angekündigte Abstimmung im Parlament wurde verschoben. Doch kündigte ein Offizieller an, schon „bald“ Erdöllieferungen in bestimmte, nicht genannte EU-Staaten zu stoppen.

Das iranische Parlament hat den Beschluss über einen Lieferstopp von Öl an europäische Länder verschoben. Ursprünglich hatte der Iran angekündigt, am Sonntag einen Beschluss zu fassen, der die Lieferungen an Europa stoppen sollte. Damit wollte man auf die Sanktionen der EU reagieren, die ab 1.Juli kein Öl mehr aus dem Iran importieren will. Einen Antrag gegen Ölgeschäfte mit EU-Ländern gab es dann in der Sitzung des iranischen Parlaments allerdings nicht.

Ein Grund dafür, vorerst keinen Lieferstopp zu beschließen, liegt wohl darin, dass sich der Iran mit einer solchen Maßnahme vor allem selbst schädigen würde. Ein Embargo gegen die EU könnte höchstens zwei Monate aufrecht erhalten werden. Danach müsste die Produktion gedrosselt werden. Dies würde zu erheblichen Verlusten führen (mehr hier). Die Verantwortlichen im Iran sehen dies naturgemäß anders: „Öl aus dem Iran hat seinen eigenen Markt, auch wenn wir die Exporte nach Europa einstellen“, sagte Minister Rostam Qasemi der für den Export von Rohöl verantwortlich ist.

Qasemi kündigte an, der Iran werde schon bald seine Lieferungen an einige europäische Länder einstellen. Wann es soweit sein könnte und welche Länder davon betroffen sein werden, sagte der Minister nicht.

Während der Konflikt um gegenseitige Sanktionen im Ölgeschäft weitergeht, haben Inspektoren der internationalen Atom Energie Behörde (IAEA) ihre Arbeit im Iran wieder aufnehmen können. Sie sollen feststellen, ob die Entwicklung der Kernkraft im Iran tatsächlich nur friedlichen Zwecken dient.

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Kommentare

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  1. Joseph Breitenbach sagt:

    Unlängst hatte ich nachts einen Alptraum: In Deutschland wurde ein riesiges Erdöllager entdeckt, es war sogar das größte der Welt. Darufhin unterstellten die USA diesem unserem Lande, es würde heimlich an Atomwaffen basteln … Dann wachte ich auf, und weiß deshalb nicht, wie die Geschichte weiterging. Hatte jemand den gleichen Traum und aknn mir sagen, wie er weiterging? Es würde mich sehr freuen.

  2. fariborsm sagt:

    Der Iran sendet widersprüchliche Signale in Richtung EU: Die für Sonntag angekündigte Abstimmung im Parlament wurde verschoben. Doch kündigte ein Offizieller an, schon „bald“ Erdöllieferungen in bestimmte, nicht genannte EU-Staaten zu stoppen.
    Dieser „offizielle“ ist niemand gereingerer als der Ölminister des Mullahstaat. Er ist Passdarangeneral. als er Ölminister wurde, hiess es bei uns in manchen medien: Militarisierung des Ölvorkommens in Iran. es ist nun zu befürchten, dass EU-Politiker sich zu weit aus dem Fenster gelehnt haben. man darf auch nicht außer Acht lassen, dass einer der Gründe warum seiner majestät Schahinschah König der Könige ariamehr das Licht der Arrier Perserkaiser der Letzte am 16. januar aus Iran flüchten mussten war die 2 Monaten zuvor begonnenene Einführung des Selbstbestimmungsrecht der iranischen Ölarbeiter. Sie reichte bis zur bestimmung was mit ihren Händetagewerk zu geschehn ist. In diesem rahemen erhielt Schahs Armmee nichts, die palestina besetztende macht nichts und die rassistische Süd Afrika regierung nichts. 2 Monaten währte und schah musste gehen. In der Hoffnung sich mit seinem „nachfolger“ einigen zu können. war nichts, wurde nichts. Seither sind die Ölarbeiter dort unen am Persergolf viel radikaler geworden. Mit einem militaristen islamisten an ihrer spitze. Gott bewahre.

  3. Sagichnicht sagt:

    Irgendwie schade, hätte mich schon gefreut, wenn der Iran der US Regierung mit ihrer EU mal gezeigt hätten, wie abhänig sie doch sind.
    Vorallem, da ich gestern noch extra getankt habe und heute der Sprit um 5 Cent gefallen ist 🙂 So ist das halt….

  4. DasBinIch sagt:

    Die verantwortlichen Politiker der westlichen Welt wollen um jeden Preis dem Iran einen Krieg aufzwingen , den das Land überhaupt nicht will.Die Porovokationen gehen soweit das dem Iran nichts anderes übrig belieben wird als den Krieg zu beginnen.
    Ein autonomer Staat dessen einziges Verbrechen es ist , Ölquellen nicht an ausländische Staaten zu verhöckern und sich der regulären Atomkraftwerke bedient.
    Wer im Internet aufmerksam seine Informationen liest , kann nicht verleugnen ,das die „Ängste“der so friedliebenden Westlichen Welt, der Iran könnte Atomwaffenfähiges Material anreichern, eine Therorie ist um Sanktionen gegen Iran zu streuen und um der Welt klar zu machen, das Iran ein böser Feind ist. Man kann der Führung des Iran gegenüberstehen wie man will. Doch der wirkliche „Feind“ (wenn man diese Worte schon benutzt, sollte man Sie auch klar definieren dürfen) sind nun mal Israel, Amerika und die Schlächter der westlichern verbündeten. Auch Nato genannt !!
    Doch hier schweigen die Mainstream Medien sich gezielt aus. Dafür schüren sie das „Feindbild “ des Iran.
    Als deutscher Bürger schäme ich mich über die Worte unseres Aussenminister Westerwelle,mit denen er die Sanktionen befürwortet. Er sollte sein restliches Hirn noch mal zusammenkratzen und versuchen zu überlegen!Doch damit scheinen sehr viele Politiker überfordert!

  5. joggler sagt:

    Säbelrasseln und Drohungen allum und wir lassen uns davon ablenken? Ich nicht.

  6. Projektionsfläche sagt:

    Eher eines der Interdependenz.
    Die iranische Produktionen (Infrastruktur, etc.) sind stark auf Abnehmer in Europa eingestellt.

    Das kann sich ändern; nicht aber über Nacht.

    • Projektionsfläche sagt:

      War als Antwort zu Karl Heinz konzipiert: (Forum Fehler)

      0.01.12 um 11:02 Karl Heinz sagt:
      Zitat:”Ein Embargo gegen die EU könnte höchstens zwei Monate aufrecht erhalten werden. Danach müsste die Produktion gedrosselt werden. Dies würde zu erheblichen Verlusten führen.”

      Wieder ein Indiz dafür, dass Erdöl, entgegen aller PR, nicht knapp ist.

    • fariborsm sagt:

      …….stark auf Abnehmer in Europa…….
      unsere raffinerien sind ausschliesslich auf Öl mit der Qualität von dem aus dem Mullahstaat hin präpariert. Das kann geändert werden. Nicht aber über nacht. Und das wenn man einige Millionen € vorstreckt. Die Umstellung auf andere Qualität kostet. Und nicht wenig.

  7. The R3V01UZZ3R sagt:

    Game over. Dies war wohl die letzte Chance die Iran hatte noch irgendwelche „Zeichen“ zu setzen und vor allen Dingen unseren gloreichen Führern zu zeigen das man sich nicht alles gefallen lässt.
    Wahrscheinlich werden sie ab jetzt nur noch darauf warten, dass Raketen einschlagen.