Pleite-Gefahr: Portugal braucht kurzfristig 30 Milliarden Euro

Die Schulden der portugiesischen Staatsbetriebe wurden im ersten Rettungspaket für Portugal zu wenig berücksichtigt. Das Land benötigt unrealistisch hohe Einnahmen, um seine Verschuldung unter Kontrolle zu bekommen. Ein Schuldenschnitt rückt immer näher.

Portugal benötigt kurzfristig 30 Milliarden Euro, um die Schulden von staatlichen Unternehmen weiterhin tragen zu können. Dies sagte der Chef des portugiesischen Industrieverbands, Antonio Saraiva, der Nachrichtenagentur Reuters.

Das erste Rettungspaket mit einem Umfang von 78 Milliarden Euro sei nicht für die zusätzliche Belastung durch die Staatsbetriebe ausgelegt gewesen: „Ich denke, wir werden mehr Geld und längere Laufzeiten mit der Troika aushandeln müssen“, sagte Saraiva.

Eine Untersuchung des Instituts für Weltwirtschaft in Kiele zeigt, dass Portugal einen Budgetüberschuss von elf Prozent benötigt, um die Staatsverschuldung unter Kontrolle bringen zu können. Dies sei allerdings äußerst unrealistisch, sagte David Bencek ein Mitautor der Studie der britischen Zeitung The Telegraph. Kein Land könne einen Budgetüberschuss von mehr als fünf Prozent über einen längeren Zeitraum halten, meint er.

Damit wird ein Schuldenschnitt für Portugal immer wahrscheinlicher: „Wir wissen nicht was der Auslöser sein wird, aber wenn es im Falle Griechenlands eine Entscheidung gibt, wird auch Portugal genau geprüft werden. Dabei wird man feststellen, dass sich Portugal in der gleichen Situation befindet wie Griechenland vor einem Jahr“, sagte er Bencek.

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Kommentare

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  1. Joseph Breitenbach sagt:

    Wer hat Länder wie Griechenland oder Portugal überhaupt in die EU hereingelassen? Und zu welchem Zweck? Etwa, um die „Yunited States of Yuropp“ zusammenzubasteln?

  2. Aurora sagt:

    @ redaktion / OT
    Deutsche Mittelstandsnachrichen/ powered by Quadriga Capital, wie oben zu lesen.
    Heißt was?

    wiki

    Korrektur per E-Mail 31.10.05: Hier werden 2 verschiedene Quadrigas vertauscht. Christian Baha gehört z.B. zur Quadriga Capital Management, die mit der Bafin Probleme hatte. Diese Quadriga handelt mit an den Börsen notierten Anlagen, während die QCE in Firmen (auch nicht börsennotiert) investiert (auch Heuschrecken genannt). Private Anleger können in die Fonds der QCM investieren, was beim 2. nicht möglich ist…ein wenig Recherche bei den angegebenen Links kann hilfreich sein…

    D.h.: die Quadriga Capital Ltd. hängt nicht mit der Quadriga Capital Management (Quadriga Beteiligungs- und Vermögens AG, Quadriga AG, Superfund) zusammen. Diese Quadriga ist ein Futures/Hedge Fond Anbieter, der im wesentlichen nicht der Finanzmarktaufsicht unterliegt, da ein Großteil der Quadriga-Fonds ihren Sitz in überseeischen Steuerparadiesen haben, z.B. auf der Karibik-Insel Grenada. Geschäftsführer ist Christian Baha, ein ehemaliger Wiener Polizist.

    Die Quadriga Capital Ltd. hängt mit der Quadriga Capital Eigenkapital Beratung GmbH zusammen (geht aus AHT-Info in Kombination mit RIAG 2002 hervor).

    Wer ist das nun, der deutsche Mittelstandsnachrichten „powerd“ ?
    Ich möchte nur wissen, mit wem ichs zu tun habe.

    • redakteur sagt:

      Die zweite Quadriga Capital ist unser Werbekunde. Wir halten die Interessen von Redaktion und Anzeigen streng getrennt. Die Redaktion fühlt sich in diesem Sinne dem Kodex des Deutschen Presserats verpflichtet. Wir hoffen, dass dies in unserer täglichen Berichterstattung zum Ausdruck kommt. Die Redaktion

      • Aurora sagt:

        @ redaktion
        das ist für mich nicht glaubwürdig, denn wer zahlt, schafft an.
        Wenn ich Organisationen wie Avaaz nicht vertraue, weil ich sehe aus welchem Stall sie kommen, geht das einfach nicht. Das Gefühl, gegängelt zu werden, und dass das Gesagte nicht wirklich gemeint ist.
        Schade. Hab fast begonnen mich hier wohlzufühlen, aber leider.

        • redakteur sagt:

          Das tut uns leid. Aber wenn diese Logik stimmen würde, könnte es kein werbefinanziertes Modell mehr bei irgendwelchen Medien geben. Schauen Sie aber gerne wieder vorbei, und machen Sie sich ein Bild. Die Redaktion

          • Aurora sagt:

            Ich lasse mich gern eines Besseren belehren, aber ich gehe davon aus, dass Sie die Ursache meines Mißtrauens verstehen.

            Ich halte in der Tat werbefinanzierte Modelle nicht für unabhänging, und kein vernünftiger Mensch kann das so sehen. Und sehr wohl stimmt diese Logik, die Werbung finanziert die Meinung, kann man ja unschwer sehen. Und man kann nicht was scheinbar vertreten und sich vom Gegenteil sposern lassen. Wer soll das glauben.

            Es hat mich in eine gewisse Depression gestürzt, das zu erkennen, wie käuflich alles ist, und wie unsere Welt beschaffen ist. Das kann Ihnen schnurz sein, Sie haben ja ihre Werbepartner, die bezahlen, für die Meinung, die Sie außern.

            Würden die sie weiter finanzieren, wenn sie die Menschen wirklich aufklären wollten? Sicher nicht. Und Sie wissen das, drum tun sie es auch nicht.

          • redakteur sagt:

            Wir verstehen Ihre Argumentation, und in der Tat treffen Sie da einen Punkt, der für viele Medien ein Problem ist. Es gibt aber auch erfolgreiche Beispiele, dass es möglich ist: Die New York Times, Corriere della Sera, die britische FT. In unserem Fall gibt es ebenfalls eine strikte Trennung zwischen Redaktion und Anzeigen. Theoretisch ist das schwer zu begründen, daher unsere Bitte: Begleiten Sie unsere Berichterstattung kritisch weiter, das hilft am meisten. Die Redaktion

        • xdl sagt:

          @ Aurora

          Bin ganz Deiner Meinung.

          ICH WERDE MICH HIER AUCH VERABSCHIEDEN !

          Bin fest davon überzeugt das auch diese Seite unterwandert ist.

          Viele meiner Kommentare werden hier nach Gutsherrenart abgeändert oder verschwinden ganz.

          Unerträglich!

          • redakteur sagt:

            Kommentare mit unflätigen Ausdrücken, rassistischen Aussagen oder Aufrufen zur Straftaten veröffentlichen wir hier nicht; ebenso Entstellungen von Namen oder Spott über köperliche Behinderungen. Danke für Ihr Verständnis. Die Redaktion.

          • xdl sagt:

            Sehr geehrter Herr Redakteur,

            „Kommentare mit unflätigen Ausdrücken, rassistischen Aussagen oder Aufrufen zur Straftaten veröffentlichen wir hier nicht; ebenso Entstellungen von Namen oder Spott über köperliche Behinderungen. Danke für Ihr Verständnis. Die Redaktion.“

            Das würde ich doch niemals tun, ganz bestimmt nicht.
            Vielen Dank für Ihr Verständis.

            xdl

            PS: Aber immerhin, hätte nicht gedacht meine Kritik hier jemals wiederzufinden. Das spricht eindeutig für diese Seite.
            Lob muß ja auch mal sein.

          • J. C., geb. Püschl sagt:

            @ skeptische Kommentatoren

            Die Redakteure der DMN sind unsere Verbündete im Streben nach Kommunikation für eine bessere Zukunft.
            Durch ihre Moderation halten sie einen unsichtbaren Schutzschirm über uns, der uns vor Schaden durch allzu „spontane“ Äusserungen bewahrt, indem er deren Verbreitung verhütet.

            Ich selbst bin froh über solche guten Geister, die, von vielen ungeliebt, ihre im Wesentlichen geliebte Arbeit machen!

  3. Aurora sagt:

    Hab grad was ulkiges gefunden, EZB 2008

    I.I POLITISCHE THEMEN
    DER STABILITÄTS- UND WACHSTUMSPAKT
    Vor dem Hintergrund der anfänglich günstigen
    Wirtschaftslage im Berichtsjahr konnten die
    meisten Länder ihre Haushaltssalden verbessern,
    womit in fünf der sechs Mitgliedstaaten,
    die Ende 2007 ein übermäßiges Defi zit aufgewiesen
    hatten, das Verfahren bei einem übermäßigen
    Defi zit eingestellt werden konnte. Im
    Juni 2008 beendete der ECOFIN-Rat die Verfahren
    gegen die Tschechische Republik, Italien,
    Portugal und die Slowakei, im Juli 2008 dann
    auch das Verfahren gegen Polen. Im Fall der
    Slowakei fi el damit ein beträchtliches Hindernis
    für die Einführung des Euro im Jahr 2009.
    Die Revision des Defi zits Griechenlands für das
    Jahr 2007 von 2,8 % auf 3,5 % des BIP zog kein
    Defi zitverfahren nach sich.

    Dann haben diese Länder die massiven Defizite erst in den letzten paar Jahren angehäuft, oder wie? 2007 hatte Giechenland ein Defizit, revidiert von 2,8 auf 3,5%, und jetzt auf einmal 15%? Wirklich keiner was geblickt, oder veräppeln die uns?

  4. Gast sagt:

    Nichts einfacher als dass!!

    Zuerst verpassen wir den Portugiesen einen HAIRCUT, das spart zukünftig die Kosten für die Kopfwäsche. Dann verhandeln wir noch ein paar Monate über Sparmaßnahmen und treffen uns täglich in Brüssel zum zwanglosen Dinner für das gesamte EU Parlament. Gemeinsam mit Rompoy wird das Leben dann schon besser – für alle in Brüssel. Dann wird der IWF damit beauftragt eine World-Betteltour zu machen, während in Portugal die Gläubiger zum modischen Schuldenschnitt antreten müssen.
    Wenn der modische Schuldenschnitt nicht paßt, dann tut es auch eine Zwangsjacke.

    Während Griechenland und Portugal um den ersten Platz in der Staatspleite kämpfen, kann die EZB vielleicht doch noch ein paar Anleihen kaufen um es auch zukünftig immer schön warm im Keller zu haben. Damit jeder sein Ziel erreicht muß auch für die Kleinsten noch etwas aufgestockt werden, denn die süßen Milliarden hängen bekanntlich hoch. Da Milliarden ja schon fast umgangssprachlich verwendet wird, dürfte der Schrecken über ein paar Peanuts hin oder her keinen Finanzmarkt mehr erschrecken. Zudem kann jetzt auf doppelte Pleite gewettet werden, was ja den Gewinn auch verdoppelt und somit jede Finanzsteuer zum Partywitz macht.

    Als erstes gibt es für Portugal Papiertaschentücher um die Schweißausbrüche bei diesen Zinsen unter Kontrolle zu halten, während die EU in sanftem Gleitflug mit dem Rettungsschirm die portugiesische Küste ansteuert. Im Gepäck, das Sparbuch für wirtschaftlich schwache Länder in seiner dritten und damit letzten Auflage ( aus Kostengründen natürlich ).

    Nach ersten Anzeichen von Sparsamkeit und Wachstum ( Schuldenwachstum geht auch so länge überhaupt noch etwas wächst ) gibt es dann die ersten 30 Milliarden für die kommenden paar Monate. Beim nächsten Mal kommt dann der ESM-Fiskalpakt zum Einsatz. Eine neue dauerhafte Infusionslösung welche jeden Schuldner auch über den finanziellen Tod hinaus weiter Milliarden ausgeben läßt. Dies garantiert nebenbei eine unbemerktes und sanftes dahin Scheiden bei vollständigem Kontrollverlust.

    Phuuuu ………. erstmal gerettet.

    “ Die Lage ist seit Monaten so ernst und wird von mal zu mal schlimmer. Soll man da jetzt nun weinen oder lachen oder sich vielleicht auch so einen kleinen privaten Rettungsschirm mit Infusionsflasche bauen. Mit Humor geht bekanntlich alles leichter – auch die Pleite einiger Euroländer. Komisch ist nur das die Spannung und die Probleme meist zu solchen Gipfeltreffen extrem ansteigen um danach in keiner brauchbaren Lösung zu enden.“

  5. umdenken2012.de sagt:

    Staubsaugervertreter verkaufen Staubsauger !
    Was verkaufen Volksvertreter ? ^^

    Wen wundert dann das Ergebnis ?
    Auch hier mag ich Andreas Clauss zitieren:
    Die deutsche Sprache ist sehr genau !

  6. Jüres sagt:

    Einmal in Brüssel gewesen? Da sieht man doch die EURO-Mafia Gebäude, mit sogenannten „Politikern“! Hier werden die Gedanken einer EU von Adenauer und de Gaulle verkauft! Europa ist gescheitert, dafür hat das ausufernde aufnehmen anderer Länder gesorgt.

  7. cashca sagt:

    Portugal braucht kurzfristig 30 Milliarden Euro
    -Aber kalr doch, könnt ihr haben.
    Und- ich brauche auch 30-nein drei- Millionen..reichen scho.n- zum leben….

    • Fred Feuerstein sagt:

      Und wenn die EZB schnell drucken läßt, dann haben wir bis Freitag das Geld. Sollen wir gleich die Bankverbindung und die Konto-Nr. dazuschreiben ???