Italien-Bonds: Zinsen sinken weiter

Die italienischen Staatsanleihen profitieren weiter vom 3 Jahres Tender der EZB. Vermutlich dank reger Kauftätigkeit der italienischen Banken sinken die Zinsen für 10jährige Papiere auf 6,08%.

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Italiens Banken halten die meisten italienischen Staatsanleihen und dieser Trend setzt sich weiter fort. Bei der heutigen Auktion von 5- und 10- Jahres-Anleihen gingen Bonds im Wert von 5,57 Milliarden Euro über den Tisch und das zu sinkenden Zinsen.

Noch immer nutzen die Banken den 3-Jahres-Tender der EZB zum Kauf von Staatsanleihen (die Botschaft der EZB ist angekommen – mehr hier). Allein 50 Milliarden Euro des 489 Milliarden Euro Tenders der EZB wurde von den italienischen Banken angezapft (sie sind damit der größte Kreditnehmer gewesen – mehr hier). Und genau dieses Geld wird genutzt, um Bonds zu kaufen und einen Rückgang der Zinsen zu erreichen.

Entsprechend sanken heute die Zinsen für Anleihen mit einer Laufzeit von zehn Jahren von 6,98 Prozent auf 6,08 Prozent. Und ähnliches gelang auch bei den Zinsen für die 5-Jahres-Anleihen: Diese fielen auf 5,39 Prozent. Bei der letzten Auktion dieser Art lagen sie noch bei 5,39 Prozent. Ein weiteres Beruhigungspillchen für den Anleihenmarkt dürfte auch von der EZB-Präsens am Sekundärmarkt verabreicht worden sein (diese kauft seit Längerem kräftig italienische Anleihen – mehr hier)

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Kommentare

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  1. khaproperty sagt:

    Letztlich eine Manipulation der EZB, können so zwar hier und dort von den überwiegend nationalen Banken die Zinsen künstlich ein wenig nieder gehalten werden.
    Helfen wird das natürlich nicht grundsätzlich, sondern nur über den aktuellen Tag zumal auch diesemal wieder nicht das erwünschte Volumen abgenommen wurde, sondern nur ein Teil davon.
    So waren diese Auktionen trotz aller Unterstützung dennoch ein Mißerfolg.

    Wie lange soll das denn wohl noch weiter gehen?
    Die Banken sind doch weiterhin (nicht allein) durch Basel III gezwungen, ihre Bilanzen zu verkürzen und auch den Anleihemüll wieder loszuwerden, den sie da gegenwärtig zu Lasten der Steuerzahler so eilfertig erwerben nach dem Willen der EZB.
    Umsonst gibt`s da nix!

  2. Munnie sagt:

    Naja, so bleiben die Schulden wenigstens im Land wenn´s knallt.

  3. Ondoron sagt:

    Liebe Redaktion,

    vielleicht könnten Sie mal einen Artikel schreiben, was diese ganze Währungsunion mit Staatsanleihenkäufen, EZB, ESM, Garantien und Bürgschaften, Fiskalunion für den deutschen Normalbürger bedeutet. Wie die deutsche Staatsverschuldung sich auf das Leben der sogenannten „kleinen Leute“ auswirken wird. Heute, morgen, und in 10 Jahren.

    Die Menschen kapieren doch gar nicht, was passieren wird. Mit ihrem Ersparten. Der späteren Rente. So etwas fehlt! Schade.

  4. schlaumeister sagt:

    Banken bekommen Milliarden aus dem Nichts gehebelt um Staatsanleihen zu kau-
    fen, an denen sie wieder satt verdienen. Ein Perpetuum Mobile der Extraklasse,
    wenn man Geld und Zinsen sparenwürde, könnte man (die EZB) ja direkt und
    ehrlicher, sich das benötigte Geld selbst drucken, um die wertlosen Schrott-
    anleihen zu kaufen. Aber dann wäre der Betrug offensichtlich.