Commerzbank-Chef Müller: Griechenland soll aus dem Euro austreten

Harte Worte von Commerzbank-Chef Klaus-Peter Müller: Griechenland solle aus dem Euro austreten und eine Währung bekommen, die abgewertet werden kann. Der Austritt würde an den Märkten kein Chaos auslösen.

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Der Aufsichtsratsvorsitzende der Commerzbank, Klaus-Peter Müller, fand nach Angaben von Reuters am Montagabend bei einem Empfang in Frankfurt deutliche Worte für Griechenland: „Was, sie brauchen noch einmal 15 Milliarden Euro? Wenn Sie glauben, dass das die letzten 15 Milliarden sind, bei denen sie sich verrechnet haben, dann wünsche ich alles Gute!“

Müller erwartet, dass das Ende der Finanznöte in Griechenland noch lange nicht erreicht ist: „Sie werden wieder kommen und mehr wollen, und es wird nie ein Ende geben – bevor man nicht sieht, dass sie wirklich Reformen durchführen. Aber das wird nicht nur zwei oder drei Jahre dauern – wir sprechen von 20, 30 oder 40 Jahren für Griechenland.“

Es habe keinen Sinn, Griechenland weiter in das Korsett einer Währung zu zwängen, mit der den Griechen nichts anderes übrigbleibe, als Kosten zu senken und Gehälter zu senken. Müller: „Die Griechen brauchen für ihren Haushalt eine Währung, die sie abwerten können.

Der Commerzbank-Chef glaubt nicht, dass der Euro-Austritt der Griechen „Chaos“ an den Finanzmärkten auslösen würde: „Ich glaube nicht, dass die Märkte negativ gegenüber anderen Staaten reagieren würden, welche nach einer solchen Entscheidung in der Euro-Zone verbleiben würden.“

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Kommentare

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  1. Syssifus sagt:

    Wär besser,Deutschland tritt aus !

  2. khaproperty sagt:

    Aufsichtsrat Müller hat völlig Recht.
    Die anderen 16 könnten es verkraften, wenn GR Insolvenz meldet und zur eigenen Währung konvertiert.

    Danach erst kann es den Griechen wieder gut gehen, weil sie ihre eigene Währung manipulieren könnnen wie etwa die USA es können.
    Sie hätten dann keine Fremdwährung mehr wie den Euro, der von ihnen nicht zu beeinflussen ist (das machen andere und dabei nur Mist).

    Obendrein gäbe es ein wunderschönes praktisches Beispiel für den Rest der Währungsunion, wie der Euro insgesamt und für jede einzelne Nation rückabzuwickeln wäre.

  3. Wieder ein Dummschwätzer mehr sagt:

    Jeder hat eine Meinung – insbesondere zu Griechenland!
    Nachdem man seine Anleihen schön der ECB verkauft(geparkt hatte, kann man ja weiter spinnen.)
    Für die Banken sind Drachmen kein Problem, aber für die besteht der Unterschied, ob Menschen in Somalia oder Griechenland verhungern eh nur darin, ob sie etwas dran verdienen können. Und der weiß natürlich, daß in den Vereinbarungen zu den EU-Krediten ausdrücklich drin steht, daß Investitionen aus China (40 Milliarden) oder Quatar (10 Milliarden) Griechenland verboten sind und hofft darauf, daß das Land dann mit einem Zusammenbruch von 80% sogar weit unter Albanien fällt, um dann anschliessend alles im Ausverkauf zu kriegen – inklusive Arbeitskraft konkurrenzfähig zu China. Und dann kann man noch schnell ein paar Autofabriken bauen, aber natürlich erst nachdem man sich seinen Altersruhesitz gesichert hat -. Am besten das Haus vom ehemaligen „Gastarbeiter“ abspenstig machen, für das der faule Grieche 30 Jahre lang Doppelschichten gefahren hat.

  4. Mica11 sagt:

    Da hat sich aber Herr Ackermann an gleicher Stelle ganz anders geäußert……Man verzichte ja schon auf so viel, nun muß langsam Schluss sein mit dem cut. Meint jedenfalls Herr Ackermann. Wenn die Griechen aus der Währungsunion austreten, was ich auch für vernünftig erachte, dann haben die Banken wirklich das grosse Nachsehen.

  5. Erika sagt:

    und was macht Müller dann mit den Krediten bzw. Staatsanleihen, die er an Griechenland vergeben bzw. gekauft hat.

    http://demonocracy.info/infographics/eu/debt_greek/debt_greek.html

  6. TopfohneBoden sagt:

    Ach ja? Und warum kommt das jetzt erst? Erst, wenn die Masse derjenigen, gross genug ist, die sich gegen die weitere EURO- Mitgliedschaft Griechenlands, artikulieren, dann wagt man sich ganz, ganz, vorsichtig aus dem Banken-Turm herauszublinzeln. Aber, werter Herr Müller, das Kind ist bereits in den Brunnen gefallen. Da lässt es sich schön populistisch jammern und lamentieren.

  7. merktnix sagt:

    der soll erst mal sehen, dass er seinen laden aufgeräumt kriegt, statt schlau daher zu schwadronieren.

  8. jay twelve sagt:

    Klaus-Peter Müller, als Chef der Commerzbank, hätte seine Erkenntnisse längst in die Tat umsetzen müssen. Er hätte spätestens ab 2006 nur mit DM operieren dürfen, zumal er von Anfang an definitiv weiß, dass der Euro weder eine Währung sein kann, noch eine Zukunft haben darf.
    Sie alle wussten Bescheid, unfähig aufrichtig zu sein, verwalten sie jetzt ein GAGA Chaos, der das Ende des Systems der Abzockerei anleitet.
    Von diese Warte betrachtet, darf man Euro als dem Helden des Jahrhundert bejubeln, der das System der Sklaverei, wie Salzsäure in graue Schleim zersetzt.
    Griechenland verbleibt kein andere Wahl, als sich mit Schimpfe und Schande, aus der GAGA EU und Wertlos-Euro schnellstens zu verabschieden.

  9. Ulf Schmidt sagt:

    na hoppla, die banken haben wohl in den letzten zwei jahren ihre „hausaufgaben“ in sachen griechenland gemacht?
    schäfchen ins trockene gebracht und nun kann man das gras auf der weide vertrocknen lassen.
    hätte man vor zwei jahren die griechen sofort in die insolvenz geschickt (weil abzusehen war, dass es nicht besser wird), hätte es alle banken eiskalt erwischt!
    und da wäre es sehr wohl zu einem chaos an den weltmärkten gekommen. alle wären umgefallen, wie beim domino!
    mit manipulation läßt sich in der heutigigen zeit eine ganze menge „bewegen“. es sieht ja eh keiner mehr durch…und nach dem motto: „nach mir die sinnflut“.
    allerdings ist diese schneller da, als man sich erdacht hatte…die welle ist schon zu sehen!!!

  10. Wanderer sagt:

    Ob Griechenland, Portugal, Italien oder gar die BRD, es gibt kein Entrinnen aus der Schuldenfalle. Dieser Mechanismus wurde konzipiert, um Gläubigern ein Leben im Reichtum zu ermöglichen, ohne einen reellen Gegenwert zu liefern. Ich denke, Herr Müller weiß wovon er da redet. Als Banker sollte er die Exponetialfunktion beherrschen. Schlussendich bedeutet Geld für sich arbeiten zu lassen nichts anderes, als andere für sich arbeiten zu lassen.