Griechenland: Gefängnisse müssen wegen Überfüllung schließen

Die Leiter von drei Gefängnissen in Griechenland haben angekündigt, keine neuen Häftlinge mehr aufzunehmen. Die Gefängnisse seien restlos überfüllt. Eine der Anstalten ist ein Hochsicherheitsgefängnis.

Die griechischen Gefängnisse platzen aus allen Nähten. Die Leiter der Anstalten in Korydallos, Halkida und Triploi haben angekündigt, die Aufnahme von Häftlingen mit sofortiger Wirkung zu stoppen. Korydallos ist ein Hochsicherheits-Gefängnis für Täter mit besonders schweren Straftaten. Dort was es im Dezember zu mehreren Sicherheits-Zwischenfällen gekommen, unter anderem zu einer Geiselnahme.

Die drei Gefängnisleiter haben ihre Entscheidung in einem Brief an die Justizbehörden bekanntgegeben, berichtet die Zeitung Kathimerini. Auch vorübergehende Aufnahmen seien nicht mehr möglich. Es bestünden Sicherheits- und Gesundheitsrisiken, sagte Spyros Athanassiou vom Halkida-Gefängnis: „Es gibt keinen Platz mehr außer in den Sanitärräumen.“

Mehr als 12,700 Griechen sitzen derzeit in Haft. Die meisten Gefängnisse haben ihre Kapazitäten bereits um das Doppelte überschritten.

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Kommentare

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  1. scheer sagt:

    Strafe und Verlust der Würde sind nicht in Einklang zu bringen. Auch der „Eingesperrte“ hat ein Anrecht auf Würde. Diese ist in den griechischen Haftanstalten wahrlich nicht gegeben. Auch die deutsche Justiz verschließt sich diesem Zustand. Auch die deutsche Botschaft in Griechenland akzeptiert diese Zustände für deutsche Staatsbürger. Dies ist eine Verletzung der Menschenrechte und somit gehören diese bewussten Verfehlungen verfolgt. Dies ist eine strafbare Handlung. Aber wen kümmert das?

  2. lulu sagt:

    Genau so ist es wie Sabine sagt, die Gefängnisse werden nicht mehr oder nur teilweise/ Stundenweise mit Strom versorgt auch geheizt wird nur noch selten keine Gelder mehr vorhanden für Heizöl……..Lebensmittel sind meistens schon verfallen und pro Häftling werden 2 Euro pro Tag veranschlagt.
    Abgesehen davon was man verbrochen hat ist das kein Grund zu erfrieren, krank zu werden bzw. ärztlich nicht versorgt zu sein oder Hunger zu haben.
    Unglaublich Zustände……………………………
    Die Angestellten im Gefängnis leisten teilweise Doppelschichten haben eine Arbeitweg von über 100 km und bekommen im Monat einen Nettolohn von 600,00 Euro.

  3. lulu sagt:

    Ich lebe selbst in Griechenland .Kann nur zustimmen unglaubliche Zustände. Auch in Grevena im Gefängnis ist kein Platz mehr. Es wird Zeit dass sich was ändert das Griechenland EUROPÄISCHE Zustände bekommt. Ich ziehe meinen Hut vor den Gefängnisleitungen die sich endlich mal gegen den Staat stellen damit was passiert. Sollte das Justizministerium nicht endlich mit Gesetzänderungen erlassen sehe ich erhebliche Unruhen in den Gefängnissen auf den griechischen Staat zukommen.
    Zum Kommentar des DURCHBLICKERS weder sind ärztliche Versorgung noch die Verpflegung der Häftling gewährleistet. Viele Insassen schlafen auf dem Boden, der Betrag für Essen wird pro Häftling und pro Tag mit 2 Euro berechnet. Vor den Sparmaßnahmen waren es 5 Euro.Die Hälfte aller Insassen sind einfach weggesperrt ohne Beweise………Hier ist alles anders LEIDER mit EUROPA hat das überhaupt nichts zu tun. Ist man zur falschen Zeit am falschen Ort kann man alleine schon dafür für Jahre ins Gefängnis kommen.

  4. ReiHe44 sagt:

    Neue Gefängnisse sind halt teuer und das bischen Geld von der EU braucht man für den Kauf von Eurofigthern!? . Da ist auch die EU sehr dankbar dafür.
    Das ist alles derart „absurdes Theater, dass man sich fragt, ob die ganze Führung
    aus der Anstalt kommt?

  5. Peter Wüthrich sagt:

    Seit 50 Jahren fahre ich nach Griechenland in die Ferien, aber Dank den Unruhen werde ich mir ein netteres Land suchen. Das bewirkt der Staat mit seinen unmenschlichen Maßnahmen, den Streiks. Wenn die Fremden Ferienbesucher wegbleiben gibt es keine Umsätze mehr und das Land hat kein Einkommen mehr. Nur so weiter bis zum bitteren Ende.