Der Umsatz im Einzelhandel sinkt

Der deutsche Einzelhandel musste zum Ende des vergangenen Jahres Einbrüche bei den Einnahmen hinnehmen. Dies könnte ein Hinweis auf eine Trendwende sein.

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Der Umsatz im Einzelhandel ist zurück gegangen. Im Dezember nahmen Einzelhändler im Vergleich zum Vorjahresmonat um 0,9 Prozent weniger ein. Im Vergleich zum Vormonat ging der Umsatz sogar um 1,4 Prozent zurück. Besonders betroffen war der Lebensmittelhandel. Nur der Fachhandel für Einrichtungs- und Baubedarf konnte mehr umsetzen. Dies teilte das Statistische Bundesamt mit.

Im vergangenen Jahr konnte der Handel nach den Umsatzeinbrüchen im Krisenjahr 2009, seine Umsätze im zweiten Jahr in Folge ausbauen. Der Rückgang dürfte damit zusammenhängen, dass die Menschen weniger Geld zur Verfügung haben (mehr hier) und die die Verunsicherung über die weitere wirtschaftliche Entwicklung zunimmt (mehr hier).

Bisher hat Deutschland die Schuldenkrise besser überstanden als andere Länder. Die Binnennachfrage und der Konsum haben im vergangenen Jahr große Teile des Wachstums getragen. Dies könnte sich aber bereits dieses Jahr wieder ändern (mehr hier). Dies macht Unternehmen allerdings unvorsichtig. Ein prominentes Opfer hat diese Entwicklung bereits gefordert: Die Drogeriekette Schlecker (mehr hier).

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Kommentare

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  1. schlaumeister sagt:

    Wenn wir unsere Gehälter und Renten so angehoben hätten wie die Griechen,
    mit bis zu 14 Monatsgehältern, ginge es dem Binnenmarkt
    besser, so ist das Geld in GR versickert, in D sanken die Einkommen nach
    Abzug der Inflationsraten und sinken weiter. Allein durch die extrem niedrigen
    Zinsen auf Spareinlagen entgehen dem Deutschdummmichel jedes Jahr
    Abermilliarden, fehlen beim Konsum und machen Frust hoch drei.

  2. payday sagt:

    Die Umsätze im z.B. Textileinzelhandel sinken doch schon seit Jahren. Dies wurde doch nur von den, meist ausländischen, Billigketten „aufgefangen“. Desweiteren wurden die Zahlen auch regelmäßig geschönt.
    O-Ton eines Insiders vom Einzelhandelsverband zur Schönfärberei (hinter vorgehaltener Hand): “ Wir wollen bei den schlechten Umsätzen wenigstens keine schlechte Stimmung verbreiten.“

    • Realist sagt:

      Da ist aber was durcheinander gekommen, oder?
      Hier wird vom Umsatzschwund geredet, das kann nicht durch Billigimporte aufgefangen werden, Umsatz ist Umsatz, ob mit teuren oder billigen Produkten.

      Billige Produkte haben ggf. den Vorteil, dass dadurch mehr Ware zur Verfügung steht und mehr Kunden in den (Genuss) dieser Waren kommen, wenn sie nicht in dem Maße minderwertig sind, wie sich der Preisunterschied darstellt!

      • payday sagt:

        Sorry, war etwas mißverständlich ausgedrückt. „Teilweise aufgefangen“ meinte ich eigentlich.

  3. biersauer sagt:

    Was vor einem Jahr noch Usus war bei Hofer/Aldi, die alten Backwaren um-50% zu verkaufen, ist einstweilen bei nur mehr -30% angelangt, also ist diese Kette auf diesen Mehrerlös drauf angewiesen. Ebenso gibt es jetzt ein eigenes Abverkaufssortiment und es wurde eine eigener Regalbereich im vergrößerten Lokal gescchaffen um dieses Warensegment zu präsentieren. Was vor einem Jahr noch als Postenware verbilligt über die Kassa ging wird jetzt langzeitig vergreißlert. Kuzfristige Preissteigerungen von 30%, wie bei Frischmilch und bei Dosengetränken, finden kaum mehr der Rede Wert.

    • commonman sagt:

      seit wann gibt es bei aldi frischmilch? http://de.wikipedia.org/wiki/Milch

      da gibt es nur „länger haltbar“.

      die einzig frische roh- oder vorzugsmilch darf auch nur so und NICHT frischmilch genannt werden. fr.aigner sei dank.

      ansonsten geht der mehrheit einfach langsam aber nachhaltig die kohle aus und (das ist meine persönliche bescheidene hoffnung) ein wachsender teil der konsumenten begreift den kaufrauschwahn und entzieht sich ihm langsam aber nachhaltig.

      wo kein kredit ist, stirbt der zins.

  4. Mark sagt:

    Schlecker hat mit der aktuellen Entwicklung recht wenig zu tun und sollte in einem solchen Artikel keine Erwähnung wert sein – die haben ihr Image durch den miesen Umgang mit den eigenen Mitarbeitern so lange und nachhaltig geschädigt, dass der Laden von Millionen Kunden boykottiert wurde.
    Die Einzelhandelsumsätze sinken, da die Menschen kein Geld mehr zum verkonsumieren haben – wie auch, wenn sie zwischen explodierenden Energiekosten, stagnierenden Reallöhnen und dem impliziten Zwang zum riestern zerrieben werden?

  5. merktnix sagt:

    jetzt muß halt eben auch am Essen gespart werden, alle anderne Sparpotenziale sind schon ausgeschöpft. Soviel zum Produktivitätsfortschritt für Arbeitnehmer.

  6. Realist sagt:

    Ein Rückgang im Lebensmittelhandel ist ein untrügliches Zeichen dass die Bevölkerung weniger Geld zur Verfügung hat. Es ist kein Geiz ist Geil Syndrom!

    Dass dabei der Umsatz in Baumärkten höher wird unterstreicht dieses Faktum nur, denn die Bevölkerung greift mehr zum DYS um Geld zu sparen. Das wird dem Handwerk das Geschäft vermiesen!