China kauft weniger europäische und amerikanische Produkte

Europäische und amerikanische Hersteller registrieren eine anhaltende Kaufzurückhaltung der Chinesen. Sie zieht sich quer durch alle Branchen - ein weiteres Indiz dafür, dass China ernste Probleme hat.

Das stetige Wachstum der chinesischen Wirtschaft in den vergangenen Jahren war für Europa und die USA eine wichtige Größe. Viele Waren importierte China aus den westlichen Industrieländern. Doch nun geht die Nachfrage Chinas nach europäischen und amerikanischen Produkten deutlich zurück.

Volvo warnte bereits im vergangenen Sommer vor einem drohenden Rückgang der chinesischen Nachfrage. Eine Situation mit der etliche westliche Unternehmen nun zu kämpfen haben und die die Konjunkturaussichten trübt. Das Schweizer Unternehmen für Energie- und Automationstechnik vermerkte allein im dritten Quartal einen Rückgang der chinesischen Bestellungen von fünf Prozent. Auch Siemens berichtete vergangene Woche von einem Auftragseinbruch um 16 Prozent im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres. „Die ganze Welt ist besorgt über eine mögliche harte Landung“ der chinesischen Wirtschaft, so Joe Kaiser von Siemens. „Wir haben ein paar Gründe, zu hoffen, dass es nur eine weiche Landung wird und es anschließend wieder zu neuen Höhenflügen kommen wird.“

China hat im vergangenen Jahr harte Maßnahmen ergriffen, um den Immobilienboom zu bremsen und die Inflation zu bekämpfen. Besonders in Produktionsbereichen, wo es um Baugeräte und Industrieautomation ging. Der heimische Stahlmarkt hat dies ebenfalls zu spüren bekommen (mehr hier). Aber auch die Überproduktion in einigen Industriebereichen wie im Automarkt führten zu einem Rückgang der chinesischen Wirtschaft. Entsprechend schnell wurden ausländische Investoren vom chinesischen Automarkt verprellt (mehr hier). Die wirtschaftlich schwierige Lage in der Euro-Zone und in den USA trug ebenfalls ihren Teil zum Abflauenden der chinesischen Wirtschaft bei. Nur 8,9 Prozent betrug das Wachstum im vierten Quartal des vergangenen Jahres – so wenig wie seit zweieinhalb Jahren nicht mehr (mehr hier).

Produzenten von Statussymbolen wie die Autobauer BMW und Audi können hingegen noch steigende Zahlen vorweisen. So lange jedoch die chinesische Regierung ihre Maßnahmen nicht lockert, setzt sich der Abwärtstrend in China fort. Analysten jedenfalls gehen der FT zufolge davon aus, dass auch in den nächsten Quartalen nur mit einem geringen Wachstum zu rechnen ist.

Die Wirtschaft Chinas wird sich jedoch in den nächsten Jahren auch grundsätzlich verändern. „China hat keine andere Wahl, als sich von einer von investitionsorientierten Wirtschaft zu einer konsumorientierten Wirtschaft zu bewegen“, so ein Analyst der Société Générale gegenüber seinen Klienten. Und entsprechend wird China auch in anderen Bereichen, nicht nur im Spielzeugbereich oder in der Kleidungsbranche, zunehmend zum Konkurrenten für Europa und die USA werden. „Je mehr Chinas Wirtschaft sich verlangsamt, umso mehr werden chinesische Geschäftsleute versuchen, ihre Waren im Ausland zu verkaufen“ sagt Bernd Laux von Cheuvreux.

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Kommentare

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  1. der Bauer vom Hunsrück sagt:

    China arbeitet vor und hinter den Kulissen eifrig daran, das Imperium des Kapitals zu vernichten. Es greift an seiner wunden Stelle an, am $, denn dies ist die einzige Grundfeste die es hat. Ohne $ wird es nicht nur zerfallen, es wird sich selbst zelegen und das ist gut so. 500 Mio. Waffen bei 300 Mio. EInwohnern warten darauf benutzt zu werden.

  2. saskia sagt:

    ha, vor Jahren wurde ich von einem Geschäftsmann gefragt was ich zur Wirtschaftsentwicklung china sage. mein Satz war „der Drache erwacht“. und das war in den 90ern.

    liegts am kapitalismus? hat der nun ausgedient?

    allerdings erinnert mich das chinesische so ein wenig an Deutschland vor 65 Jahren.

    und wenn ich die Zeichen der zeit so richtig deute…… wer weiss ob sich nicht ein „grund“ findet nen krieg gegen china anzuzetteln. so wie es das „amerikanische öl“ ist das unter iranischem Boden liegt.

  3. John GALT sagt:

    sehe ich genauso!

    china ist bereits vollends in der lage alles, aber wirklich alles selbst und in eigenem namen herzustellen! von dem abgesehen haben sie das größere potential und können auf bestausgebildete jugendliche zurückgreifen.
    auch denke ich wird dort der patriotismus zu eigenen waren gefördert wie bei uns hier (österreich z.b. sag ja zu A, etc……) ego dessen wird auf lange sicht gesehen der konsum ausländischer importierter ware noch stärker zurückgehen als es sich so mancher chefanalyst erwarten und erträumen wird!
    sicher wird es nicht mehr lange dauern das hier in €uropa bald chinesische fahrzeuge vom kleinwagern bis zur luxusklasse, vom kleinlaster bis zum schwerLKW angeboten werden…..
    nun seien wir uns mal ehrlich china hat dank seiner struktur keine problem, und es wird auch niemals welche bekommen, keine wie immer durch sogenannten analysten und möchtegern wirtschaftsweisen beschworenen immoblase, finanzblase kreditblase etc….in china, bzw die politik in china hat die macht und die möglichkeiten alles mit einem federstrich zu bereinigen…hier dank MERKOZY dauert es jahre und zigtausender verhandlungsstunden……in china bedarf es eines federstriches…..

    und ich sage JA zu chinesischen produkten/erzeugnissen! ich kaufe selbst meinen wintermantel/anzüge/wäsche/uhr/füller/ etc.. online in china und das ist billiger als hier …….
    und ehrlcih, ich freu mich wenn die chinesen kommen…..

  4. Realist sagt:

    Au, au Freunde, da scheint was kräftig schief gegangen zu sein mit eurem Umzug!
    Hoffen, dass ihr das ohne großen Schaden regeln könnt, ich wünsche es Euch, auch sicher im Namen der wachsenden Leserschaft!

    • redakteur sagt:

      Vielleicht können Sie das näher erklären? Danke. Die Redaktion

      • Realist sagt:

        Ach so, ich hatte gedacht, dass Sie das schon gemerkt haben.
        Es kommt gelegentlich vor, dass beim aufrufen der Site ein Datenbank Fehlerhinweis kommt.
        Als ich die Notitz geschrieben habe war es auch wieder so und beim Aufruf des HOME Buttons war die rechte Spalte ganz links angeordnet und der Rest des Bildschirm blieb leer. Mehrere Male versucht, immer der gleiche Effekt. Dann Button DER TAG, alles war wie gewohnt. HOME Button und rechte Spalte war links, der rest leer.
        Irgendwann war das dann wieder in Ordnung!

        Das ganze aber schon seit Sonntag immer wieder!

        • redakteur sagt:

          Ja, das allerdings haben wir schon bemerkt. Wir arbeiten mit Hochdruck dran, hat aber nichts mit dem Server zu tun, sondern ist ein WordPress-Bug. Danke sehr für den Hinweis. Die Redaktion

  5. Texe sagt:

    China hat bewusst den Globalisierungswahn des Westens (Verlagerung der Prod. in Billiglohnländer) genutzt um seine eigene Industrie superschnell aufzubauen. Produktionsanlagen und Now How kamen so ins Land. Inzwischen sind die Chinesen soweit sich um ihren Binnenmarkt zu kümmern, ohne dafür Devisen ausgeben zu müssen. Auch der Binnenmarkt bietet ein Potential zur Steigerung des BIP..
    Kurzfassung: Die blöden Kommunisten in China haben den Westen ausgetrickst !!

    • Helmut Josef Weber sagt:

      Hallo Texe

      Genau das ist der Punkt, mehr brauch man dazu nicht schreiben.

      Viele Grüße
      H. J. Weber

  6. khaproperty sagt:

    Hinzu kommt:
    Schon länger strebt die chinesische Führung an, sich aus den Abhängigkeiten fremder Produkte und Länder zu befreien.

    So bauten sie etwa den Transrapid und andere Schnellverkehrssysteme bald selber sobald sie deren Technik verstanden und adaptieren konnten.

    Das gleiche gilt für Kraftfahrzeuge sowie andere Produkte, die zunehmend im eigenen Land und nunmehr auch ohne die „ausgedienten“ Partner (etwa bei VW und all den anderen Ausländern) hergestellt und gekauft werden sollen.

    Die vielzitierte Katze hat ihre Aufgabe erfüllt.
    Nun können und wollen die Chinesen es selbst und allein machen:
    Mäuse fangen, vorzugsweise Dollar, Euro und andere – da draußen und Yuan im eigenen Land.

    • schlaumeister sagt:

      Mit der Krise kommen Abschottungsbewegungen, Handel und Wandel
      funktioniert dann nicht mehr, jeder Staat führt dann wieder Handelszölle
      ein, vermeidet Importe aus Devisenmangel. Solange D über Target 2
      den Pleitiers das Geld gibt, damit sie bei uns auf Pump einkaufen und
      nichts zurückbezahlen, merken wir noch nichts von dem Betrug, das
      wird aber demnächst zusammenbrechen. Nur die Poli-
      tiker haben den Braten noch nicht gerochen und benebeln die Be-
      völkerung mit XXL Aufschwungslügen.