Dänemark: Mehreren Banken droht Insolvenz

Das dänische Bankensystem ist akut gefährdet. Mehrere Banken stehen vor der Zahlungsunfähigkeit. Der Mittelstand bekommt kaum noch Kredite.

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Einige dänische Banken stehen kurz vor der Insolvenz und das ganze dänische Finanzsystem ist in Gefahr. Die Auswirkungen der Immobilienkrise 2007, die stagnierende Wirtschaft und faule Kredite sind die Ursache. Aus diesem Grund kämpfen kleine und mittelständische Unternehmen zunehmend mit einer Kreditklemme.

Dänemarks Bankenkrise verschlimmert sich zusehends. Faule Kredite an Farmen, kleine Unternehmen und auf gewerbliche Immobilien verschärfen die Situation der Banken weiter, so das dänische Aufsichtsamt für das Kreditwesen (Financial Supervisory Authority FSA). „Wir haben eine Gruppe von Institutionen, von denen wir denken, dass sie innerhalb der nächsten 12 bis 18 Monate Insolvenz anmelden müssen“, sagte der Generaldirektor der FSA Ulrik Koedgaard in einem Interview mit Bloomberg. „Jede Hoffnung, dass sich diese Gruppe  in Not geratener Banken verkleinern könnte, ist verflogen.“

Die Zahl der dänischen Banken, so die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, fiel von 147 Anfang 2008 auf 121 Mitte vergangenen Jahres. Entsprechend warnte die Organisation Ende Januar, dass mehr getan werden müssen, um die Anfälligkeit des Finanzsystems zu verringern, um eine erneute Immobilienblase zu vermeiden. Der dänische Wirtschaftsrat geht davon aus, dass die Hauspreise in diesem Jahr um weitere 25 Prozent sinken werden.

Die finanzielle Schieflage vieler Banken ist vor allem auf deren Kreditvergabe zurückzuführen. Die Vereinigung der dänischen Banken schätzt, dass Ende 2011 elf Prozent der Kredite an Farmen gingen und Hypotheken auf gewerbliche Immobilien 23 Prozent ausmachten. Auch in diesem Jahr müssen die Banken wachsende Verluste bei den Krediten an Farmen sowie kleine nun mitteständische Unternehmen hinnehmen. Wie die Farmen kämpfen die „am Binnenmarkt orientieren kleinen Unternehmen wie Einzelhändler und verschiedene baunahe Dienstleister“ mit der stagnierenden Wirtschaft. Die Schulden in der Landwirtschaft lagen, so der dänische Landwirtschafts- und Nahrungsrat, 2010 bei 63 Milliarden Euro, Tendenz steigend.

Im dritten Quartal des vergangenen Jahres schrumpfte die dänische Wirtschaft um 0,5 Prozent und stagnierte im letzten Quartal, so Klaus Rasmussen, Chefökonom des Verbands der dänischen Industrie. „Es wird kein Wachstum geben“, sagte Rasmussen in einem Interview mit Bloomberg. Es treffe Unternehmen aller Größe. „Die kleineren Firmen werden wahrscheinlich sogar härter getroffen werden, weil die vorherrschende Kreditklemme, die kleinen Unternehmen stärker betrifft als die großen.“ Genau diese stagnierende Wirtschaft macht es den Unternehmen und Farmen jedoch auch nicht möglich, die bereits geliehenen Kredite zu bezahlen. Mancherorts in Dänemark haben Farmen schon mehr als die Hälfte ihres Wertes verloren.

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Kommentare

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  1. Weltenbrand sagt:

    Da ist wohl was faul im Staate Dänemark

  2. Murksel sagt:

    Man sollte doch endlich Rettungsschirme für die Farmen , die kleinen und die mittelständischen Unternehmen spannen und sie mit unbegrenzter Liquidität zu 1 % Zinsen fluten. Dafür entläßt man die Banken in die wohlverdiente Pleite.
    Und aus ist es mit der Kreditklemme !!
    So können sich die Heuschrecken u. A. auch Rockefeller und Konsorten nicht die Unternehmen und das Farmland unter den Nagel reissen.
    Und die Banken gehören denen ja sowieso schon. Die dürfen sie dann auch selber retten.
    Siehe Link:
    http://www.realvalueconcept.de/download/Weltgeldbetrug.pdf

  3. hunsrückbauer sagt:

    die Dänen haben schon so manche Bank pleite gehen lassen in den den letzten beiden jahren

  4. Fürchtenix sagt:

    Daja Dänemark nicht beim Euro ist, brauchen sie ja nur Ihre DKR. abwerten. Punkt, Pasta.

    • Morpheus sagt:

      Wenn das mal so einfach wäre, schließlich hat Dänemark keine nennenswerten Exportartikel und eine Abwertung verteuert die Importe.

      Auch hier wird auf Dauer nur ein Schuldenschnitt helfen!

  5. paloma sagt:

    ist ja kein problem wenn die banken vor der insolvenz stehen.dann können ja die steuerzahler wieder für die verluste einspringen.
    gibts den ein spendenkonto für die „armen“ banken??

    die arbeitslosigkeit steigt in der EU und an den börsen gibts heute ein kurs-feuerwerk..
    siehe dax-index.dann ist ist ja alles bestens,wenn ein paar wenige wieder profitieren.