EZB-Studie: Erste Zeichen für Kredit-Klemme

Die aktuelle Studie der EZB zeigt, dass die Banken in der Euro-Zone ihre Bedingungen zur Vergabe von Krediten gegen Ende 2011 deutlich verschärft haben. Da von dem Geld der EZB offenbar nichts mehr in der Wirtschaft ankommt, gehen Beobachter von großer Nervosität bei den Banken aus.

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Der Interbankenmarkt funktioniert nicht meht. Die fehlende Liquidität der europäischen Banken wirkt sich wie erwartet auf die Kreditvergabe an die Privatwirtschaft aus. Die neue Bank Lending Studie der EZB zeigt, dass gerade die Banken aus der Euro-Zone ihre Kreditvergabe-Standards erheblich verschärft haben. Rund ein Drittel der Banken gab an, im vierten Quartal 2011 ihre Bedingungen verschärft zu haben. Die Banken begründeten die Verschärfung mit der „ungünstigen Kombination aus der Verschlechterung der Wirtschaftsaussichten und der Euro-Schuldenkrise, die weiterhin die finanzielle Lage des Bankensektors schwäche“, hieß es aus der EZB.

Besonders die Kreditvergabe an Unternehmen wurde mit hohen Auflagen versehen. Aber auch die Voraussetzungen für Kredite an Verbraucher und für Hypotheken sind strenger geworden. Ein Viertel der befragten Banken will auch in den kommenden Monaten ihre Vergabebedingungen weiter verschärfen, so die EZB.

Fast die Hälfte der Banken rechnet jedoch mit einem Rückgang der nachgefragten Hypotheken in den kommenden Monaten. Im Dezember fielen zudem die Kreditnachfragen von Unternehmen stark. Angesichts der verschärften Vergabekriterien eine logische Folge. Die weitere Restriktion bei den Kriterien wird so die Kreditklemme vom Interbankenmarkt an die freie Wirtschaft weitergeben.

Bei der EZB wird diese Entwicklung mit Sorge beobachtet. Präsident Mario Draghi hatte in Davos gesagt, dass das Geld aus dem 3 Jahres Tender noch nicht bei der Realwirtschaft angekommen sei (mehr hier). Nun steht im Februar der nächste Tender an (die Banken wollen bis zu 1,5 Billionen Euro von der EZB abheben – hier). Wenn das Geld aber nicht bei der Wirtschaft ankommt, muss man davon ausgehen, dass die Nervosität bei den Banken extrem hoch ist. Sie horten das Geld für den möglichen Ernstfall.

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Kommentare

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  1. Biene sagt:

    Das klingt vielleicht markaber, aber ich hofe, dass es schon sehr sehr bald zu einem großen und langen Krieg in Europa und vor allem in Deutschland kommt. Anders wüsste ich nicht, wie wir uns unsere möchtegerndikdatoren vom Hals schaffen sollten. Ich möchte im jetzigen System keine weiteren 10 Jahre mehr leben müssen. Besser ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.
    Die Politik und auch der Großteil der Gesellschaft sind dermaßen verkommen und verblödet – so geht es nicht weiter. Hier muss alles so kurz und klein gemacht werden, dass wir wieder bei 0 anfangen. Das ist dann zwar ein einfaches Leben aber ein Glückliches. Ich wäre lieber in den 50ern Kind gewesen als in den 90ern!!!

  2. IlseBilse sagt:

    Hey ihr spekulativen Politiker wir das Volk haben euch durchschaut. Merkt euch folgendes; Wer einmal lügt den glaubt man nicht, egal was man dann dem Volke vor verspricht.