Griechenland: Privater Konsum sackt dramatisch ab

Mehr als 160.000 Arbeitsplätze werden in Griechenland in diesem Jahr allein im Handelssektor verloren gehen. Die Krise drückt den privaten Konsum. Es wird mit 60.000 Insolvenzen bis Ende des Jahres gerechnet.

Während Neuigkeiten beim Schuldenschnitt immer noch auf sich warten lassen, meldet die griechischen Handelskammer (ESEE), dass der Sparkurs den Konsum im Land auf ein bisher nicht gekanntes, niedriges Niveau drückt: Die ESEE schätzt, dass allein im Handelssektor in diesem Jahr über 160.000 Arbeitsplätze verloren gehen werden. Dies werde rund 60.000 Arbeitgeber und 100.000 Angestellte in der Branche betreffen. In der Tourismusbranche sieht es ebenfalls schlecht aus (mehr hier).

Zurückzuführen ist dies vor allem auf die Einsparungen bei den öffentlichen Ausgaben und den Lohnkürzungen. Der kontinuierliche Rückgang des verfügbaren Einkommens führte zu einem Rückgang des privaten Konsums um 6,2 Prozent im Jahr 2011. Eurostat rechnet mit einem weiteren Rückgang des Konsums um 4,3 Prozent in diesem Jahr. Immer mehr Menschen kommen mit ihrem Einkommen gerade noch über die Runden. Doch die Zahl der Obdachlosen steigt stetig. Allein in Athen sind es rund 15.000 Betroffene.

Erst Mittwoch warnte der IWF-Delegationsleiter Poul Thomsen vor zu starken Haushaltskonsolidierungen. Eine Senkung des Mindestlohns will er jedoch weiterhin durchsetzen. Seit Beginn der Krise sind 60.000 griechische Unternehmen Pleite gegangen. Der ESEE schätzt, dass sich die Zahl der Insolvenzen bis Ende des Jahres sogar verdoppeln wird.

Kommentare

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  1. Peter Mayer sagt:

    Das Darlehen einerseits und die ewig zum Kassieren wach gehaltene und immer wieder angemahnte Schuld Deutschlands andererseits ist einfach zu groß, als dass sich keine Interessenten finden wür-den, mittels Ihrer Macht die bei Darlehensnahme fixierten Rückzahlungsmodalitäten zu ändern. Erin-nern Sie sich bitte, wie schnell und einfach es war, die Europäische Verfassung zu ändern und sie entsprechend des Lissabon-Vertrages zu modifizieren.

  2. Peter Mayer sagt:

    Vor dem kürzlichen Jahreswechsel hatte die EZB ihren Geschäftsbanken über einen Dreijahrestender 489 Milliarden Euro zur Überbrückung von Liquiditätsengpässen zugeführt. Im Falle des „Miss-brauchs“ dieses Geldes durch diese Banken oder deren Kundschaft haftet Deutschland mit seinem Anteil an der EZB. Also mit ca. € 80 Milliarden. Es ist wichtig, und trägt zu Ihrer Erkenntnis der Wahr-heit bei, dass Sie sich das Folgende (nur zu diesem Punkt jetzt) merken:
    Die o. a. € 489 Mrd. sind Geld der EZB, somit auch Geld Deutschlands, somit Geld der Bürger dieses Landes. Dies weiß auch Goldman Sachs und andere Hyänen. Wenn dieses Geld schlussendlich in die Hände von allmählich über 1.000en von Konteninhabern der betreffenden, an diesem Gesamtdeal beteiligten Banken gelangt, ist es außerhalb der Reichweite der Bürger Deutschlands. Wie will Deutschland, wie wollen seine Bürger je dieses Geld einklagen?