OECD: Rettungsschirme brauchen 1 Billion Euro

Ohne eine Aufstockung des EFSF und ESM ist das Risiko des Zusammenbruchs der Euro-Zone nicht abzuwenden, so die OECD. Eine Bankenlizenz für den EFSF wäre eine Option.

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Die Euro-Zone müsse die Schlagkraft der Rettungsfonds EFSF und ESM verdoppeln, heißt es in einem Bericht der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD). „Die Größe der zur Verfügung stehenden Ressourcen, die der EFSF und der ESM für alle möglichen Aufgaben wie etwa die Rekapitalisierung der Banken benötigt, sollte nicht unterschätzt werden“, schreibt Adrian Blundell-Wignall. Blundell-Wignall ist Berater für Probleme des Finanzsektors beim OECD. In seinem Bericht an den OECD Generalsekretär Angel Gurría, gibt er an, „es könnte sich um rund eine Billion Euro“ handeln.

Die jetzige Schlagkraft von 500 Milliarden Euro könnte das Risiko eines Zusammenbruchs der Euro-Zone nicht verringern, so Blundell-Wignall. Es ist nicht das erste Mal, dass die OECD fordert, die Krisen-Fonds aufzustocken, aber das erste Mal, dass ein hochrangiger Beamter eine solch hohe Summe nennt. Angela Merkel und vor allem ihren Koalitionspartnern dürfte diese Forderung ein Dorn im Auge sein. Mit 27 Prozent muss sich Deutschland beispielsweise, gemäß dem Anteil Deutschlands an der EZB, am ESM beteiligen (Auf die Verwendung der Mittel hat Deutschland allerdings keinen Einfluss – mehr hier).

Blundell-Wignall zufolge könnte die Aufstockung nicht über private Investoren gelingen. Eher müssten die Euro-Zonen-Länder mehr einzahlen oder der EFSF müsste mit einer Bankenlizenz ausgestattet werden, so dass von der EZB Geld geliehen werden könnte. Eine Unterstützung durch den IWF und internationale Staatsfonds wäre schwierig, da hierfür Garantien hinterlegt werden müssten.

Doch die OECD ist mit ihren Bedenken nicht allein. Aus ähnlicher Sorge und mit Blick auf den Abschwung des globalen Wachstums ist beispielsweise auch der IWF dabei, seine Kreditressourcen aufzustocken (mehr hier). Angesichts der beunruhigenden Lage in Portugal (eine Insolvenz sieht der Markt schon bestätigt – mehr dazu hier) und des neu entdeckten Finanzlochs in Griechenland (Griechenland fehlen weitere 15 Milliarden Euro – mehr hier) verschärft sich derzeit die Krise in der Euro-Zone eher, als dass eine Beruhigung eintritt.

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Kommentare

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  1. saskia sagt:

    bei dem wort „rettungsschirm“ seh ich immer den „fliegenden robert“ aus dem Struwwelpeter vor mir. der flog dann auch auf – und davon.

  2. Margrit Steer sagt:

    Es geht doch nicht um Länderrettung, Eurorettung und sonstigen Mist.
    Es geht einzig und alleine um Bankenrettung und Selbstbeweihräucherung der Politiker nach dem Motto „seht her, was wir für tolle Kerle sind, wir retten Euch“
    Ackermann genehmigt sich ein Gehalt von 14 Mio p. a., andere Banker nicht viel weniger.
    Sie können alle 1 Mio behalten im Jahr, den Rest nehmen wir für die Euro-Rettung.
    Unsere Politiker, die ohnehin alle nur noch Laien sind, müssen ebenfalls alles abgeben in den Rettungsschirm und dürfen lediglich einen Betrag in Höhe von Hartz IV behalten. Mehr sind sie ohnehin nicht Wert
    Wetten, dass die dann alle ganz schnell mit ihrem Hintern hochkommen und endlich einmal ordentlich zum Wohle des Volkes arbeiten? Es zumindest mal versuchen
    Durch Schmerz lernen, nennt man so was

  3. katja sagt:

    Wir werden Zonis, Eurozonis! Und damit die Bevölkerung schön brav bleibt versuchen sie uns das Hirn zu vernebeln, kommt mir irgendwie bekannt vor, Ideologie vor Realität, mal sehen wie lange das noch gut geht. Nichts weiter als ein Plünderungsprogramm an uns und unseren Kindern!

  4. Mecky sagt:

    Leute,wacht auf!.Diese ganzen Milliarden dienen doch nicht der Wirtschaft, der so gebeutelten kleinen Menschen.Diese Unsummen,die wieder einmal nur der deutsche Steuerzahler berappen muss,gehen doch sofort wieder zu 85% an die Banken zurück,und unsere Politiker wollen uns wie immer weismachen, dass es um die Eurorettung geht, und um einzelne Länder. Nein es geht nur darum diese Banken zu retten, um die fürstlichen Gehälter, und Boni zu sichern!

  5. Torwächter sagt:

    Liebe Redaktion,Ihr habt es ehrlich drauf ´´ und ich verneige mich vor Ihnen.Aber um Wass? geht es eigendlich?

    Wenn Globalisierung ? Eine Art neue Form Wahrheits-Bekundung darstellen soll. Ob nun Politik oder das Wort an sich.

    Sie können Keine Agraländer,in ein Wirtschafstunternehmen wie Deutschland verwandeln.
    Wir hacken hier auf Die Südländer herrum,aber schauen Sie sich mal,Die Geschichte Dieser Länder An.

    Jeder Betrug an Uns selber egal wie ! Schadet uns selber,und Die Wahrheit auf 100% Leistungsfähigkeit,bricht uns Das Kenick,

    Wir fahren tolle Autos,haben Energie und Das Darsein etwas zu-sein,Glauben Sie nicht ?
    Dasss so Etwas sich auch mal in dass Gegenteil verwandelt.?

    Sie sollten das lesen, weil man Sorgen macht,auch um Sie.

    Wir alle sind in einem Kreislauf Der Zeit gebunden.Der Unseren Geist und Wissen eine enorme Schwätzigkeit katterpultiert.Aber eines gleichen gegenüber,kein Wort hervorbringen lässt.

    Nur wenn wir auf-hören Uns selbst zu-belügen,werden Wir Die Wahreit finden.

    versprochen!

  6. luther sagt:

    das wird hart für die Tattermänner in den vergreisenden SPD Ortsverereinen. Nun müssen sie wieder ran, sich selbst und vor allem (falls vorhanden) Kinder und Enkel in die Parteipfanne zu hauen. Ein Teil des winzigen Hirns sagte einem, daß das ein geschichtliches Verbrechen ist, aber die Soliarität mit den Parteioberen, die können doch nicht irren.
    Ich befürchte, alles geht gerade so weiter wie bisher, nur schneller und noch irrationaler.

  7. King Balance sagt:

    Die Ergebnisse der zahlreichen PISA-Studien zeigen ihre Wirkung in der erwachsenen Bevölkerung der BRDDR. Die Union liegt in der neuesten Forsa-Umfrage mit 36% klar vor der SPD mit 27%, Sehr bedenklich ist: Sehr viele der Befragten trauen ausgerechnet den Verursachern zu, die Probleme des Landes zu lösen. 25% sehen die Kompetenz dazu bei der Union, 12% bei der SPD.

    Der Euro an sich ist das Problem!

    • nolens volens sagt:

      Glauben Sie wirklich an die Zahlen – wo ist die Umfrage erhoben worden – auf einer Parlarmentsparty? Nach der Einführung des ESM kann das Bundestagswahlergebnis sein wie es will es ist dann nicht mehr relevant.

      • G.N. sagt:

        • Das Schlimme daran ist, dass diejenigen, die dieser volkszerstörerischen Politik wie die Lemminge folgen, daran glauben, dass die Zahlen stimmen und sich somit auch noch bei Wahlen bestätigt fühlen in ihren verschrobenen Wahrnehmungen, dass die Einheitspolitik dieses Feudalsystems ihnen Fortschritt, Wohlstand, Demokratie UND die Rettung Europas bringt! Sie müssen ja oftmals auch nicht mehr das Ergebnis dieser grässlichen Politik bis zum Ende ausbaden. Dafür gibt es die Generation der Kinder und Enkel! Was soll`s! Ist ja nicht ihr Problem. Muss die Generation unserer Kinder eben was machen! Hauptsache „uns“ geht’s gut!- Nach uns …. die Sintflut! Und so wird erneut eines Tages abgewunken bei der Frage der nachfolgenden Generation: was habt ihr dagegen unternommen?- Nichts!- Wir wussten ja nicht, dass es so kommt!!!!

      • Fred Feuerstein sagt:

        Genau das ist das Thema. Sobald die Unterschrift darunter steht kommt der Henker. Klare Sache, keine Diskussion mehr. Niemand wird und muss dann noch seinen Kommentar bei den Deutschen Mittelstands Nachrichten mehr schreiben. Alles sehr, sehr traurig. Denn die DMN sind wirklich die einzige ernst zu nehmende Adresse. Aber ohne Söldner werden wir untergehen.

    • Margrit Steer sagt:

      ja, das verstehe ich auch nicht.
      Wer wird denn da immer befragt, der immer noch diese Merkel gut findet?
      Die Deutschen wachen erst auf, wenn es zu spät ist und selbst dann machen sie einfach wieder mit.
      Hatten wir doch alles schon mal
      Aus der Geschichte haben die Deutschen, zumindest ein großer Teil, offenbar nichts gelernt
      Mir persönlich macht das Angst

      • Munnie sagt:

        Ich bin ziemlich sicher, dass solche Umfrageergebnisse mit den absolut gleichgeschalteten Medien und einer eklatanten Desinformation unserer Bevölkerung zu tun haben.
        Noch merkt man in Deutschland ja noch nichts von den Auswirkungen der div. Rettungsmechanismen.
        Dazu kommt noch die große Komplexität dieses Themas. Wer ist denn wirklich bereit, sich in die Hintergründe und Zusammenhänge einzuarbeiten? Kaum einer, alle haben keine Zeit…….
        (Anwesende ausgeschlossen) 😉

      • Fred Feuerstein sagt:

        Ich glaube diese Deutschen die immer noch nichts unterscheiden können haben nur eine billige Krankenkassen Brille. Es muss ja gespart werden und gleichzeit der Erfolg dabei, das der Durchblick fehlt.

    • saskia sagt:

      nun, nehmen wir an das stimmt. also sind diese Leute total unwissend. so werden dann die Verursacher wiedergewählt und müden zusehen wie sie ihren eigenen Mist selber auslöffeln und das nicht weiterschieben.

      wobei, wer war denn der Verursacher? und wo fing es an? und überhaupt wiso ist das so und von was lenkt das ab?

      ich denk vielleicht geht’s gar nicht um irgendwelche rettungsdings um kohle oder so….. vielleicht steckt was ganz anderes dahinter.