Zentralbank: Irland schafft Sprung aus der Rezession nicht

Die irische Zentralbank korrigierte heute ihre Wachstumsprognose nach unten. 2012 werde das BIP nur um 0,5 Prozent wachsen – 1,8 Prozent wurden erwartet. Ausschlaggebend sind rückläufige Exportzahlen und weniger Konsum.

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Irland kämpft weiter mit seiner angeschlagenen Wirtschaft. Die Zentralbank korrigierte am Donnerstag ihre Wachstumsprognose für 2012. Das BIP werde nur um 0,5 Prozent wachsen. Im Oktober erwartete die Bank noch ein Wachstum von 1,8 Prozent. Ebenso beunruhigend ist das Bruttosozialprodukt (BSP) bzw. Bruttonationaleinkommen. Hierbei werden vom BIP diejenigen Erwerbs- und Vermögenseinkommen abgezogen, die an das Ausland geflossen sind, und die Einkommen hinzugefügt, die Inländer innerhalb des Jahres aus dem Ausland bezogen haben. Das BSP Irlands wird in diesem Jahr laut der Zentralbank um 0,7 Prozent sinken – im letzten Quartal ging man von einem Wachstum des BSP von 0,7 Prozent aus.

Grund für die schlechten Zahlen zum BIP und BSP ist der Zentralbank zufolge unter anderem der abgeschwächte Export. „Mit der schlechteren Leistung der heimischen Wirtschaft ist es sehr unwahrscheinlich, dass wir in diesem Jahr einen Weg aus der Rezession finden“, so die Zentralbank. „Jede Erholung ist abhängig von dem Exportwachstum“. Die Zentralbank schätzt, dass der Export in diesem Jahr nur um 3,9 Prozent wachsen wird – 5,2 Prozent wurden zunächst erwartet.

Aber auch die gesunkenen Verbraucherausgaben haben zu einer Abschwächung der Wirtschaft geführt. 2012 wird ein weiteres Sinken des privaten Konsums um 1,5 Prozent erwartet. Geringere, verfügbare Einkommen und vorsorgliches Sparen sind hier ausschlaggebend.

Irlands Privatwirtschaft ist aufgrund der Sparmaßnahmen der Regierung stark angeschlagen (mehr hier). Etliche Bürger sind bereits ausgewandert, weil sie keine Arbeit gefunden haben oder mit ihrem Einkommen nicht mehr auskommen. Diese prekäre Situation und die nun schlechteren Prognosen der Zentralbank könnten, falls es zu einem Referendum über den Fiskalpakt kommen sollte, ein Scheitern eben dieses Referendums zur Folge haben. Damit wäre allerdings die Hilfe über den Rettungsschirm in Gefahr (nur wer den Fiskalpakt unterschreibt, hat ein Anrecht auf Unterstützung – mehr dazu hier).

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Kommentare

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  1. MIKEMT sagt:

    Keiner schafft es, sich über Wasser zu halten.
    Am besten kaufen sie sich vom restlichen Bargeld ein Ticket, treffen sich in Berlin und lassen sich von Frau Merkel erklären, wie es weiter gehen soll – auch die Vertreter der griechisch-orthodoxen Kirche.

  2. MIKEMT sagt:

    Keiner schafft es, sich über Wasser zu halten.
    Am besten kaufen sich vom restlichen Bargeld ein Ticket, treffen sich in Berlin und lassen sich von Frau Merkel erklären, wie es weiter gehen soll – auch die Vertreter der griechisch-orthodoxen Kirche.