Erstmals ohne Frankreich: Treffen der Triple A-Staaten in Berlin

Am Freitag treffen sich die Finanzminister der Triple A-Staaten in Berlin. Die herabgestuften Österreicher und Franzosen werden fehlen. Für die Franzosen ist das diplomatisch unangenehm, die Österreicher kennen die Erfahrung aus dem Fußball.

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Wenn sich am Freitag in Berlin die Finanzminister der Triple A-Staaten in Berlin zu informellen Konsultationen treffen, werden erstmals die Kollegen aus Frankreich und Österreich nicht mit am Tisch sitzen. Beide Staaten haben ihr Triple A bei der jüngsten Beurteilung durch die Ratingagentur Standard & Poor’s verloren (hier und hier).

Ein unter der Bedingung der Anonymität sprechender Sprecher von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble sagte Bloomberg: „Die Finanzminister von den Ländern mit AAA-Ratings – Deutschland, Finnland, Luxemburg und den Niederlanden – werden sich morgen (Freitag) Nachmittag in Berlin treffen. Das Treffen ist Teil einer Serie von Treffen der Vertreter der am höchsten eingestuften Euro-Staaten. Die Minister werden aktuelle Fragen diskutieren, es wird danach keine Mitteilung an die Presse geben.“

Ob Nicolas Sarkozy auf anderem Wege Kenntnis von den Inhalten des Treffens erhalten wird, ist unbekannt. Bekannt ist, dass die Freundschaft zwischen Angela Merkel und dem französischen Präsidenten durch den jüngsten Richtungsstreit über Griechenland deutlich abgekühlt (hier). Sarkozy war über das deutsche Ultimatum (hier) verärgert, weil es ihn innenpolitisch in eine schwierige Lage bringt (hier). Er sagte, dass niemand in Europa einen deutschen Vormund brauche.

Diplomatische Kreise vermuten, dass die Nicht-Einladung der Franzosen eine Retourkutsche für diese Attacke Sarkozys auf Deutschland sei. Die Österreicher dürften den Ausschluss aus der fiskalpolitischen Champions League dagegen sportlich nehmen. Schließlich sind sie dank ihrer Fußball-Nationalmannschaft routiniert darin, bei großen Turnieren stets nur zuschauen zu dürfen.

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  1. armer Mann sagt:

    Für die Franzosen ist das diplomatisch unangenehm, die Österreicher kennen die Erfahrung aus dem Fußball.
    …………………………………………………………………….

    Ich finde es nicht gut wenn man versucht Österreich zu degradieren. Schließlich brauchen wir uns mit dem Dripple AAA nichts einbilden. Wir sind genau so arm dran vielleicht sogar noch ärmer wenn es zu einem Euro Zusammenbruch kommen sollte. Wir sollen uns lieber jetzt schon Gedanken machen, mit welchen Länder wir nach dem Euro eine gemeinsame Währung gründen sollen. Wenn es zum Crash kommt, wovon man die nächsten Jahre ausgehen kann, werden wir, Deutschland der Buhmann sein.
    Ich glaube kaum das wir in den Südländer, Spanien, Frankreich, Portugal, Italien, Griechenland usw. noch als Touristen erwünscht sein werden.
    Man muss jetzt schon abwegen welche Länder zu uns passen. Man sollte mit Länder wie Österreich, Kroatien, Ungarn, Slowenien, Tschechei/Slowakei, Holland, Dänemark, Schweden, Norwegen und Finnland gute Kontakte pflegen. Außerdem sind die BRIC Staaten für uns in Zukunft auch sehr wichtig.

    • Freiheit sagt:

      Unter der Annahme, daß die BRD ein GMBH ist, also nur mit 25.000 Euro haftet, spielt dann die EZB Verschuldung noch eine Rolle?